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hübsche Bucht, den Gazelle-Hafen. Derselbe ist in seinem inneren Theile durch
dort mündende Salzwassercreeks versandet. Man kann indess im KEingange auf
ainer convenirenden Wassertiefe völlig vor Winden geschützt ankern, wobei zu
bemerken ist, dass das tiefere Wasser sich dicht an der Huck Lindenberg und
an der ihr gerade gegenüberliegenden Küste befindet, während vom Innern der
Bai sich in der Mitte auf eine kurze Distance flacheres Wasser hinauserstreckt,
als zu den Seiten.
Auf der mehrerwähnten Halbinsel finden sich viel abgestorbene Casua-
vinen, welche ein vorzügliches Brennholz liefern, während etwaiger Wasser-
bedarf aus einem Flusse gedeckt werden kann, welcher in NE’AE von dem
arstbeschriebenen Ankerplatze hinter einer mit Korallenriff umgebenen Huck
jes Ostufers der Kaiserin Augusta-Bai mündet. Die Mündung ist zu flach zum
Einlaufen grösserer Boote, so dass das Wasser entweder mittelst Druckwerk
ınd Sechläuchen oder mit Eimern in die Boote geschafft werden muss. Ein
anderer Fluss, welcher nicht fern der vorbeschriebenen Ankerplätze fast am
Eingange in den Gazelle-Hafen mündet, und in welchem man nach Passiren der
flachen Mündungsbarre so bedeutende Wassertiefen findet, dass man ihn mehrere
Meilen aufwärts befahren kann, empfiehlt sich zum Wasserholen nicht, weil sein
Wasser noch weit aufwärts einen brackischen Geschmack hat. Dagegen ist er
— beiläufig bemerkt — für Vogeljagd sehr geeignet. In den Gazelle- Hafen
selbst ergiessen noch zwei Creeks ihr Wasser über den Sandstrand, indess
kommt dasselbe aus Mangrove-Seeen resp. Sümpfen und ist daher unbrauchbar.
Die Küsten der Kaiserin Augusta-Bai scheinen nur mässig bevölkert zu
sein. Dörfer befinden sich im südlichen Theile der Bai, wo das niedrige Land
sich sehr weit in das Meer hineinerstreckt, gar nicht. Der Grund hierfür wird
darin zu suchen sein, dass das Land hier mit Mangrove-Sümpfen und Flüssen
durchzogen und deshalb wahrscheinlich ungesund ist,
Im nordöstlichen Theile der Bai liegen an Flussmündungen indess ver-
schiedene Dörfer. Die Eingeborenen sind von dunkelbrauner, fast schwarzer
matter Farbe und nicht bloss merkbar dunkler als diejenigen von Neu-Hannover,
Neu- Irland und Neu- Britannien, sondern auch mangelhafter gebaut, das Haar
Jichter und wolliger und in der ganzen Erscheinung den Bewohnern von Neu-
Guinea ähnlicher als denjenigen der vorgenannten Inseln, Sie gehen ebenfalls
ganz nackend, haben die Öhrläppchen geschlitzt und die Nasenscheidewand
durchbohrt, tragen in den Löchern aber selten Schmuck.
Als Waffen bedienen sie sich vorzugsweise vergifteter Speere und Pfeile.
Diese wie die grossen Bogen sind ausserordentlich kunstfertig gearbeitet,
Ausser auf die Waffen scheinen sie auf die Kanoes viel Arbeit zu verwenden,
welche im Gegensatz zu denjenigen der vorgenannten Inseln keine Auslieger
naben, dagegen 5 bis 6 mal grösser sind und deshalb nicht aus einem Stücke,
sondern aus zusammengenähten Planken . bestehen, mit sehr hohen Vor- und
Achtersteven. Ein Kanoe fasst 20 bis 30 Personen. Die Bewohner sind äusserst
scheu und zurückhaltend, weil sie fürchten, getödtet zu werden. Dies, wie die
grosse Mühe und Sorgfalt, welche sie auf Anfertigung ihrer Waffen verwenden,
‚ässt annehmen, dass das Kriegführen ihre gewöhnliche Beschäftigung ist. Es
sind von ihnen Yams, Taros, Kokosnüsse, Zuckerrohr, Bananen billig ein-
zutauschen.
Ebbe und Fluth. Hoch- und Niedrigwasser findet hier nur einmal in
24 Stunden statt, und zwar ist die ungefähre Hafenzeit 12* Omi». Die Differenz
zwischen Hoch- und Niedrigwasser betrug zwischen letztem Viertel und Neu-
mond 1.9 Met., wird also bei den Springfluthen etwas mehr sein. Die Fluth
‚Auft ca. 9!/, die Ebbe ca. 15 Stunden. Das Wasser fällt gegen Mitte der
Ebbe einige Stunden sehr langsam, dann wieder rasch, die Ebbekurve deutet
also eine nicht zur vollen Entwickelung kommende Fluthwelle an.*)
Treasury-Insel liegt in der Karte (und zwar auch in der neuesten
englischen Spezialkarte des im Süd der Insel gelegenen Blanche-Hafen) und
nach den Segelhandbüchern mehrere Minuten zu südlich und zu östlich. Die
Mitte der Insel wurde bestimmt zu 7° 20.5‘ Süd-Br. und 155° 26‘ Ost-Lg.?)
!) In Neu-Irland und Neu-Britannien war dasselbe mit der Fluth-Kurve der Fall.
!} Nach Raper liegt die Südspitze von Zreasury-Insel in 7° 28‘ Süd-Br. und 155° 29’ Ost-Lg.