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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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nervorgerufene — "Theil vernachlässigt und entweder als nicht vorhanden 
getrachtet oder zum Theil uncompensirt gelassen. Je geringer dieser Theil 
daher ist, desto erfolgreicher wird die Compensation sein. Daraus ergiebt 
sich sogleich die Nothwendigkeit, für einen zu compensirenden Compass den 
Dlatz sorgfältig auszuwählen. Es hat keine Schwierigkeit, einen Compass, 
welcher nahe vor einem eisernen Schornstein, Hintersteven oder dergl. aufgestellt 
ist, und in Folge dessen eine Deviation (ein negatives B) von 5--6 Strich 
zeigt durch einen passend angebrachten Magneten vollständig brauchbar zu 
nachen. Der Schornstein wird aber, wie die oben erwähnte Eisenstange, seinen 
Magnetismus (proportional tang. Incl.) bei einer Reise nach dem Süden stark 
ändern, und auf der südlichen Halbkugel wird der Magnetstab nicht mehr 
compensirend, sondern vergrössernd auf die Deviation wirken und den Compass 
zänzlich unbrauchbar machen. Die einzelnen Eisentheile in einem Schiff sind 
zelten, jedenfalls immer nur zum Theil, als Magnete zu betrachten. Der durch 
den Magnetstab ausgeglichene selbständige Magnetismus kommt vielmehr in der 
Hauptsache dem Schiffskörper — dieser als ein Ganzes betrachtet — zu. Die 
Nähe grösserer Eisentheile wird daher den mit der Inclination veränderlichen 
Theil der Deviation in den Vordergrund rücken. Daher ist der zu compensirende 
Compass den localen Einflüssen möglichst zu entziehen und so hoch anzubringen, 
als es sich mit andern Rücksichten vereinbaren lässt; hiervon rührt daher auch 
lie Schwierigkeit der Compensation bei den, solchen localen Einflüssen nicht 
zu entrückenden Steuercompassen her. 
Eine Abhülfe bietet sich allerdings durch Anwendung von vertikalen 
Eisenstangen, welche in der Nähe der Compasse entsprechend angebracht 
werden könnten. Der Umstand aber, dass das Gelingen einer solchen Com- 
oensation sich nicht anders als durch Versuche feststellen lässt und dass die 
Ausführung derselben mit technischen Schwierigkeiten verbunden ist, haben die 
ıllgemeine Anwendung dieser Methode hisher nicht aufkommen lassen. 
Klima und Witterungsverhältnisse von Valdivia in Chili. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Von dem Kaiserlich Deutschen Consulate in .Valdıivia ist der nachstehende 
Auszug aus den Witterungsbeobachtungen, welche von Herrn ©. Anwandter‘!) 
während einer Reise von 25 Jahren ununterbrochen in Valdivia angestellt wurden, 
der Kaiserlichen Admiralität durch das Auswärtige Amt eingesandt worden. 
Die Beobachtungen wurden 3 mal täglich gemacht und bildet der Aus- 
zug nebst dem angefügten Resume einen um so werthvolleren Beitrag zur 
Kenntniss der klimatischen Verhältnisse des südlichen Theiles der Westküste 
von Südamerika, als Valdivia in 39° 49‘ Süd-Br., ausser Puerto Montt (41° 30‘ 
Süd und 72° 52‘ West), von welchem Orte ebenfalls mehrjährige Beobachtungen 
vorliegen, der südlichste Punkt dieser Küste ist, von dem bis jetzt eine so aus- 
gedehnte Reihe von meteorologischen Beobachtungen vorhanden sind.?) 
Der Bericht des Herrn C. Anwandter lautet im Wesentlichen wie folgt: 
„Zur Bestimmung der Temperatur wurden zwei sehr gute Thermometer benutzt, 
die bei öfterer Vergleichung unter einander nur 0.2° Differenz zeigten. Der 
Nullpunkt des einen hatte einen Fehler von + 0.1° und der des anderen einen 
Fehler von — 0.1°; doch sind diese Correctionen sofort an alle Ablesungen 
angebracht. Gleichzeitig wurden die Thermometer auch benutzt, um die Feuch- 
ligkeitder Luft zubestimmen, was regelmässig bei jeder der täglichen Beobachtungen 
zeschah. Bis zum-.Jahre 1869 wurden diese täglichen Beobachtungen in Zwischen- 
räumen von 8 Stunden, und zwar 6 Uhr a. m. 2 und 10 Uhr p. m. angestellt. Vom 
1) Ein Auszug aus den Beobachtungen des Herrn Anwandter in den Jahren 1853 — 1864 
wurde bereits in der Zeitschrift für Meteorologie V. Band pag. 399 veröffentlicht. Ebenso kann hier 
bezüglich der meteorologischen Verhältnisse an der Westküste von Südamerika auf einen Aufsatz in 
den Hydrographischen Mittheilungen 1874 pag 118, meteorologische Beobachtungen in Valparaiso 
enthaltend, verwiesen werden. 
?) Die südlichsten Beobachtungen überhaupt an den Küsten Südamerikas sind die von Punta 
Arenas an der Magellanstrasse, von welchem Platze in der Zeitschrift für Meteorologie Band V. pag. 369 
6 jährige Mittel der Temperaturen, Regenverhältnisse und Winde veröffentlicht sind.
	        
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