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Der Ankerplatz von Upernivik ist den westlichen Winden ausgesetzt;
wenn ein Schiff beabsichtigt, daselbst zu verweilen, so sollte es östlich der
Insel ankern.
Die Duck- oder Enten - Inseln. Dieselben waren als drei Inseln in
einer Linie in ENE in Sicht; die westlichste derselben liegt in 73° 56‘ Nord-Br.
und 57° 47‘ West-Lg.
Die Carey-Inseln. Zwei Felsen wurden bemerkt, der eine bei der
NW-Insel, der andere bei der Westinsel.
Anwendung des Compasses in der arktischen Navigation.
Unter diesem Titel findet sich in dem amerikanischen „Report of the
Secretary of the Navy for 1875“ ein Aufsatz des Vorstandes der Compass-
Abtheilung, Professor B, F. Greene zu Washington, welchen wir hier, als von
allgemeinem Interesse, in deutscher Uebersetzung wiedergeben:
„Die vorherrschende Ueberzeugung unter den Polarfahrern scheint zu
sein, dass der Compass in jenen Gewässern nutzlos ist und dass man ihn —
was die Verlässlichkeit der Angabe der zu segelnden Kurse betrifft — eben
30 gut in seinem Kasten lassen kann.
Diese nicht immer unbegründete Vorstellung findet eine charakteristische
MNlustration in einer Mittheilung des Capt. W. H. Kelley von der amerika-
nischen Walfischbark „James Allen“, zuerst veröffentlicht in der Hawait’schen
Zeitung vom 9. Dezember 1874.
Vom Consul der Vereinigten Staaten zu Honolulu wurde dieser Brief
dem auswärtigen Amt übermittelt, von diesem gelangte er an das Marinedepar-
tement und schliesslich an mich. ;
Ich lasse zunächst den Brief des Capitain Kelley folgen.
„„An den Herausgeber der Hawait’schen Zeitung:
Eine der Schwierigkeiten für den Seefahrer im Arktischen Ocean ist der
eigenthümliche Einfluss, welchen nördliche und südliche Winde auf den Compass
auszuüben scheinen. Jahre lang haben Capitaine diese HKigenthümlichkeit
bemerkt und doch ist man, soviel ich weiss, zu keiner Lösung dieser Frage
gelangt. Seefahrer haben bemerkt, dass sie mit Nord oder Nordost-Wind auf
3 Striche wenden können, dagegen mit dem Wind von Süd oder Südwest
auf 14 bis 16 Striche. .Jeder Seemann weiss, dass es für ein Raaschiff eine
absolute Unmöglichkeit ist, 4 Striche beim Winde zu liegen, dass für solche
Fahrzeuge vielmehr etwa 6 Striche die Regel ist. Dieses eigenthümliche
Verhalten des Compasses macht die arktische Schifffahrt schwierig und zuweilen
yefährlich, besonders in dickem, nebligem Wetter.
Seefahrer in diesen Gegenden haben sich hinlänglich davon überzeugt,
dass wenn man an der Amerikanischen Küste nördlich oder östlich von Cap
Barrow einen Kurs längs dem Lande nach dem Compass steuern wollte und
bei Nord oder Nordost-Wind die in der Karte angegebene Variation von 44°
15‘ Ost in Rechnung zöge, man das Schiff auf die Küste setzen würde, gleich-
viel ob man Ost oder West steuerte.
Man nehme z. B. den Wind nordöstlich an, so wird das Schiff über
Steuerbord-Bug ENE nach dem Compass anliegen, die Variation 44° 15‘ Ost
in Anwendung gebracht, ESE ‚rechtweisend. Man lege das Schiff darauf
äber Backbord-Bug und es wird nach Compass anliegen NWzN oder NNW; —
andrerseits: mit dem Winde Süd oder SW wird das Schiff über Steuerbord-Bug
NNW und über Backbord-Bug SSE bis Süd anliegen und zuweilen Nord über
einen Bug und Süd über den andern.
Frage: Hat der Wind oder die Temperatur der Luft irgend welchen
Einfluss auf die magnetische Anziehung oder Variation?
Die Erfahrung hat die Seefahrer dahin geführt, die Variation auf der
Karte zu ignoriren und den Kurs nach dem Compass allein abzusetzen, um
sinen Kurs das Land entlang in dickem Wetter sicher zu machen. Das sonder-
bare Verhalten des Compasses ist von Einigen der Local-Attraction zuge-
schrieben, aber wenn die Local-Attraction diesen Einfluss auf den Compass hat,
yarum bringt sie nicht bei jedem Winde dieselbe Wirkung hervor?