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sicherheit bestehen bleiben muss, die ein Zehntel eines Grades sehr leicht
übersteigen kann. Eine Angabe auf Zehntel-Grade würde in der vorstehenden
Uebersicht die erreichbare Genauigkeit daher stets eingeschlossen haben, die
Minuten sind nur zum Zweck einer weiteren Prüfung der gegebenen Daten bei-
behalten. Es hätte auch kein Bedenken gehabt, für die meist kurzen Reductions-
perioden einen gemeinsamen Mittelwerth der jährlichen Abnahme einzuführen,
es ist jedoch durchweg die in der betreffenden Quelle aufgeführte Abnahme be-
nutzt worden, für die Lamont’sche Angabe ist 7.‘ beibehalten, für die Ver-
messungsarbeiten der Ost- und Nordsee 7.‘ eingeführt. Für Nord-Afrika ist
6.‘ benutzt worden.
Die für die obige Tabelle benutzten Quellen sind folgende:
1) Die Veröffentlichungen der Observatorien zu Prag, Pest, Petersburg,
Paris, Greenwich und Mittheilungen des Universitäts-Observatoriums zu Christiania.
2) Einzelne Beobachtungen in Norddeutschland, welche in dem 1. Jahr-
gang der „Hydr. Mitth.“ (1873, pag. 5) veröffentlicht sind. ;
3) Die Beobachtungen der Vermessungsfahrzeuge der Kaiserlichen Ma-
rine 1873—75, .
4) Capt. Evans R. N. On the present amount of Westerly Magnetic
Declination and its Annual changes, 1872,
5) Comptes Rendues Tome LXXXTJI., 1875, No. 16, 8. 682, Mittheilungen
von magnetischen Bestimmungen in Frankreich für 1875 von Marie-Davy.
6) Missweisung im Adriatischen Meer 1870 aus dem Jahrbuch der K.K.
Kriegsmarine 1872 („Nachr, f. Seef.“ No. 520, 1872).
7) Magnetische Beobachtungen in Algier von Ch. Grad, 1872, „Zeitschr.
f. Meteorologie“, Wien 1872, No. 17,
8) Lamont über Erdmagnetismus. a, Im südwestlichen Europa; b. in
Norddeutschland, Belgien ete. 1858.
9) Magnetische Beobachtungen in Belgien von Perry 1871 („Hydr.
Mitth.“ 1873).
10) Einige einzelne Angaben aus „IHydr. Mitth.“ 1873, pag. 27 und 282
und aus schriftlichen Mittheilungen,
Die Bestimmung der Deviation auf acht Hauptstriche.
£ine Notiz zu dem Aufsatz über „Archibald Smith’s Methode ete.“ von J. J. Ästrand.
(Annalen der Hydrographie“ ete.. 1875, pag. 474.)
Das letzte Heft des vorigen Jahrganges dieser Annalen enthält einen
Aufsatz über Berechnung der Deviation, welcher, wenngleich für die Praxis von
nur geringem Interesse, aus Anlass eines bestimmten Zweckes die Aufmerksam-
keit auf sich lenkte. Wenn es sich nämlich darum handelt, nicht nur den
Werth der Deviation, sondern auch Richtkraft und Krängungsfehler des Com-
passes zu untersuchen, so kann es von Vortheil sein, das Schiff nur auf acht
Hauptstriche festzuhalten, um auf diesen um so genauere Beobachtungen und
Vergleiche aller Compasse des Schiffes zu erhalten und unter günstigen Ver-
hältnissen, bei sofortiger Anwendung der ermittelten Deviation, Beobachtungen
auf acht äquidistanfen magnetischen Kursen ohne wiederholtes Schwaien vorzu-
nehmen. Eine leicht anzuwendende und dabei genaue Berechnung der Devia-
tion für die zwischenliegenden Kurse würde dabei sehr erwünscht sein, aber
leider bewährt sich die von Herrn Astrand vorgeschlagene nicht als eine
solche. Denn die Entbehrlichkeit von Hülfstafeln kann als Vortheil nicht in’s
Gewicht fallen und die Bildung von 32 Mittelwerthen, von denen jeder durch 8
zu theilen ist, ohne eine einfache tabellarische Form, kann nicht als bequem gelten.
Wenn aber eine genaue Behandlung eintreten soll, werden die Coeffieienten A,
B, C, D, E ohnehin gebildet, und mit Hülfe der Strichtafeln im „Admiralty Manual“