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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Aus den Reiseberichten S. M. S. „Vineta‘“, Capt. z. See 
Graf von Monts. © 
S. M. 8. „Vineta“ hatte von Callao aus am 14. März 1876 die Reise 
Jurch den Stillen Ocean über Honolulu nach Hongkong angetreten, wo sie am 
31. Mai eintraf, um auf der ostasiatischen Station in den Gewässern von China 
and Japan längere Zeit zu verweilen. Aus den vom Commandant 5. M. S. „ Vineta“, 
DJapt. z. S. Graf von Monts, über diese Reise eingesandten Nachrichten theilen 
wir nachstehende Angaben und Bemerkungen, welche für die Hydrographie 
ınd Meteorologie des Stillen Oceans von Interesse sind, mit. 
1. Segelanweisung für die Route von Callao bis Hongkong. 
Für die Reise von Callao bis zum Chinesischen Meer lässt sich für die 
Zeit von März bis Juni Folgendes empfehlen. 
Man suche von Callao aus so schnell als möglich das Gebiet des Südost- 
Passates zu erreichen, steuere dann auf 11° bis 12° Süd-Br. westwärts bis 
ungefähr 130° West-Lg. und suche zwischen 135° und 140° West-Lg. die 
Linie zu schneiden. Von hier aus halte man nordwestlichen Kurs bis in das 
Gebiet des Nordost-Passates und steuere mit diesem auf 20° Nord-Br. west- 
wärts, falls man die Reise, ohne Honolulu anzulaufen, machen will. Sonst suche 
man von Honolulu aus den stärksten Nordost-Passat zu erreichen, welcher sich 
auf circa 20° bis 21° Nord-Br. finden wird. Diese Breite behalte man für die 
zanze übrige Reise bei und passire die Batan- (oder Bashee-) Strasse zwischen 
ien Inseln Diogo und Batan (Bashee), welche durch ihre auffallende Gestalt 
vorzügliche Landmarken bilden; aus diesem Grunde kann diese Passage allen 
ron Östen her kommenden Schiffen zur Benutzung empfohlen werden. ®) 
2, Bemerkungen über den Hafen von Honolulu.) 
In Findlay’s North Pacific Directory (1870) pag. 849 heisst es, dass die 
Ebene, auf welcher Honolulu erbaut ist, durch ihre jeden Baumwuchses und jeder 
sonstigen Vegetation entbehrenden Beschaffenheit an die Küste von Peru 
erinnert. Entweder ist diese Angabe nach falschen Quellen gemacht, oder 
Honolulu hat sich seitdem sehr zu seinem Vortheile geändert, indem dieser Ort 
bei dem Besuche der „ Vineta“ in dem schönsten Schmuck tropischer Vegetation 
rangte. 
? Die Barre am Eingang des Hafens hat stets so viel Wasser, dass Schiffe 
von 7.3 Met. Tiefgang ohne Schwierigkeit bei Tag und Nacht hier einpassiren 
können. 
Bei Gelegenheit der Beobachtung des Vorüberganges der Venus vor der 
Sonne am 9, Dezember 1874 ist der Beobachtungsort der englischen Expedition 
zwischen dem Regierungshaus und dem Seestrand zu 21° 17‘ 55.87'‘ Nord-Br. 
ınd 157° 48' 29“ West-Lg. astronomisch genau bestimmt worden und kann somit 
als fester Punkt betrachtet werden (vgl. Ann. d. Hydr. etc 1875, pag. 280). 
3. Nicht vorhandene Inseln und Untiefen zwischen den Hawaii - Inseln und dem 
Chinesischen Meere, 
Der jetzige Hafenmeister von Honolulu, Capitain Smyth, hat bei seinen 
früheren mehrjährigen Fahrten auf Vermessungsschiffen das Nichtvorhandensein 
nehrerer Inseln und Untiefen zwischen den Hawati-Inseln und dem Chinesischen 
Meere constatirt, welche in den meisten Karten des Stillen Oceans (vgl. Tit. XI. 
Nr. 206, 211, 212) als vorhanden, wenn auch theilweise mit ? versehen, aufge- 
führt sind. Nach: dem von Capitain z. S. Graf v. Monts eingesandten Ver- 
zeichniss derselben sind es folgende: 
1) Vgl. Ann. d. Hyadr. 1876, pag. 58, 143, 240. 
7) Vgl. The China Sea Directory Vol. III, 1874, pag. 219. 
5) s. Annal. d. Hydr. 1875, pag. 280; Findlay North Pacific Directory 2. edit. (1870) pag. 849; 
tosser-Imray North Pacific Pilot Part. II, pag. 32; Jülffs u. Balleer Seehäfen d. Erde, Bd. I, 
1870) pag, 247
	        
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