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Im nautischen Jahrbuche finden sich etwa folgende Sternpaare, welche
für diese Methode anwendbar sind: .
x Cassiopeae und ß Ceti 2. bis 3. Grösse
3 Aurigae und ß Orionis 1. Grösse
x Hydrae und © Ursae majoris ? bis 3. Grösse
? Leonis und y Ursae majoris -. Grösse
+ Bootis - und &@* Librae 2, Grösse
3 Draconis und @ Ophiuchi 2, Grösse
(@& Aquarii und ß Cephei 3. Grösse).
Ferner würden sich der Mond und die Planeten eignen, verbunden mit
ginem hellen Fixstern von gleicher Rectascension.
Kleine hydrographische Notizen.
li. Nachforschung nach einer Untiefe auf der Bank Fly an
der brasilianischen Küste. In Folge der auch von uns gebrachten Meldung
der englischen Bark „Professor Aire“ (v. diesj. „Nachr. f, Seef,.“ No. 121),
wonach dieses Schiff auf einer Untiefe in der Gegend der auf den Karten ver-
zeichneten Bank //y 180 Seem. von der brasilianischen Küste festgekommen
war, sind durch brasilianische Marine-Offiziere mit dem Kanonenboot „Araquaya“
Nachforschungen nach dieser Untiefe angestellt worden.
Wir entnehmen ihrem im „Diario official do Imperio do Brazil“ No. 137
vom 15. Juni d. J. veröffentlichten Bericht folgende Stelle: .
„Wir näherten uns der für die Bank Fiy angegebenen Position und be-
gannen unsere Lothungen; es wurde zuerst sowohl mit dem gewöhnlichen Lothe,
wie auch mit den Lothapparaten von Walker und von Massey, mit 330 und
195 Meter Lothleine und darauf mit dem Apparat von Thomso n, mit 968 Met.
Lothleine (Metallfaden) gelothet. Hierbei wurde nur zweimal der Grund er-
reicht, das einemal bei 147,5 Meter, und das anderemal bei 152 Meter Tiefe;
der Grund bestand aus Schlick und feinem Kies. Diese beiden Lothungen
wurden des Nachts bei Wind und Seegang gemacht, nach denselben konnte
man den Grund nicht mehr erreichen. Die Lothungen wurden vom 4—5. Mai
d. J, ununterbrochen fortgesetzt, und da das Kanonenboot nur mit wenig Kohlen
versehen war, schlossen wir unsere Untersuchung und steuerten nach Bahia,
ohne dass es uns gelungen war den höchsten Punkt der Bank Fly, auf der die
englische Bark „Professor Aire“ aufgestossen haben soll, aufzufinden. In diesem
Hafen erfuhren wir, dass nach einer Mittheilung des Leuchtthurmwärters von
Abrolhos, vor ungefähr 6—7 Monaten eine englische Bark 3—4 Seem. von dem
Leuchtthurm von Santa Barbara festgekommen, aber nach einigen Stunden
wieder losgekommen sei. Ob diese die Bark „Professor Aire“ gewesen ist,
können wir nicht sagen, aber wir zweifeln an der Richtigkeit der Angaben des
Capitain W. Morgan, Führer der Bark „Professor Aire“ in Anbetracht der
durch unsere Nachforschung erhaltenen Resultate.“
2. Boschreibung der Macaripe Cove auf der Insel Trinidad.!)
Nach der „Hydrographic Notice“ No. 14, London 1876, hat der Navigating-
Lieutenant G. H. Stoate von I. Br. M, S. „Druid“, 1875, über die Macaripe
Cove Folgendes berichtet: „Dieselbe liegt nahe am NW-Ende der Insel Trinidad;
grosse Schiffe, welche in derselben ankern wollen, müssen grosse Vorsicht ge-
brauchen, da sich die 25 Met.-Grenze kaum 1 Kblg. ausserhalb der Linie be-
findet, welche die NE- und SW-Spitze der Bucht verbindet.
Beim Einsegeln muss man auf die NE-Spitze der Bucht dieselbe in SEzE
haltend. zusteuern und sogleich ankern, sobald man 27 Met. Tiefe lothet. Ein
Segelschiff muss wenigstens !/s Seem. von der Küste auf 46—55 Met. Wasser
ankern,
In einer Entfernung von 27 Met. nördlich der NE-Spitze liegt eine blinde
Klippe und im SW-Theil der Bucht befinden sich ungefähr 27 Met. von der
Küste entfernt gleichfalls zwei blinde Klippen, auf welchen die See brandet,
wenn etwas Dünung hineinsteht.
‘\ West-India-Pilot, Vol. I, 1872, pag. 79.