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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Aus den Reiseberichten I. Br. M. Schiffe „Alert“, „Discovery“, 
„Valorous‘“ und „Pandora“, 
Bemerkungen über einige Häfen und Inseln an der Westküste 
von Grönland.’) 
In der vom Hydrographischen Amte zu London herausgegebenen „Hydro- 
graphic Notice‘ No, 10, London 1876, sind die nachstehenden Berichte der 
Nordpolar-Expedition von Captain G. S. Nares von I. Br. M. S. „Alert“, 
Captain L. F. Jones von I. Br. M. S. „‚Valorous‘‘, sowie ein Bericht des 
Dänischen Residenten zu Holsteinborg, Mr. F. Lassen und einige hydrogra- 
ohische Notizen von dem Navigating Sub-Lieutn. George Pirie, welcher den 
Sommander Allen Young auf dem Dampfer „Pandora‘‘ 1875 begleitete, ver- 
öffentlicht; die hier vorkommenden Peilungen sind rechtweisend. 
Die englische Nordpolar-Expedition vom Jahre 1875, bestehend aus I. Br. M. 
Schiffen „Alert“ und „Discovery‘‘ unter dem Commando des Capitain G. S. Nares, 
les früheren Commandanten von I. Br. M. S. „Challenger“, verliess am 29, Mai 1875 
jen Hafen von Portsmouth, lief die Bantry-Bucht an und verliess diese und da- 
mit Gross -Britannien am 2, Juni 1875. I. Br. M. S. ‚, Valorous‘, Capitain 
L. F. Jones, begleitete die beiden Expeditions-Schiffe. Bis Grönland segelten 
die Schiffe, jedes für sich, aber bei Zievely auf der Insel Disko kamen dieselben 
zusammen. Die Schiffe hatten, nachdem sie Irland verlassen, eine Reihe nord- 
westlicher Stürme, und nachdem sie Cap Farewell passirt hatten, noch einen 
nördlichen Sturm zu bestehen; die Stürme waren stets von hoher See begleitet. 
Nachdem die Schiffe Cap Farewell passirt hatten, kam jedes derselben in 
loses Packeis, welches sich 50—60 Seem. SW von dem Cap Desolation befand; 
im Westen des Packeises war freies Wasser zu sehen. Das Packeis bestand 
aus den Trümmern sehr dicken Eises und war jedenfalls, von der Ostküste 
Grönlands kommend, um das Cap Farewell herumgetrieben; nach Norden zu er- 
streckte sich das Eis bis 62° 30‘ Nord-Br. Von hier ab bis Disko erblickte 
man kein Eis innerhalb 60 Seem. an der Küste; auch konnte ein auffallender 
Mangel an Eisbergen constatirt werden. 
Der Winter 1874 zu 1875 wurde in der Nachbarschaft von Disko als 
yelinde geschildert, das Frühjahr war dagegen sehr zurückgeblieben; deshalb 
zlaubte Captain Nares annehmen zu dürfen, dass das weiter nach Norden 
gelegene Eis im Jahre 1875 frühzeitig aufgebrochen war. 
Die Schiffe „Alert“ und „Discovery‘‘ gingen, nachdem die ‚, Valorous“ ihren 
Kohlenvorrath ergänzt hatte, und nachdem sie eine Anzahl Hunde zum Schlitten- 
ziehen an Bord genommen hatten, in Begleitung der „Valorous“ nach der Nieder- 
1assung Riıtenbenk auf der gleichnamigen Insel in der Washing Bucht, um noch 
mehr Hunde an Bord zu nehmen. Die Insel liegt dem Südende der Waigat- 
Strasse gegenüber. 
Als die Schiffe am 17. Juli um 6* a. m. die Niederlassung zu Ritenbenk 
verliessen, hatten sie leichte südliche Winde und Windstillen in der Waigat- 
Strasse. Die „ Valorous“ konnte man bei den Ritenbenk Kulbrads Kohlen-Abhängen 
zu Anker liegen sehen, aber ein dichter Nebel verhinderte jeden Verkehr mit 
dem Schiffe. Zu Proven, woselbst die Schiffe Abends am 19. Juli ankamen, 
wurde der bekannte Hans, ein geborner Grönländer, als Treiber der Eskimo- 
Aunde und als Dolmetscher eingeschifft; derselbe war auch schon bei der letzten 
Nordamerikanischen Nordpol-Expedition unter Hall in einer ähnlichen Stellung 
verwendet worden. 
Zu Upernivik, woselbst die Schiffe am 22. Juli anlangten, konnten sie 
lurch die grosse Freundlichkeit des Mr, Krarup Smith, Inspector von Nord- 
Grönland, die Zahl der Hunde bis auf 60 vermehren. Von diesen 60 Hunden 
waren zwei Drittel ausgewachsene kräftige Thiere, 
Der verflossene Winter war in der Umgebung von Upernivik ebenfalls 
wie auf Disko sehr gelinde gewesen, und das Frühjahr sehr zurückgeblieben. 
Nach allen Anzeichen konnte man die Zeit für günstig zu der Nordpolar-Expe- 
3) Vergl. Remarks on Davis Strait, Baffin Bay, Smith Sound ete. published by the Admiralty, 
London 1875, a. m. O.; Annal, d. Hydrographie etc, 1876, pag. 102.
	        
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