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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

A417 
der kleinsten Quadrate bürgt von selbst dafür, dass die gefundene Formel die- 
jenige ist, welche das vorliegende Material relativ am besten darstellt. 
Nach den Formeln (1) wurde für jedes Chronometer eine Tafel berechnet, 
welchein der in unserm Aufsatze in den Hydr. Mitth. 1874 No. 16 näher beschriebenen 
Weise den Betrag der Glieder at‘ und b@‘-}/c@*-- et @' für die Zeit vom 
16. Juni bis 2. October 1874 gaben, und mit diesen Tafeln wurde täglich der Gang 
oerechnet und durch algebraische Addirung zu dem Stande des vorhergehenden 
Tages eine fortlaufende Standtafel hergestellt. Gelegenheit zur Prüfung bot 
sich 1) in Plymouth am 29. Juni und 3. Juli durch Zeitball, 2) in San Jago 
“Porto Praya) durch Zeitbestimmung und Uebertragung durch Peilung auf Quatl 
Island, am 28. Juli, 3) auf Ascension am 19. August durch Zeitbestimmung und end- 
lich 4) in Capstadt sowohl durch Zeitball als auch am 28, September und 2. 
Oktober durch telegraphische Signale von der Sternwarte, 
Die Ergebnisse dieser Vergleichungen sind: 
1839 380 384 392 1831 385 391 
Juli 3: — 04 — 89 + 26 + 1,8. — 0,9 — 79 — By 
» 28: + 23,6 — 0,9 + 33,8 + 29,6 zZ 24,7 + 2,9 + 19,5 
August 19: + 676 -+198 + 78,5 -- 78,0 + 721 -+141 + 97,5 
September 28: + 155,8 521 -- 187,8 + 162,8 -+ 151,5 -+- 38,1 + 223,2 
Das Resultat ist nicht besonders ermuthigend, es muss indessen dabei 
in Betracht gezogen werden, dass jedes Chronometer seinen Gang zu ändern 
pflegt, wenn cs. an Bord kommt, ein Umstand, der wohl ohne Zweifel der, 
durch die Bewegungen der Schiffe namentlich das Stampfen und die kleinen 
Erschütterungen durch die Schraube bei Dampfern, hervorgebrachten Verschieden- 
heiten in der Vertheilung des Oeles an den einzelnen Theilen des Werkes, zu- 
zuschreiben ist. 
Nach den Formeln (2) zeigen die berechneten Stände gegen die be- 
obachteten die folgenden Unterschiede: 
1839 380 384 392 1831 385 391 
Juli 3: 00 — 82 + 38 + 34 — 23 — 80 — BE 
” 28: + 18:1 — 66 -+ 38304 -+ 288 + 160 + 48 + 10,2 
August 19: + 488 -— 06 -+ 65,4 -+ 751 -+ 484 -+212 - 59,5 
September 28: -+123,2 -+12,5 -—162,2 -+152,8 - 102,6 + 49,9 + 165,0 
Sind diese Abweichungen auch immerhin noch theilweise sehr bedeutend, 
30 sind sie doch am 28, September nicht unerheblich (bis 58%) kleiner als die 
durch Anwendung der Gangformeln (1) erhaltenen. Wir finden darin eine 
weitere Bestätigung für die schon oben ausgesprochene Ansicht, dass das Glied 
at‘ und besonders ei‘ @‘ sich nicht durch vorhergehende Untersuchung im Ob- 
servatorium bestimmen lassen, sondern je nach Bedarf aus den während der 
Reise angestellten Stand- und Gangbestimmungen an solchen Orten, deren Länge 
gut bestimmt ist, abzuleiten sind. 
Vergleichen wir noch das im Vorhergehenden erhaltene Resultat mit dem, 
welches sich aus der Annahme eines constanten Ganges (dem Mittel aus den 
Gängen der letzten 5 Pentaden) ergiebt, so erhalten wir folgende Uebersicht: 
1839 380 384 392 1831 385 391 
Gang — 2— 2,9630 + 0,3250: — U, 12500 — Z,99500. + 1,2450 — 1,9850 — 1,545°- 
Juli 3: —11l7 —55 — 29 — 0,8 — 7,0 —52 —- 9 
» 28: — 20,6 — 4,4 + 9,3 + 8,6 = 0,9 —2,4 — 11,8 
August 19: —22,6 —49 4258 -+291 +21,4 — 61 10,1 
September 28: —57,5 +08 4+62,9 -+347 +381 — Ba + 38,8 
Ist auch hier die Uebereinstimmung zwischen dem berechneten und be- 
obachteten Stande erheblich besser als nach den Formeln (1) und (2), so sind 
doch die Abweichungen noch hinreichend gross, um es sehr erwünscht er- 
scheinen zu lassen, wenn möglich die Längenbestimmungen durch die Chrono- 
meter zuverlässiger zu machen, und wir haben dieses Mittel, indem wir aus den 
Beobachtungen selber die Constanten der Acceleration herleiten; die Compen- 
zations-Constanten nehmen wir daher als durch die Berechnung der Kieler Be- 
abachtungen nach den Formeln (2) richtig bestimmt an. Um hierin möglichst
	        
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