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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

364. 
Theile getheilte Bucht an, mit 69.7 bis 54.6 Met. Sie ist kenntlich an zwei 
kleinen bewaldeten Felsen, die südlich von der Bucht liegen, und empüfehlt sich 
am wenigsten zum Ankern, weil sie am offensten ist (namentlich nach Süd und 
West bis NW) und weil sie nur Korallenriffstrand besitzt. 
Um von Süd oder SE den Katharinenhafen, welcher 3 Kblg. tief und 
ebenso breit ist und auf ungefähr 3° 11‘ Süd-Br. und 151° 35.6 Ost-Lg. liegt, 
‘fortwährender Regen verhinderte genaue Beobachtung im Hafen selbst) zu 
erreichen, halte man auf die abwechselnd hell und dunkel gefärbten Vorberge zu, 
welche von dem dunkeln, steilen Hauptgebirgszuge ausgehen und für den Theil 
der Küste bei der Huck Wachenhusen und bei dem Katharinenhafen chärakte- 
ristisch sind. Die Vorberge senken sich zu jener bereits beschriebenen bluff- 
artig steil abfallenden Huck, westlich welcher man bald die Felseninselchen 
resp. Vorsprünge sehen wird. Diese mit der Huck an Steuerbord nehmend und 
in Entfernung von 1 bis 2 Seem. passirend, steuere man auf ein paar aus den 
Bäumen des Gebirges hervortretende hellgraue Felsabhänge, ungefähr 50 Met. 
unter dem oberen schroffen Rande des Hauptgebirgszuges zu, welche in nörd- 
licher Richtung über dem Katharinenhafen liegen. An Steuerbord lässt man 
dabei ein grosses Dorf liegen und wird bald die Eingangsriffe, sowie ein aus 
den grünen Bäumen hervortretendes kurzes Stück einer steilen Kalkfelswand 
von ca. 20 Met. Höhe sehen, welche die nordwestliche Begrenzung des Hafens 
bildet. Man ankere mitten in der kleinen Bucht, oder des vorherrschenden SE- 
Windes wegen vielleicht ein wenig näher an der Ostseite in 41.4 bis 47 Met. Tiefe. 
Die Eingeborenen, derselben braunen Rasse angehörend, wie die bisher 
beschriebenen, erscheinen hier friedfertiger als in anderen Theilen der Insel. 
Sie gewinnen ihren Lebensunterhalt durch Ackerbau und Fischfang und besitzen 
auch Schweine und Hunde. Die Thäler und die nicht zu steilen Hügel befinden 
sich in sehr gutem Culturstande und zwar findet man die Felder in einzelne 
durch Zäune von einander abgegränzte Aecker getheilt. Dieses Vorhandensein 
bestimmten Besitzes scheint bei den Leuten einen bessern Begriff von Eigen- 
*humsrecht erzeugt zu haben, als man ihn bei ihren westlichen Nachbaren findet, 
wenigstens sind hier keine Diebstähle bemerkt worden. Es werden hauptsäch- 
lich Taros, Kokosnüsse, Bananen und Zuckerrohr angebaut, welche Gegenstände 
auch billig und in grösseren Quantitäten einzutauschen sind. Schweine abzu- 
lassen, waren die Eingebornen nicht zu bewegen. 
Das Gebirge besteht hier in seinen höheren Parthien aus Granit von sehr 
verschiedenen Varietäten, zum Theil mit eingesprengtem Schwefelkies, mit 
welchem auch Schiefer vorkommt. Die tieferen Parthien sind Kalkstein. 
Hinter der nächstfolgenden Huck von Seelhorst, zu welcher das hohe, von 
hier ab wieder dichter an das Meer tretende Hauptgebirge ziemlich steil abfällt, 
jedoch von etwas niedrigem, die Küste bildenden Vorlande umgeben, ist der 
Gebirgszug oft über 600, grossentheils aber 400 bis 500 Met. hoch. Obgleich 
auch hier die Küste noch mehrere kleinere Buchten bildet, konnte bis zu dem 
in grösserer Ferne als baumbestandene Zunge aus dem Meere auftauchenden Cap 
Strauch nichts entdeckt werden, was auf einen brauchbaren Ankerplatz deutete. 
Oestlich des letztgenannten Caps folgt einigen vorspringenden Hucken 
eine grössere Bai, auf der nordwestlichen Seite noch von den Ausläufern des 
hohen Gebirgszuges, östlich aber von dem nicdrigen Hügellande (dritter orographi- 
scher Abschnitt Neu-Irlands) begrenzt. In den östlichen Theil der Bai springt 
aus dem niedrigen Hügellande eine nicht hohe Huck hinein, welche vielleicht 
identisch ist mit dem in der englischen Karte („St. George Channel“) eingezeich- 
neten Cape Givry. Die Küste ist östlich dieses Caps nicht weiter verfolgt und 
vermessen worden, weil dieselbe nach den betreffenden englischen Karten (vom 
St. Georges-Kanal otc.) von hier ab bereits genauer festgelegt zu sein scheint. 
Die Karten wurden wenigstens in der Gegend des Port Carteret und Gowers 
Harbour resp. Port Praslin ziemlich richtig gefunden (nicht so die gegenüber- 
liegende Küste Neu-Britaniens auf denselben Karten). 
Die erwähnte grössere Bai bietet namentlich in ihrem nordwestlichen 
Theile wieder einen sehr anziehenden Anblick, indem der Gebirgszug sich mehr 
verästelnd und KEinzelberge bildend, bald in ein Hügelland von 80 bis 250 Met, 
Höhe übergeht und die Küste mehrfach kleine Buchten bildet, wo zuweilen an
	        
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