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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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zeigte, und fanden wir später, dass die Kupferhaut des Schiffes, welche bis 
dahin vollständig rein gewesen, in Folge hiervon so stark bewachsen war, dass 
dieselbe, trotz der zuweilen sehr bedeutenden Fahrt durch den Indischen Ocean, 
auch jetzt noch mit grünem Schlamme überzogen ist. 
Die Rhede von Batavia!) bietet, durch die umliegenden Inseln ge- 
schützt, einen sicheren und guten Ankerplatz, von welchem aus die Communi- 
cation, die mit dem Lande in der jetzigen Jahreszeit meistens sicher ist, bewerk- 
stelligt werden kann, wenn sie auch durch die grosse Entfernung vom Landungs- 
platz stets umständlich sein wird. Es wehen zu jetziger Zeit (August) regelmässig 
Land- und Seewinde, nach welchen sich das Herauskommen und Hineinsegeln 
der Ladeprähme und Leichterfahrzeuge richtet. Der Seewind setzt zuweilen 
„echt frisch ein und bringt starke See auf die Barre am Hafeneingang zwischen 
den Molen, so dass die Communication durch Boote zuweilen schwierig ist. 
Zur Zeit des NW-Monsuns, der meistens sehr frisch weht, muss die Communica- 
tion häufig längere Zeit ganz unterbrochen werden. Sobald dieser Fall eintritt, 
macht das hier auf der Rhede liegende Wachtschiff, die Fregatte „Seeland“, die 
darauf bezüglichen Signale. Die Fregatte, ein Schiff von 50 Kanonen, ist eine 
alte Dampffregatte, welche zuletzt längere Zeit vor Atchin gekreuzt hat, jetzt 
ihrer Maschine entledigt und sehr gut und bequem für den Aufenthalt in dem 
heissen Klima eingerichtet ist und die Bestimmung hat, bis zu ihrem gänzlichen Ab- 
bruch den Dienst eines Wachtschiffes auf der Rhede zu versehen. Dasselbe signali- 
sirt täglich den Barometerstand, lässt einen Zeitball fallen und vermittelt durch 
Signale den Verkehr zwischen Batavia und der im Westen gelegenen Insel 
Onrust, auf welcher sich eine kleine holländische Regierungswerft, so wie ein 
Kriegsmagazin und Schwimmdock befindet. Das ganze KEtablissement macht 
jedoch einen veralteten und untergeordneten Eindruck. Die Dimensionen des 
Schwimmdocks sind folgende: Länge 90 Met., innere Weite oben 21 Met., unten 
[2,3 Met. und äussere Breite 24 Met. 
Batavia selbst ist der bei weitem theuerste Platz des Ostens, und sind 
die Preise für fast alle Bedürfnisse eines Kriegsschiffes daselbst sehr hoch. So 
kostete unter Anderem: die Tonne Steinkohlen 33.so fl.; ein Legger (500 Liter) 
Trinkwasser 3.50 fl.; das Pfund (holländ.) Schweinfleisch 0.as fl.; Rindfleisch 0.so fl. 
and Brod 0.23 fl. Die Kohlen waren Wales - Kohlen guter Qualität. Demnach 
xann wohl Batavia als Kohlenstation angelaufen werden, doch steht es als 
Ausrüstungs- und Verproviantirungs-Hafen weit hinter Singapore zurück. 
2. Reise von Batavia nach den Seychellen. 
Am 13. August setzte S. M. S. „Ariadne“ ihre Heimreise von Batavia 
aus fort und steuerte zunächst durch die innere Passage, den Dutch Channel, in 
die Sunda - Strasse. Obwohl diese Passage ziemlich eng ist, so ist sie doch 
durch Seezeichen, Tonnen und Baken ‚so gut markirt, dass sie keine besonderen 
Schwierigkeiten bietet. Die in dieser Passage und in der Sunda-Strasse (am 13. 
und 14. August) von Capt. Kühne vorgefundenen Strömungen waren folgende: 
1. Vom Ankerplatz zu Batavia bis Kelang-Tonne. . ... O.s Seom. die Stunde. 
2. Von Kelang-Tonne bis Menschen- Eter-Insel, WNW, 1.s „ x» ” 
3. Von Menschen-Eter-Insel bis St. Nicolas Point, West, 3.3 „ x» » 
4.. In der Sunda - Strasse. .......0.00.0.0..85W, 22 + x» » 
Nach dem Verlassen der Sunda - Strasse am 14. August nahm 5. M. 5. 
„Ariadne“ zunächst einen südwestlichen Kurs, bis sie am Ende does zweiten 
Tages, 16. August, 10° Süd-Br. in ca. 98'/2° Ost-Lg. geschnitten hatte; von 
hier aus steuerte „Ariadne“ westlich zwischen 10° und 11° Süd-Br., bis sie 
Mittags den 25, August 66° Ost-Lg. erreicht hatte und nun den Kurs auf die 
Seychellen - Gruppe nahm; am 31. August des Morgens ankerte „Ariadne“ in 
dem Innenhafen von Port Victoria auf der Insel Mahe. 
Die Reise durch den Indischen Ocean ging verhältnissmässig sehr schnell 
von Statten. Der SE - Passat verhielt sich zwischen 10° uud 11° Süd-Br. (bis 
zum 25. August) in einer Stärke von 4-—7. Dabei wurde ein starker westlicher 
N Taylor-Horsbureh: India Directory, Part I. (1874) pag. 646
	        
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