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Ansegelung vonNapha-kiangaufOkinawa-Sima (Liu-kiu-Inseln).!)
„Zur Einfahrt nach Napha-kiang benutzte S. M. Kbt. „Cyclop“, als von Norden
zommend, den Nordkanal, durch welchen der Felsen False capstan Head mit
Jjem einsamen Hause darauf als ein gute nicht zu verkennende Marke nach der
in der Karte angegebenen Peilung dient. Da es Niedrigwasser war, lagen die
Bänke an beiden Seiten bloss. Die auf dem Nordende derselben in der Karte
angegebenen Pfähle waren vorhanden, Nicht vorhanden sind dagegen die
Tonnen auf dem Riffe Blossom und dem Riffe WNW von Abbey Point, von
welchem die Segelanweisungen sprechen (s. Findlay a. a. O. pag. 144). Die
Bake am nördlichen Ufer des kleinen Flüsschens könnte man nach der in der
Karte von ihr angegebenen Zeichnung für ein Thürmchen halten, das ist sie
jedoch nicht, sondern sie besteht nur aus einem einfachen ungefähr 3 Met. hohen
weissen Pfahl. Zu bemerken ist, dass sich die flachen Stellen nach den dies-
seitigen Beobachtungen nicht durch helleres Wasser markiren. ;
Auf der Karte Tit. XI. No. 123, welche im Jahre 1855 von der ameri-
kanischen Expedition aufgenommen wurde, ist zwischen den Inseln Mina und
Ee oder Sugarloaf, eine kleine Insel Namens Gibson angegeben. Dieselbe ist
diesseits nicht bemerkt worden, obwohl die Stelle, an welcher sie liegen soll,
ungefähr in der Entfernung von einer Meile passirt und sowohl von Deck wie
von Topp aus scharf ausgeguckt wurde. Wohl ist es möglich, dass die Insel
bestanden hat, mit der Zeit aber unterwaschen und so verschwunden ist, denn
as stand daselbst starke Brandung. Dieselbe schien sich von Mina aus bis zu
der Stelle, wo die Insel liegen soll, auszudehnen und von dort sich noch. nörd-
licher zu ziehen, so dass demnach die Passage zwischen den Inseln Mina und
Ee nicht eine ganz sichere zu sein scheint.“
Die Bewohner von Liu-kiu. „Die Inseln sind neben der Fischerei
hauptsächlich auf den Ackerbau angewiesen, Hanf, welcher von sehr guter
Qualität sein soll, bildet den Haupt-Export-Artikel, daneben wird Reis und
Weizen ausgeführt; auch mit Bauholz, welches wahrscheinlich aus nahe im
Inneren gelegenen Forsten kommt, scheint Handel getrieben zu werden, wenig-
stens sah man am Hafen einige Lager von Fichtenstämmen und einem anderen
härteren Holze. Die meisten Hölzer waren von nicht unbedeutenden Dimen-
zionen und schienen alle gesund zu sein. Auf den Feldern bemerkte man Reis,
Weizen, Gerste, Hirse und Tabak. Rüben, welche unseren sogenannten Was-
serrüben im Geschmacke gleichen, werden ebenfalls viel gebaut, dieselben sind
aussergewöhnlich gross, dabei aber nicht holzig. Auch Seide wird gewonnen,
jedoch nur in geringem Maasse und von untergeordneter Qualität.
Rindvieh, dem europäischen gleichend, Ziegen Schweine, Pferde, letztere
3ehr klein und zierlich von Gestalt, jedoch voller Feuer, sind in grosser An-
zahl vorhanden. Metalle sollen gar nicht vorkommen und ebenso weiss man
nichts von Steinkohlen, von welchen der Maler Heine in seiner Schilderung
ler Perry’schen Expedition im Jahre 1854 spricht, ohne dabei anzugeben, welche
Resultate die danach angestellten Nachforschungen gehabt haben. Alle aus
Metall angefertigten Gegenstände, die schweren Seiden- und Atlas-Stoffe für die
Staategewänder der Vornehmen, feine Lacksachen und die übrigen wenigen
Luxusgegenstände, deren die einfache Lebensweise der Einwohner bedarf,
werden aus Japan eingeführt, während die aus Leinen und Hanf. gefertigten
Kleiderstoffe einheimisches Fabrikat sind. Der Verkehr mit Japan wird meistens
durch Dschunken unterhalten, doch soll jetzt regelmässig alle zwei Monate ein
Dampfer zwischen Kagosima und Napha-kiang laufen. Im letzteren Hafen lag
auch ein nach europäischer Manier mit Japanern besetzter Schooner.“
„Die Einsegelung in den Hafen von Tai-pin-san?) (s. Skizze) ist
nur von NE oder von NW bis West hin möglich. Letztere ist dio sicherste.
S. M. Kbt. „Cyclop“ lief von NE ein und ging später westlich hinaus. Die
4) S. The China Sea Directory Vol. IV. (1873) pag. 143, Horsburgh, The India Directory
Vol. II. (1864) pag. 473. Die Okinawa-Sima heisst grosse Liu-kiu- (Lu-chu) Insel, Vgl. auch Karte
der Liu-kiu- (Lu-chu) Insel und Plan von Napha (Nafa) nach amerikanischen Anfnahmen i. J. 1855
(Tit. XI No. 128).
2) S. Hydr. Mitth, 1878, pag. 818. "The China Sea Directory. Vol III. 1874, pag. 265.
Vol. IV. 1873, page. 139; Horsburgh "The India Directory. Vol. X. 1864, pag. 472.