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die Angaben in dem 4. Bande der China Sea Directory, in Commodore Perry’s
Bericht über die amerikanische Expedition nach Japan und in den Schiffsjour-
nalen I. Br. M. 8. „Princess Royal“, geführt vom Commander Mac Lean, und
„Iron Duke“, geführt vom Lieutenant Carpenter, lautet folgendermaassen:
„Im Dezember, Januar und Februar schwankt der mittlere Luftdruck
zwischen 764.5 und 769.5”; die Isobare des niedrigsten Luftdruckes liegt in diesen
Monaten am meisten landeinwärts, während die des höchsten Luftdruckes dem
Verlaufe der Küste folgt. Die vorherrschenden Winde sind in diesen Monaten
nördliche und westliche; hohes Land oder Wasserstrassen lenken sie zuweilen
von ihrer Richtung ab; die abgelenkten und in ihrem Lauf beschränkten Winde
wehen alsdann mit grösserer Stärke. Wenig oder kein Regen fällt in diesen
Monaten. An der Südostküste Japans bei der Bucht von Yedo und zwischen
dieser und dem Ku-Kanal werden zuweilen Stürme aus West und Süd wahr-
genommen. Sie scheinen sich aber nicht weit in das Land hinein zu erstrecken,
da gerade für diese Monate nach den Schiffsjournalen von I. Br. M. 8. „Prin-
cess Royal“ in der Inland-See und zu Yokohama das Wetter als schön, heiter
and still verzeichnet wurde.
Im März, April und Mai ist der Luftdruck gleichmässiger vertheilt, als
zu irgend einer andern Zeit des Jahres, ausgenommen im Monat November;
diese Gleichmässigkeit des Luftdrucks erstreckt sich bis Hakodate. Das Wetter
ist in diesen Monaten sehr schön; die vorherrschenden Winde sind nördliche
and östliche. Während des Aufenthaltes des „Challenger“ an der Südostküste
von Japan vom 11. April bis 16. Juni 1875 coincidirten der Stand‘ des Baro-
meters und die Richtung des Windes in bemerkenswerther Weise. Bei hohem
Barometerstande hatten wir stets schönes Wetter mit leichten Winden, welche
nach einer gewissen Zeit sich als südliche festsetzten. Diese leichten Südwinde
hielten gewöhnlich 12 bis 36 Stunden an, bis das Barometer zu fallen begann;
sobald aber der Wind aus demselben Quadranten auffrischte, nahm der Luft-
Aruck zu, Wolken thürmten sich auf und in wenigen Stunden wehte ein mässiger
Sturm mit Regenwetter; dies blieb so 12 bis 24 Stunden bis das Barometer zu
allen aufhörte. Kurz nachdem es seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, unge-
ihr 749 mm., drehte sich der Wind plötzlich und wurde nordwestlich oder
nördliche: und nahm dabei an Stärke ab. Der Himmel klärte sich auf und die
Wolken verzogen sich so, als wenn ein Vorhang vom Himmel weggenommen
würde. Ungefähr eine Stunde nach dieser Aufklärung des Himmels frischte
3er Wind auf un wehte aus westlicher oder nördlicher Richtung; er ging zuweilen
nach Westen zurück und wehte alsdann mit Stärke 6 bis 7. Von dieser Zeit an
stieg das Barometer langsam und der Wind nahm gleichzeitig an Stärke ab;
sobald der Barometerstand sein Maximum erreichte, drehte sich der Wind wieder
aach Süden zurück. Zu Yokohama prägte sich diese Erscheinung des gleich-
zeitigen Aufklärens des Himmels und des Drehens des Windes nicht so deutlich
aus, als an den anderen Orten, weil die hohen Gebirge des Fusiyama und
Oyama die Windeabhielten und die Wolken ansammelten.
Regen kann in mässiger Menge in diesen Monaten erwartet werden.
In den Monaten Juni, Juli, August und September herrscht über den
südlichen Theil von Japan eine grosse Verschiedenheit des Luftdruckes, beson-
Jers an der Südostküste, wo die Isobaren sehr eng zusammengedrängt sind und
sehr steile Gradienten zeigen. Die Ursache hiervon ist in dem Kurosiwo zu
suchen, welcher im Hochsommer eine Temperatur von 30° C. erreicht, alsdann
beständig Wärme und Wasserdämpfe abgiebt und einen aufsteigenden Luftstrom
veranlasst. Dieser Dampf wird in einer gewissen Höhe condensirt und schlägt
sich an den benachbarten Küsten nieder, für welche auch reichlicher Regenfall
in diesen Monaten verzeichnet ist. Wegen dieser grossen Ungleichheit des
Druckes sind auch Stürme zu dieser Zeit häufig. In der „China Sea Directory“
Vol. IV. (1873) pag. 12 heisst es: „August bringt unbeständiges Wetter mit
kurze Zeit anhaltenden Stürmen aus verschiedenen Himmelsrichtungen, Wind-
stösse, Regen und häufige Windstillen.“ Auf Seite 15 heisst es: „Während der
7rühlings- und Soimnmermonate kommen in der Bucht von Yedo sehr heftige und
‚lötzliche Windstösse aus Nord vor, häufig ohne alles vorherige Anzeichen,
Achiffe, die zwischen Yokohama und Hakodate fahren, berichten dasselbe; sie
1aben dabei öfters Verluste an Spieren und Segeln zu erfahren.“ Auf dersel-