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beiden citirten Büchern ausdrücklich vorne bemerkt ist, dass alle Peilungen
missweisend, wenn man sie nicht besonders als rechtweisend bezeichnet hat,
30 liegt voraussichtlich ein Irrthum neben einer Undeutlichkeit vor.
Winde zwischen Neu-Seeland und den Fiji-Inseln. Mitte und
Ende November wurden über 8 Tage lang auf dem Wege von Auckland nach
den F%i-Inseln und zwar von ersterem Orte bis auf 27!/2° Süd-Br. neben Stillen
ausschliesslich Winde zwischen Nord und NE angetroffen, welche Windrichtung
in den englischen Windkarten für diesen 500 Seem. breiten Raum gar nicht
verzeichnet ist.
Grüne Stellen im Meere. Auf 31° Süd-Br. und 177° Ost-Lg. passirte
5. M. S. „Gazelle“ in Lee von mehreren grünen Stellen im Wasser, die genau
diejenige Färbung hatten, welche durch das Durchscheinen von Korallenriffen
arzeugt wird. Es wurde gewendet und an eine der Stellen herangelaufen,
während gleichzeitig ein Boot nach einer anderen entsendet wurde. Lothungen
von 183 resp. 138 Met. ergaben weder hier noch dort Grund, Das grünliche
Wasser sah innerhalb der Stellen (das Schiff wurde über eine der Stellen nach
der Lothung treiben gelassen) aus, als quelle eine ölige Flüssigkeit von unten
herauf. Die Untersuchung des geschöpften Wassers ergab als Ursache der Er-
scheinung eine grosse Anzahl von kleinen glashellen kugeligen Salpen, welche
zu zweireihigen Ketten von je 7 Individuen zusammengeheftet, sich durch gleich-
zeitige Zusammenziehung und Ausdehnung in beständiger ziemlich rascher Be-
wegung befinden. Ausser dieser Salpe war im Wasser noch eine andere, sehr
grosse, ziemlich zahlreich vertreten, welche indess nicht die Ursache für die
grüne Wasserfärbung abgab, weil diese sich auch in dem benachbarten Wasser,
welches die gewöhnliche dunkelblaue Farbe hatte, und ebenfalls untersucht
wurde, befand. Es wurde demnächst ganz nahe bei den grünen Stellen, deren
im Ganzen gegen 10 gesehen worden waren, 4151 Met. zäher gelbbrauner
Schlamm gelothet.
Die Erscheinung verdient Beachtung, weil sie geeignet ist, eine Erklärung
dafür zu geben, dass so häufig von Kauffahrteischiffen berichtet wird, sie wären
über ein Riff von scheinbar so und so viel Wasser gesegelt oder in der Nähe
passirt, welche Riffe dann vergeblich gesucht werden.
Vielleicht haben gleiche Salpen Veranlassung zu dem Berichte über das,
jenen von der „Gazelle“ gefundenen Stellen nicht ferne Riff auf 30° 25‘ Süd-Br.
und 179° 14’ Ost-Lg. gegeben, nach welchem das englische Kriegsschiff „Esk“
1866 vergeblich gesucht hat.
Einige Bemerkungen über die Fiji-Inseln.!)
Die Insel Viti-Levu ?) ist wie die Mehrzahl der Fiji’s hoch und gebirgig,
wenngleich die Gebirge von der Ostküste ziemlich fern liegen, Ein hoher Berg
mit 4 Spitzen fällt besonders in die Augen.
Die östlich vor Viti-Levw gelegenen Inselchen Mambualau und Nangasau-
jambu sind niedrig. Die hohen Inseln (z. B. Matuku, Totoya, Moala) sieht man
in Folge diesiger Luft, die bei frischem Passat zuweilen herrscht, keineswegs
immer so weit, wie man bei der Höhe erwarten sollte. Es kamen einzelne
dieser Inseln erst auf 15 Seem. Entfernung in Sicht.
In Stelle der noch in den Segelanweisungen angegebenen Marken für die
Einsegelung in den Hafen von Levuka dienen jetzt 2 auf dem Bergabhang über-
einander erbaute weisse Pyramiden, welche man beim KEinsegeln in Linie
halten muss, Von diesen Pyramiden führt des Nachts die obere ein weisses,
die untere ein rothes Licht. Bei gewissem Stande der Sonne sind die Pyra-
miden übrigens erst auf wenige Meilen Entfernung erkennbar. Auf dem Kopfe
des südlichen Riffes steht ausserdem eine eiserne Bake (Stange mit Korb).
Das Nord- Riff hatte keine Bake, sie soll von den Wellen fortgeschlagen
worden sein. 3)
1) Auch hier, wie bei den folgenden Inselgruppen etc. wird nur versucht, Material zur Aus-
füllung der zahlreichen Lücken zu geben, welche die Segelanweisungen enthalten resp. die Angaben
Jerselben und der Karten zu berichtigen. Vgl. auch dieses Heft pag. 455.
2) Annalen d. Hydrogr., 1875, pag. 241 f.; Findlay’s South Pacific Directory (1871) pag.
587—593.
%” Vgl. Ann. d. Hydr. etc., 1875, pag. 272.