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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Der Nordost - Passat war für uns äusserst ungünstig, da er einerseits 
ungewöhnlich schwach blieb und anderseits bereits auf 23° Nord-Br. ausschied. 
Wir befanden uns am 11. November Mittags auf 22° 52‘ Nord-Br. und 35° 27“ 
West-Lg.; der Wind, welcher bereits am vorigen Tage von Osten nach Süden 
gedreht war, nahm eine westliche Richtung an, wurde ganz flau, drehte am 
12, November nach Norden und hörte darauf ganz auf. Nach den Segeldiree- 
tionen soll der Passat in dieser Jahreszeit sich bis auf 26° Nord - Br. ausdeh- 
nen, so dass wir denselben ungewöhnlich früh verloren haben. 
Beobachtungen zwischen 30° und 35° West-Leg. 
Oberflächen- Temperaturen 
nach 
Koldewey| S. M, S. „Arcona“ 
mittlere | mittlere. höchste 
Breiten, 
Strömungen . 
nach 
Koldewey 15. M. S. „Arcona“ 
mittlere \ beobachtete 
; Richtung | Stärke | Richtung | Stärke 
09-—80° Süd 2597 Cels. 26°5 Cels.127°,3 Cels 
806° , 25% „ 26% „ 126% 
6°—_4° „ 25°%6 „ 126° > 27% % 
402° „ 125%6 „ [26° „ 27% , 
900° _ '95°%5 . 6°3 . 2606 
WSW1/3W 2 Seem, 
W3/AN 93 
W1AS 22 7 
‘WSW1/2W 1155 
NNO!1/4O 109 
West 95 
so vr 
WzN 119 Seem, 
NW 2% , 
{INWzW [215 
NW 190 
Beobachtungen zwischen 25° und 30° West-Lg. 
8 8 
Oberflächen-Temperaturen 
nach 
Koldewey|] S. M. S. „Arcona“ 
mittlere | mittlere | höchste 
)— 29°Nord 59.4 Cels.!969.4 Cels,/26°.,9 Cels.]| vacat 16.2 Seem.| 
0.49 „ 6°%9 „ 27°%1 „ 27°9 ” 60 
0 69 „ 27°2 „ 98%0 „ 2994 # al5 
9 89° „ M°2 „ 27°%9 „ 8°4 » 1131 
S—10° „ 792 „2 7°3 „ 8% % 103 
Strömungen 
nach 
Koldewey | S. M. S. „Arcona“ 
mittlere „1 beobachtete 
Richtung | Stärke | Richtung | Stärke 
29 Seem, 
180 
1 
19in48Std. 
25 Seem. 
Geographische Ortsbestimmungen in West-Indien und 
Central- Amerika. 
Schon zu wiederholten Malen haben wir in diesen Annalen und früher 
in den Hydrographischen Mittheilungen die Wichtigkeit genauer Bestimmungen 
der geographischen Positionen von Inseln und Küstenpunkten für die prak- 
tische Nautik und für die Kartographie betont, aber auch die Lücken her- 
vorgehoben, welche sich gegenwärtig noch in den Aufnahmen der Küstenstriche 
der Erde und bei vielen Inseln zu erkennen geben. Namentlich in nautischer 
Beziehung sind diese Lücken sehr fühlbar bei den Inseln und Küsten West- 
Indiens, Central- und Süd-Amerikas. Allerdings hat die Vervollkommnung 
der Beobachtungs- und Berechnungsmethoden besonders hinsichtlich der Län- 
yenbestimmungen , die Festlegung verschiedener secundärer Meridiane her- 
beigeführt, aber auch gezeigt, dass sich auch an solchen Punkten der Erde 
beträchtliche Differenzen herausstellten, welche man längst gewohnt war, als 
früher sicher bestimmte secundäre Meridiane anzunehmen, wie wir in diesen 
Blättern z, B. bei Callao, Valparaiso, Honolulu, Yokohama, Zanzibar ete. er- 
wähnt haben.
	        
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