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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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etwas Langweiliges — besonders wenn man eine grössere Anzahl Punkte zu 
haben wünscht — und die Formel ist überdies nicht durchsichtig genug, um 
über den Verlauf der Curve etwas erkennen zu lassen. Es ist daher natürlich, 
sich nach anderen Formeln umzuschauen, welche aus directer Betrachtung der 
Höhen-Curve auf der Karte entspringen, und welche, wenn möglich, eine ein- 
fachere und natürlichere Rechnung — wenn ich so sagen darf — erlauben. — 
Zu dem Ende bieten sich am zweckmässigsten zwei Projectionen der Erdober- 
jäche dar, nämlich zuerst die stereographische Polarprojection und zweitens 
lie Projection Mercators, welche beide in der Nautik ihre Anwendung finden. 
5) In der stereographischen Polarprojection der Erdoberfläche, bei wel- 
cher das Auge in einem der beiden Pole angenommen wird, während die Pro- 
jectionsebene berührend ’zur Erdoberfläche im anderen Pole — dem Projections- 
Mittelpunkte — liegt, sind bekanntlich die Meridiane gerade Linien, welche sich 
im Projections-Mittelpunkt schneiden, ferner sind die Breitenparallele concen- 
trische Kreise um den Projections-Mittelpunkt, und endlich werden die Winkel 
auf der Kugelfläche in richtiger Grösse projieirt — conforme Abbildung —, 
wobei noch bemerkt werden mag, dass Kreise auf der Kugel auch wieder als 
solche in der Projection abgebildet werden, wenn auch die Mittelpunkte des 
ursprünglichen und des Projections-Kreises im Allgemeinen keine perspectivische 
Lage zu einander haben. = 
6) Das Gesetz, wonach man in der ste- Fig 
rcographischen Polarprojection den Abstand 
PO: =@ des Projection O1 eines Punktes O 
vom Projectionscentrum P erhält, ist bekannt- 
lich in folgender Formel ausgedrückt 
e=PPiıtang (45° F 4) 
worin das obere Zeichen für Breiten gilt, 
welche mit P gleichnamig sind, während das 
antere für ungleichnamige Breiten genommen PP: 
werden muss. Da die Abstände og dem tang 
(45° +2) proportional sind, so können wir 
der Einfachheit wegen für PPı den Werth 1 
annehmen und haben dann 
e=tang(45° F 7) 
Es gereicht zur Bequemlichkeit in der Aus- 
führung der folgenden Rechnungen, wenn man 
3ich eine T’afel entwirft, aus welcher mit dem Argumente gnicht allein die Projections- 
radien og, sondern auch deren Logarithmen entnommen werden können. In Ermange- 
{ung einer solchen Tafel genügen zunächst Tafeln der wirklichen trigonometrischen 
Fangenten und deren Logarithmen, Pig. 2 
welche in jeder grösseren Sammlung 2 
mathematischer Tafeln enthalten 
sind. Man wird bemerken, dass die 
Projeetionsradien @ in der stereogra- 
phischen Polarprojection dieselbe 
Rolle spielen, wie die Meridional- 
theile in der Projection Mercators. 
7) Figur 2 stelle einen Theil der 
Erdoberfläche in stereographischer 
Polarprojection dar.!) P sei der Pro- 
jectionsmittelpunkt — etwaderNord- 
1) Das beigegebene Netz der stereo- 
zraphischen Polarprojection veranschaulicht 
lie Höhenparallele, welche einer‘ Zenith- 
listanz der Sonne von bez. 20°, 40°, 60°, 
30° und 90° entsprechen, bei einer Abwei- 
weichung der Sonne von 20° 
1equu
	        
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