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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Die Expedition S. M. S. „Gazelle“. 
XI.) 
l. Hydrographische Beiträge für den westlichen Theil des süd- 
lichen Stillen Oceanes. ; 
Von Capt. z. See Freiherr von Schleinitz. 
(Erster Theil.?) 
Nördliche Grenze des SE-Passates im Grossen Ocean zwischen 132° 
und 150° Ost-Lg. und Strömungen daselbst im Juni. 
Die Reise um die Nordküste der Insel Nexu-Gwuinea (Dampier-Strasse) 
nach Osten und Südost im Winter der südlichen Halbkugel, wo der SE-Passat 
stetig und kräftig zu wehen pflegt, ist für ein Segelschiff nur möglich, wenn es 
die veränderlichen. Winde zwischen dem SE- und NE-Passat und den äquatorialen 
(tegenstrom benutzt, um ostwärts zu kommen. 
Nach den Segelanweisungen von Rosser und Imray lässt sich in dieser 
Beziehung der Capitain eines Wallfischfahrers dahin vernehmen, dass er durch 
len starken Passatstrom von Admiralty Island resp. von 149° Ost-Lg, west- 
wärts vertrieben, ein anderes Mal, um von Asia Island die Insel Matthias zu 
arreichen, mit dem SE nach dem Aequator gesegelt und hier in den westlichen 
Winden die erforderliche Ost-Lg. wiedergewonnen habe und zwar in den Mo- 
naten Juni, September und October. 
Die gleiche Erfahrung ist Ende Juni bis Mitte Juli von S. M. S. „Gazelle“ 
gemacht worden, indess sind die günstigen Winde (Süd-, West- und Nord-Winde) 
innerhalb des Stillengürtels so flau und so viel von vollkommenen Stillen unter- 
brochen, dass man kaum auf mehr Fahrt als ca. 40 bis 50 Seem. in 24 Stunden 
rechnen kann. Das Schiff kommt hauptsächlich in Regenböen vorwärts, wäh- 
rend deren der Wind ebenso oft südlich und nördlich, wie westlich ist, und 
jleren begünstigende Wirkung nur ein bis zwei Stunden dauern, worauf wieder 
nehrstündige Stillen oder hin- und herschwankende, ganz flaue Brisen folgen. 
Ab und zu treten aber auch hier SE- und NE-, sogar Ost-Winde auf. Der äqua- 
toriale Gegenstrom hilft nicht viel mit, weil seine Geschwindigkeit unbedeutend 
‚ca. '/2a Knoten), seine Richtung in der Regel mehr südlich und nördlich, als 
östlich ist; indess ist es schon ein Vortheil, keinen West-Strom zu haben. 
l) I. Hydr. Mitth. 1874 No. 17; IT. ibid. No. 22; III. ibid. No. 25 u. 1875 No. 4; IV. Annal. 
1. Hydrogr. 1875 No. 7 u. 8 (April); V. ibid, No. 19 u. 20 (October); VI, ibid. No. 21 u. 22 (No- 
vember); VII. ibid. 1876 Heft I. (Januar); VIII, ibid, Heft II. (Februar); IX. ibid. Heft IV, (April): 
X. ibid. Heft VI. (Juni), 
?) In dem I. Hefte dieser Annalen pag. l ff. ist eine vorläufige Schilderung der Reise S. M. S. 
„Gazelle“ von. Amboina über Ceram, durch die Galewo-Strasse in den Stillen Ocean, um den Norden 
Neu-Guinea’s herum, über die Anachoreten-Inseln, Neu-Hannover, Neu-Irland, Neu-Britannien über die 
zu den Salomo-Inseln gehörige Bougainville-Insel bis nach Brisbane in Ost-Australien nach einem 
Berichte des Commandanten der „Gazelle“, Capt. z. See Freiherr von Schleinitz mitgetheilt worden, 
[n dieser Abhandlung, deren ersten Theil wir in diesem Hefte bringen, hat Capt. z. See Freiherr 
von Schleinitz die Ergebnisse seiner speciellen Erforschungen über die natürliche Beschaffenheit 
der erwähnten Inseln, der gelegentlich gemachten Aufnahmen derselben, sowie einige nicht unwichtige 
Beiträge zur Erweiterung unserer Kemntniss der hydrographischen Verhältnisse der west-australischen 
Inselwelt und dor Meerestheile zwischen Neu-Guinea, Öst- Australien, Neu-Seeland und den Archipelen 
ler Fii-, Freundschafts- (Tonga-), und Schiffer - (Samoa) - Inseln niedergelegt. Die hiezu gehörenden 
Kartenskizzen und Vertonungen werden der Fortsetzung dieser Abhandlung in dem nächsten Hefte der 
‚Annalen etc.“ beigegeben werden. 
Alle in dieser Abhandlung enthaltenen Compass-Angaben sind missweisend zu verstehen, soweit 
nicht rechtweisend (rw.) dabeigesetzt ist. Nur bei der allgemeinen Bezeichnung von Wind und Strom, 
welche stets rechtweisend zu verstehen sind, ist die Bezeichnung rw. fortegelassen worden. A.d.BR.
	        
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