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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Aus den Reiseberichten S. M, S. „Ariadne‘, Capt. z, S. Kühne.) 
Am 18. Juli 1876 verliess S. M. S. „Ariadne“ unter dem Commando des 
Capt. z. S. Kühne die ostasixtische Station, woselbst sie seit dem 17. Januar 
1875 (also 1'/2 Jahr) verweilt hatte, und trat die Heimreise von Hongkong aus 
iber Singapore, Batavia, die Seychellen, Aden, Port Said, Malta, Lissabon und 
Plymouth nach Wilhelmshaven an, wo sie am 20. October d. J. auf der Rhede und 
am 24. October in dem Hafen ankerte, nach einer Abwesenheit von etwas über 
zwei Jahren. (Vgl. Reisechronik etc. „Annal. d. Hydr.“, 1875, pag. 479 und 
1876, pag. 526.) 
Wir theilen hier aus den von dem Capt. z. S. Kühne eingesendeten 
Reiseberichten einige, während dieser Heimreise gemachte, hydrographische Be- 
obachtungen und Erfahrungen mit, 
I. Reise von Hongkong über Singapore nach Batavia. 
S. M.S. „Ariadne“ verliess Hongkong am 18. Juli und langte am 28. Juli 
in Singapore an. Von dort setzte sie am 1. August die Weiterreise nach Batavia 
durch die Rhio- und Banka - Strasse fort. Während dieser Fahrt wurde eine 
nördliche Strömung bemerkt, welche in der Stärke von 0.s bis beinahe 2 Seem. 
lie Stunde wechselte, Am 5. August kam „Ariadne“ in Batavia an und blieb 
daselbst bis zum 13. August. 
Veber die Navigation durch die Rhio- und Banka-Strasse und über die 
Rhede von Batavia berichtet Capt. z. S. Kühne, wie folgt: 
„Während die Navigation durch die Rhio-Strasse keine besondere Schwie- 
rigkeiten bietet, da alle Untiefen ete. durch gute Seezeichen deutlich und in 
der Art, wie in den Karten angegeben, markirt sind und da man auch sonst 
überall gute Objecte zum Peilen findet, erfordert das Passiren der Banka-Strasse, 
namentlich des Stanton-Kanals, besondere Aufmerksamkeit und ist nur bei Tage 
’athsam, und auch dann ist es zuweilen schwierig, sich genau zu orientiren und 
gute Peilungen zu finden. 
Die in der Karte angegebenen Landmarken fehlen an der Küste von 
Sumatra ganz, ebenso fehlten auf Karang Brom Brom die in der Karte ange- 
zebene Bake und die .rothe Tonne. Beim Passiren des Stanton - Kanals zeigte 
sich als bestes Peilobject ein einzelner freistehender Baum auf der Spitze des 
Panjang Hill. Nach der Karte sollen hier drei Bäume stehen, es müssen also 
inzwischen wohl zwei derselben gefallen sein. Ferner ist noch hervorzuheben, 
dass alle nach der SW-Spitze Banka’s genommenen Peilungen nicht mit der 
wirklichen und durch andere Landobjecte festgelegten Position des Schiffes über- 
einstimmten, sondern stets nordwestlich vorbeiführten. So wurden z, B. gleich- 
zeitig gepeilt (missweisend): Gadong Pik, in ENE!/2E; Insel Puni, in NE!AE; 
Baum auf Panjang Hill, in NNW'/sW und Toboe Ali Cama Pik, in ESE!/AE. 
Die drei ersten Peilungen treffen auf einen Punkt zusammen, während die letzte 
über 1.4 Seem,. NNW davon vorbeiführt, und das Schiff sich nach dieser auf 
ler Bank befunden haben müsste. Da dasselbe Verhältniss auch bei früher und 
später genommenen Peilungen stattfand, so scheint es, als wenn die SW-Spitze 
Banka’s, Toboe Ali Cama, Spitze Nangka, sowie die Inseln Dapur etwa um 
1.5 Seem. ungenau in der Karte niedergelegt, und daher als Peilobjecte nicht 
benutzbar sind. 
Das Wasser in der Banka - Strasse war mit vegetabilischem Schlamm 
überdeckt, welcher züweilen grosse Flächen in den verschiedensten Färbungen 
315, 8354 
Vgl. Ann, d. Hydr. ete,, 1875, pag, 14, 51, 164, 180, 185, 231, 482, und 1876, pag. 175,
	        
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