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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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und in der Regel kurz, dagegen einen langen Bart, die Ohrläppehen ungeschlitzt 
ınd an Stelle des Ohrenschmucks einen Nasenschmuck tragen, indem Zähne, 
Stacheln, Borsten in die Nasenflügel, senkrecht davon. abstehend, eingebohrt 
3ind, was ihnen ein martialisches Aussehen giebt. Ausserdem schmücken sie 
sich vielfach mit breiten Halskragen von kleinen Muscheln ete. auf Pflanzenstoff 
aufgenäht, Federbüschen und Ringen oder Stirnbändern von europäischen Perlen, 
lie ebenso, wie ihre Tabackspfeifen, aus dem Handel stammen, den sie eine 
kurze Zeit mit dem Agenten eines Hamburger Hauses trieben. 
Leider existirt hier kein Fluss oder Bach mit trinkbarem Wasser, An 
mehreren Stellen rinnt Wasser in die See, es ist jedoch fast kochend heiss und 
mit Salz und Schwefel geschwängert. So findet sich in Simpson-Hafen nördlich 
von Bridges-Huck ein flussartiger Einschnitt, der tief in die niedrige Halbinsel 
hineingeht und zu beiden Seiten von steilen, felsigen Höhenzügen eingefasst ist. 
Sein salziges Wasser hat aber eine Temperatur von 50° bis 60° €. und überall 
entsteigen ihm Schwefeldünste. Man kann ihn leicht mit einem Boote bis an 
sein Ende befahren, 
Die Eingeborenen gewinnen das geringe Wasserghantum, dessen sie 
venöthigt sind, durch Graben eines Loches am Strande, dem sogleich Wasser 
entquillt. Jedoch ist dieses Wasser etwas brackisch. Der poröse Tuffboden 
saugt jedenfalls alle Feuchtigkeit ein, ohne sie wieder abzugebeu. Es ist wahr- 
scheinlich, dass ordentlich gegrabene Brunnen gutes Wasser geben würden. Un- 
zefähr eine Meile nordostwärts von Bridges-Huck wurde in den Vorhügeln der 
Mutter in einem Kraterkessel ein hübscher Teich mit sehr gutem Wasser gefunden, 
indess liegt er zu weit vöm Strande, um Schiffen zum Einnehmen von Wasser 
dienen zu können. 
An Lebensmitteln sind von den Eingeborenen sehr billig folgende Gegen- 
stände einzutauschen: verschiedene Sorten von Taro, Yams, Kokosnüsse, Bana- 
nen, Zuckerrohr, eine Sorte Nüsse oder Mandeln, Eier, Hühner und Schweine. 
Die Hafenzeit im Greethafen, wo nur eine Fluth und eine Ebbe in 24 
Stunden eintritt, ist ca. 2% 302.1) und steigt das Wasser (kurz vor Vollmond) 
O.ss Met. über den niedrigsten Wasserstand. Die Fluth läuft ungefähr 14, die 
Ebbe ungefähr 10!/2 Stunden. 
Winde, Strömung, Klima. Der Passat scheint bei den Inseln Neu- 
Hannover, Neu-Irland und Neu-Britannien entweder von den Inseln aufgefangen 
>der von dem Verlauf der Gebirge resp. Küsten derart beeinflusst zu werden, dass 
ar meistentheils längs der Küste weht. So wurden in den Monaten Juli und 
August an der Nordwest-Küste Neu- Hannovers vorzugsweise nordöstliche Winde, 
an der Südwest-Küste dieser Insel, wie derjenigen Neu-Irlands vorzugsweise 
SE- und SSE-Winde gefunden. Die Winde waren aber fast olme Ausnahme 
lau und fortgesetzt von Stillen unterbrochen. Stärke 3 bis 4 war das Maximum 
des vorherrschenden südöstlichen Windes, die gewöhnliche Stärke war indess 
kaum mehr als 1 bis 2. Nur in den seltenen Böen und im St. George-Kanal nahm der 
Wind bis auf Stärke 5 bis 6 zu, in letzterem, wo er südlich ging, gleichzeitig eine 
hohe See erzeugend. An einigen Tagen kam er vorübergehend aus Richtungen 
zwischen Ost und Nordost und ein oder zwei Male auch aus Nord und NNW. 
Der Strom wurde längs der ganzen Südwest-Küste Neu- Hannovers und 
Neu-Irlands in westnordwestlicher Richtung setzend gefunden mit 0.5 bis 1.2 
Knoten per Stunde. Am schwächsten war er unter Neu-Hannover und in der 
Mitte der Insel Neu-Irland, am stärksten vor der Biron-Strasse im dem Gazelle- 
Kanal am südlichen Theile Neu-Irlands (westlich vom Schluss-Cap) und herüber 
sach Neu-Britannien, sowie im St. George-Kanal. Dagegen wurde dicht unter 
der Ost-Küste des südlichen Theiles von Neu-Irland (bei Cap Hunter und süd- 
lich desselben) kein nördlicher oder nordwestlicher Strom gefunden; derselbe 
scheint seinen Lauf mehr auf der Seite von Neu-Britannien zu nehmen. 
Das Klima ist in den Monaten Juli und August ein erträgliches. Die 
Temperatur schwankte zwischen 23.4° und 31.5° C.; ın der Regel hielt sie sich 
zwischen 25° und 29,3°, Die Extreme des Barometerstandes waren 760.6 und 
1) Es verdient der Erwähnung, dass die Hafenzeiten an den besprochenen Küsten nur sehr 
wenig differiren (2h 30 min. bis 2b 50)min.), ausser im (arteret-Hafen, und dass in diesem die Hafenzeit 
jer niederen Fluth ebenfalls fast dieselbe ist, wie in den anderen Häfen, nämlich ca. 2h 30 min.
	        
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