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Da die Küste nordwestlich von Cap Northumberland niedrig ist und die
schwere Dünung des Oceans direct auf dieselbe aufsetzt, sollten die Schiffe
liese Küstenstrecke ganz vermeiden,
Innerhalb 10 bis 12 Seem. von der Küste, zwischen dem Cap Northumber-
land und der Lacepede-Bucht ist zuweilen eine nach Norden setzende Gegen-
strömung beobachtet worden. Dieselbe wird jedenfalls durch einen Strom ver-
anlasst, den Capitain Flinders Mitte April von WSW nach dem Cap setzend
veobachtet hat. Derselbe hatte eine Geschwindigkeit von !/» Knoten.
Capitain Douglas hat bei seiner Vermessung dieses Küstenstriches
keinen Strom erwähnt, aber er hat den Seefahrern angerathen, wegen der
schweren Dünung des Oceans, welche auf die Küste hin setzt, gut weit von
derselben abzubleiben und ganz zu vermeiden,
In dem Berichte der von dem Governor in Chief eingesetzten Com-
mission zur Untersuchung des Verlustes des Dampfers „Admella“ ist gesagt
worden, dass der Verlust dieses Schiffes hauptsächlich der Strömung, welche
das Schiff auf die Küste zwischen dem Cap Welloughby und dem Cap Nort-
humberland am 5. und 6. August 1859 gesetzt hat, zuzuschreiben.
Capitain King von dem zur Peninsular and Oriental Steam Navigation
Company gehörenden Dampfer „Bombay“ hat in einem Briefe an die Commission
mitgetheilt, dass er ungefähr zu derselben Zeit zwischen dem Cap Jafa und
ijem Cap Northumberland eine Strömung angetroffen hat, welche stark auf das
Land zu setzte. Diese Strömung hat er bis 15 Seem. Abstand in östlicher Rich-
kung auf der Fahrt zwischen den beiden Caps beobachtet.
Bei einer anderen Gelegenheit machte der Regierungs-Schooner „Flinders“
‘olgende Beobachtung. Derselbe suchte in dem Südende der Rivoli-Bucht im
August 1872 Schutz gegen einen SSW-Sturm. Bald darauf flaute es ab und der
Wind drehte sich ostwärts; der Schooner ging unter Segel und steuerte WSW
5 bis 6 Seem., als Windstille eintrat. Hierbei wurde ein Strom beobachtet,
lurch welchen der Schooner ENE beinahe 1'/2 Seem. die Stunde trieb. Glück-
ıicherweise frischte der Wind wieder auf, so dass das Schiff sich von dieser
yefährlichen Küste entfernen konnte. Der Führer dieses Schooners hat dem
Präsidenten des „Marine Board“ mitgetheilt, dass er häufig einen auf die Küste
zetzenden Strom beobachtet hätte.
Da ein Schiff bei der Küste zwischen dem Cap Jaffa und dem Cap
Northumberland in Sicherheit ist, sobald es 82 oder mehr Met. Wassertiefe hat,
3o ist den Schiffsführern anzurathen, dass sie während der Nacht, bei un-
sichtigem Wetter oder wenn sie den Stand ihres Schiffes nicht ganz genau
kennen, ihre Position durch das Loth bestimmen sollten.
Beschreibung einiger Theile von Madagascar.
in der „Hydrographic Notice“ No. 8 hat das hydrographische Amt zu
London nachstehende Beschreibung einiger Theile von Madagascar, nach den Be-
‚ichten verschiedener Marine-Officiere, welche sich daselbst aufgehalten haben,
veröffentlicht. Die darin vorkommenden Peilungen sind missweisend.
Nordwest-Küste von Madagascar,
Barren Islands. Untiefe Lynx. Nach einem Berichte des Navigating-
Lieutenant J. T. A, White von I. Br. M. S. „Lynx“, im Jahre 1876, liegen zwei
Sandbänke mit vereinzelten Steinen 2'/4 Seem, in NE von der Insel Woody.
Auf der innern oder östlichen dieser Bänke stiess I. Br. M. S. „Lyna“ auf;
lieselbe hat bei Niedrigwasser 1.s Met. Wasser; die äussere Bank liegt im
Meeresspiegel. Dicht bei diesen Bänken sind 14.6 Met. Wasser und Schlamm-
Grund; den gleichen Grund findet man längs der in der Nähe befindlichen Küste.
Bank Pracel. Untiefe Dart. Nach einem Berichte des Navigating-
Lieutenant R. W. Middleton von I. Br. M. S. „Flying Fish“, im Jahre 1875,
liegt die Untiefe Dart in 16° 40 Süd-Br. und 44° 9,3‘ Öst-Lg. und hat 5.5 Met,
Wassertiefe. Bei Niedrigwasser ist auf der Untiefe Brandung gesehen worden.
Dieselbe erstreckt sich ungefähr !/2 Seem. in der Richtung NW-—SE und besteht
* S. Findiay's Directory for the Indian Ocean 2, ed. (1870) pag. 368 ff., 3. edit.(1876) pag, 387 ff,