30
Gefahr ausgesetzt; dersclbe ist aber so klein, dass nur zwei Schiffe zu gleicher
Zeit schwaien können.
Der Landungsplatz befindet sich südlich des östlichen Sandstrandes, der-
selbe ist immer zugänglich, aber der Brandung wegen nicht sehr bequem. Aus
demselben Grunde ist ein Laden und Löschen von Gegenständen stets sehr
misslich.
In der nächsten Umgebung des Hafens sind keine Ausrüstungsgegenstände,
auch kein Proviant und Wasser zu haben. Proviant könnte man vielleicht von
dem 1 Meile östlich des Hafens liegenden Orte Totoral erhalten. Zwischen
diesem Orte und der Bucht befindet sich ein Teich, aus welchem gutes Trink-
wasser zu entnehmen ist. Zuweilen erhält man solches auch aus der 100 Met.
vom Strande, südwärts gelegenen Schlucht. Holz ist reichlich vorhanden und
die Jagd auf Rebhühner und Tauben ist ergiebig.
Die ungefähre geographische Lage dieses Hafens ist 31° 27‘ 20“ Süd-Br.
und 71° 37‘ 30“ West-Lg. Die Hafenzeit daselbst ist 9%, die Fluthhöhe beträgt
L.3 und 2 Met. Die Variation betrug im Jahre 1875 15° 53‘ Ost.
Zapallar liegt 3 Seem. südlich von dem Hafen Papudo (s. unten) und sein
Landungsplatz befindet sich in 32° 33‘ 1“ Süd-Br. und 71° 28‘ 22“ West-Lg. Das
tiefe Wasser erstreckt sich in der Bucht 1 Kilom. weit von Ost nach West; die
Breite desselcen beträgt 600 Met. Der Ankerplatz wird gegen Winde aus dem
dritten Quadranten und gegen die See durch die kleine, 42 Met. hohe, frucht-
bare Insel Litio, auch Morro del Potrerillo genannt, geschützt. Die Insel hängt
mit dem Festlande durch einen schmalen Sandstreifen zusammen, welcher bei
stürmischem Wetter von der See überfluthet wird. Die westlichste Spitze dieser
[Insel heisst Punta de Zapallar.
Die Ufer des Hafens sind felsig und von hoher Brandung umgeben, nur
an der Ostseite ist ein Sandstrand, an welchem aber der Brandung wegen nicht
yelandet werden kann. Am NO-Ende des Hafens ist ein Wasserplatz, welcher
zutes aber wenig Wasser enthält, Der Landungsplatz befindet sich in der Mitte
des südlichen Ufers, in einer Seitenbucht, in deren Hintergrunde die Häuser des
Ortes zu sehen sind, Die Landung wird auf einer kleinen felsigen Landspitze
bewerkstelligt, wo sich auch eine kleine. Holzmole befindet, an welcher die
Leichterfahrzeuge löschen und laden.
Man kann hierselbst Schweine, Schafe und Geflügel erhalten, dagegen ist
Rindfleisch und Gemüse nicht zu haben,
Von Süden kommende Schiffe erkennen diesen Hafen leicht an dem
310 Met. hohen, 800 Met. im NO vom Ankerplatz liegenden Berge Boldon
und an der kleinen Insel Litio.
Der Ankerplatz ist in der Mitte der Bucht; daselbst sind 25 bis 29 Met.
Wasser, Sandgrund.
Die Variation betrug im Jahre 1875 16° 18‘ Ost,
Papudo*) liegt bei der Insel Lobos. Das Fahrwasser zwischen diesen
[nseln und der Küste ist durch eine Gruppe Klippen in zwei Arme getheilt.
Im westlichen Arme findet man 20 Met. Wasser, unebenen felsigen Grund, und
im östlichen Arme 7.3 bis 11 Met. Wasser, Steingrund. Beide Fahrwasser sind
aber bei stürmischem Wetter nicht zu passiren.
Oberflächen - Temperaturen und Strömungen in den Aequatorial-
Gegenden des Atlantischen Oceans, beobachtet an Bord S. M. S,
„Arcona‘““ im October und November 1875.
Von Capitain zur See Freiherrn Y. Reibnitz.
Auf Grund zweier in den „Annalen der Hydrographie“, 1875, von C, Kol-
dewey veröffentlichten Aufsätze, von denen einer (pag. 133 ff.) „Ueber die Strö-
mungen in den Aeauatorial-Gegenden des Atlantischen Oceans“ und der andere
*) 3. „South America Pilot“, Part. II, London 1875, pag. 256 und „South Pacific Di-
fectory von Findlay, 1871, pnag. 130.