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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Nähe der Küste, der dichten Bewaldung und der davon abhängenden vor- 
waltenden Feuchtigkeit der Atmosphäre zuzuschreiben, wodurch grosse Extreme 
vermieden oder doch schnell ausgeglichen werden. Der wärmste Monat ist der 
Januar; die Temperatur nimmt dann regelmässig ab bis zum Juli, von welchem 
Monate an ein eben so rogelmässiges Steigen erfolgt. Diese Regelmässigkeit 
gilt jedoch nicht nur für die Mitteltemperaturen, sondern auch für die Maxima 
and Minima und deren Durchschnittszahlen, Die höchste Temperatur in den 
25 Jahren war 36.2° im Januar 1862, doch gewöhnlich ist das Maximum schon 
mit 30°—31° erreicht. Die niedrigste Temperatur trat in den Morgenstunden 
eines Augusttages 1853 mit — 3.s° ein, doch sinkt die Temperatur überhaupt 
selten unter 0°, 
Als höchste Temperaturen hatten wir in den 25 Jahren 
36° einmal im Januar 1862 
35° „ 1852 
32—33° dreimal, 
31—832° zehnmal, 
30—31° viermal, 
29—30° viermal, 
26—27° zweimal. 
Die höchste Temperatur Die niedrigste Temperatur unter 0° 
trat ein trat ein 
im Januar 13 mal, im Mai 3 mal, 
„ Februar 7 , „ Juni 6 
‚ März 1» „ Juli 5 
November 3 „ August 11 , 
» Dezember8 „ „ September4 „ 
und niemals von April bis Oktober. und niemals von Oktober bis April. 
Nach den Jahreszeiten geordnet hatten: 
4 
über dem unter dem 
Mittel. Mittel, 
4 12 ; 9 
6 8 11 
4 8 13 
6 10 9 
Sommer 
Herbst 
Winter 
Frühline 
Von den Jahren hatten 7 die Mitteltemperatur, 8 höhere Temperatur, 10 niedrigere, 
Vergleicht man die Temperatur des Jahres 1875 mit dem Mittel der 
vorhergehenden Jahre, so findet man, dass die Mitteltemperatur des letzten 
Jahres fast genau der Normaltemperatur des Ortes entspricht. Die Mitteltem- 
peratur des Sommers übersteigt das Mittel, die Mitteltemperatur des Herbstes 
blieb ein wenig unter demselben, während der Winter um fast 1° zu kalt war, 
was durch mehrere klare Tage und weniger Regen (29% gegen 43°%%) ‘herbei- 
geführt wurde, Dagegen zeichneten sich die Frühlingsmonate durch schönes 
warmes Wetter (der November hatte die höchste Temperatur des Jahres) und 
durch wenig Regen 10% % gegen 16’ % aus. Die Temperatur des Früh- 
lings 1875 überstieg die Mitteltemperatur um 1.0° C und seine Regenmenge 
olieb hinter der Mittelzahl um mehr als die Hälfte zurück, Der Zustand der 
Atmosphäre im Jahre 1875 kam den Durchschnittszahlen der früheren Jahre 
{ast gleich, dagegen blieb die Zahl der Regentage und der Regenmenge unter 
lem Mittel. Der Hagelfall beschränkte sich 1875 auf 7 mal Graupeln, wie denn 
überhaupt niemals eisige grosse Hagelkörner fallen und Hagelschäden hier 
unbekannt sind. . . 
Die Gewitter sind in der Regel in Valdivia sehr schwach, entladen 
sich oftmals durch nur einen Schlag und kommen gewöhnlich im Herbst und. 
Winter vom Mai bis August vor. Dieselben waren in diesem Jahre (1875) be- 
sonders milde. 
Erdbeben kamen in den 24 früheren Jahren nur 51, meist schwache 
vor, in diesem Jahre nur 2 kaum merkliche. Dieselben haben noch keinen 
Schaden an Gebäuden ete. angerichtet und werden nicht selten nur von Weni- 
zen wahrgenommen; nur 6 in der ganzen Zeit waren mit Geräusch verbunden
	        
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