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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Adler - Grund. 
- Bemerkungen zu den Skizzen des „Adler-Grund“, 
nach den im Juni und Juli 1876 unter Leitung des Lieut. z. See Frhr. v. Löwenstern 
ausgeführten Vermessungen, 
Am 26. Juni d. J. verliess S. M. D. „Notus“ unter dem Commando des 
Lieut. z. See Freiherr v, Löwenstern, die Hulk „Camaeleon“ im Schlepptau, 
den Hafen von Kiel zu dem Zweck, Versuche zur Beseitigung des Adler-Grundes!) 
anzustellen und denselben auszulothen. Am Nachmittag des 27. Juni wurde 
der Adler-Grund anlothend von dem Dampfer „Notus“ erreicht, Nach mehr- 
fachen in Folge ungünstigen Wetters vereitelten Versuchen, die flache, steinige 
Untiefe aufzufinden, ankerte „Notus“ und „Camaeleon“ in der Nähe einer 
10 Met.-Stelle, bei welcher eine Boje mit Flagge ausgelegt war. 
Nach Observationen am 30, Juni befand sich diese Stelle NE von der 
Untiefe. Die von 3 Booten aus in den Richtungen WzS, WSW und SWzS 
angestellten Lothungen ergaben WSW vom „Notus“ in ca. 1 Seem. Abstand 
erst 7, dann 4.9 und 4.7 Met, Tiefe; an diesen drei Stellen wurden Bojen aus- 
gelegt; die grosse Boje lag von der flachsten Stelle in der Richtung SE 
1.5 Seem. ab, 
Die am Morgen des 30. Juni ausgeführten ersten Steinfischversuche zeig- 
ten zunächst, dass die obere Schicht der Untiefe aus grossen losen Steinen bis 
zu 1.5 Kub.-Met, Volumen besteht; sie liegen sehr nahe bei einander und sind 
mit glattem Seetang bedeckt, welcher die Taucherarbeiten sehr erschwert. 
Unter der oberen Schicht befindet sich eine Schicht kleinerer Steine, und diese 
‚agert ihrerseits auf noch kleinerem Geröll. Von Sand oder Fels war nichts 
zu bemerken; die gehobenen Steine zeigten sich sämmtlich an der Lagerseite 
mit Muscheln bewachsen. 
Die Lothungen über den südlichen Halbkreis, von der Untiefe radial 
ausgehend, ergaben, dass die Untiefe nach diesen Richtungen hin nur geringe 
Dimensionen hat; schon die dritte Lothung ergab eine Tiefe von 10 Met. 
Die Steinablagerung erstreckt sich südlich 325 Met. weit bis zu einer 
Tiefe von 13 Met.; nördlich dagegen nimmt sie schon bald ab und macht in 
einer Tiefe von 10 Met. daselbst grauem Sand Platz. 
Auf der Südost-Linie wurden in ca. 475 Met. Abstand von der 4.7 Met.- 
Stelle Tiefen von 7 und 8 Met., grosse Steine, gefunden, also die in den Kar- 
ten mit 22 Fuss verzeichnete Stelle. Dieselbe hat eine sehr geringe Ausdehnung 
und besteht aus nur wenigen grossen Steinen; in unmittelbarer Nähe dieser 
Stelle sind wieder 10 Met. Tiefe. 
Bei den Lothungen über den nördlichen Halbkreis (von der Untiefe aus) 
wurde in der Richtung NWzN, ungefähr 530 Met. von der oben erwähnten 
4.7 Met. - Stelle, eine Untiefe von 5.5 Met. Tiefe; grosse Steine, angetroffen 
‚wahrscheinlich die 18 Fuss-Stelle); sie hat ebenfalls eine nur geringe Ausdeh- 
hung; dagegen ist die in ihrer Nähe liegende Untiefe von 7 Met. Tiefe in der 
Richtung Süd—Nord ca. 70 Met. lang und von WSW—ENE 60 Met. breit. 
Die Bank bis zu der 8 Met.-Linie hat ungefähr die Form eines spitzen, 
gleichschenkeligen Dreiecks, dessen Höhe 190 Met. in der Richtung S59°E 
nach N 59° W und dessen Grundlinie von S40° W nach N 40° E 75 Seem. weit 
sich erstreckt (s. Skizze der flachsten Stelle des Adler-Grundes). Die flachen 
Stellen von 6—7 Met. ab abwärts liegen in dem spitzen Winkel dieses durch 
die 8 Met.-Tiefenlinie begrenzten Dreiecks. Die (fachste) 4.7 Met.-Stelle, Steine, 
befindet sich circa 47 Met. N 59° W von der Spitze dieser Dreiecks entfernt, 
in 54° 46‘ 21‘ Nord-Br. und 14° 21‘ 58.8“ OÖst-Lg. Die Untiefe innerhalb der 
ersten 7 Met,- bezw. 6.7 Met.-Tiefenlinie erstreckt sich in der Richtung S59°E 
bis N59°W 83 Met. laug und in der Richtung S45°W — N 45°E (über die 
4.7 Met. -Stelle gerechnet) 35 Met. breit; in nordwestlicher Richtung nimmt die 
Breite bis zu 10 Met. ab (s. Skizze). 
Kine annähernde Berechnung des Kubikinhalts der fortzuschaffenden 
Steinmassen, um den Adler-Grund bis auf 6-—7 Met. Tiefe zu vertiefen, ergiebt 
ca, 1850 Kub.-Met. Inhalt. -: Der grossen Mehrzahl der die Ostsee befahrenden 
') Sail. Direct. for the Baltic Sea and the Gulf of Finland. By Klint (1854) pag. 24, 144.
	        
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