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1876 October 3 auf geringer Südbreite ist beobachtet:
Mittl. Greenw. Zeit: 0% Qmin. ]2se6. n. m, oz = 9° 40‘
» 1» 4min. 16% p. m, ©z,= 8° 52‘
Es soll die Position des Schiffes hieraus gefunden werden. ;
Mittel der Zeiten: 0* 36 win. 44see.
Abweichung der © == 4° 12’ 24“ Süd
Zeitgleichung = + 11=wi». 8:ec an mittl. Zeit.
Um die Rechnung auf ein Minimum zu beschränken, verfährt man wie folgt:
Wahre Greenw. Zeit der ersten Beobachtung == 0% 20=in. 20see. p, m.
oder Länge des ersten Zenithalpunktes der Sonne i =— 19° 5.0‘ West
Wahre Greenw. Zeit der zweiten Beobachtung = 1* 15=in. 24%cc. p, m.
Länge des zweiten Zenithalpunktes 2, = 18° 51.0‘ West.
Nun ist weiter für den ersten Höhenkreis:
Höchste Breite d+z = 13° 52.4‘ Süd
Niedrigste Breite d—z = 5° 27.6‘ Nord
and für den zweiten:
Höchste Breite d+z = 13° 4.4“ Süd
Niedrigste Breite d—z = 4° 39.6‘ Nord.
In der Karte (Taf, 1.) nehme man jetzt auf dem Meridian von 5° 5‘ West
den Punkt A auf 5° 27.6‘ Nord-Br. und B auf 13° 52.4‘ Süd, dann ist die
Strecke AB Durchmesser des ersten Höhenkreises, Halbirt man AB in M, so
hat man auch den Mittelpunkt und die weitere Construction bietet keine
Schwierigkeit. Ebenso verfährt man bei der Construction des zweiten Kreises
and alles weitere ergiebt sich durch einen Blick auf die beiden Tafeln. Man
wolle nur noch bemerken, dass in der stereographischen Karte die Höhencurven
wirkliche Kreise sind, während dieselben in Mercator’s Projection nur dann
sehr genähert als solche angesehen werden können, wenn die Zenithdistanzen
klein. genug sind. In der Nähe des Aequators und im Allgemeinen auf niederen
Breiten fallen dann auch die Mittelpunkte solcher Kreise auf denselben Parallel
der Breite, und nur in solchen Fällen liefert die oben geführte Rechnung hin-
vreichend genaue Resultate. Liegen dagegen die Mittelpunkte auf verschiedenen
Parallelen, so darf weder y noch -5- unmittelbar als vergrösserter Breiten-
unterschied bezw. Mittelzeit angesehen werden; man gelangt dann aber auch
durch eine einfache Coordinaten- Verwandlung zum Ziel, wovon hier indess nicht
weiter die Rede sein soll.
Die soeben ausgeführten Constructionen bieten ein ausgezeichnetes Mittel
dar, um die Richtigkeit eines Ueberseglers zu prüfen. Der Schiffsort muss, je
nach dem Massstabe der Karte, mit einer Genauigkeit von etwa 3 bis 4 Minuten
in Breite oder‘ Länge gefunden werden können. Man besitzt nun noch keinen
Uebersegler in stereographischer Polarprojection, obgleich sich der grosse
Nutzen solcher für den praktischen Navigateur nicht verkennen lässt. Selbst
die Construction einer Loxodrome in solchen Seekarten lässt sich recht leicht
ausführen und zwar ungleich leichter, als die Zeichnung eines grössten Kreis-
bogens in der Mercator’schen Karte, wenn man die gewöhnlichen: unbeholfenen
Formeln der sphärischen Rechnung dabei zu Grunde legt. Ich behalte mir vor,
in einem anderen besonderen Artikel diesen Gegenstand näher zu erörtern.
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