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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Ansegelung vonNapha-kiangaufOkinawa-Sima (Liu-kiu-Inseln).!) 
„Zur Einfahrt nach Napha-kiang benutzte S. M. Kbt. „Cyclop“, als von Norden 
zommend, den Nordkanal, durch welchen der Felsen False capstan Head mit 
Jjem einsamen Hause darauf als ein gute nicht zu verkennende Marke nach der 
in der Karte angegebenen Peilung dient. Da es Niedrigwasser war, lagen die 
Bänke an beiden Seiten bloss. Die auf dem Nordende derselben in der Karte 
angegebenen Pfähle waren vorhanden, Nicht vorhanden sind dagegen die 
Tonnen auf dem Riffe Blossom und dem Riffe WNW von Abbey Point, von 
welchem die Segelanweisungen sprechen (s. Findlay a. a. O. pag. 144). Die 
Bake am nördlichen Ufer des kleinen Flüsschens könnte man nach der in der 
Karte von ihr angegebenen Zeichnung für ein Thürmchen halten, das ist sie 
jedoch nicht, sondern sie besteht nur aus einem einfachen ungefähr 3 Met. hohen 
weissen Pfahl. Zu bemerken ist, dass sich die flachen Stellen nach den dies- 
seitigen Beobachtungen nicht durch helleres Wasser markiren. ; 
Auf der Karte Tit. XI. No. 123, welche im Jahre 1855 von der ameri- 
kanischen Expedition aufgenommen wurde, ist zwischen den Inseln Mina und 
Ee oder Sugarloaf, eine kleine Insel Namens Gibson angegeben. Dieselbe ist 
diesseits nicht bemerkt worden, obwohl die Stelle, an welcher sie liegen soll, 
ungefähr in der Entfernung von einer Meile passirt und sowohl von Deck wie 
von Topp aus scharf ausgeguckt wurde. Wohl ist es möglich, dass die Insel 
bestanden hat, mit der Zeit aber unterwaschen und so verschwunden ist, denn 
as stand daselbst starke Brandung. Dieselbe schien sich von Mina aus bis zu 
der Stelle, wo die Insel liegen soll, auszudehnen und von dort sich noch. nörd- 
licher zu ziehen, so dass demnach die Passage zwischen den Inseln Mina und 
Ee nicht eine ganz sichere zu sein scheint.“ 
Die Bewohner von Liu-kiu. „Die Inseln sind neben der Fischerei 
hauptsächlich auf den Ackerbau angewiesen, Hanf, welcher von sehr guter 
Qualität sein soll, bildet den Haupt-Export-Artikel, daneben wird Reis und 
Weizen ausgeführt; auch mit Bauholz, welches wahrscheinlich aus nahe im 
Inneren gelegenen Forsten kommt, scheint Handel getrieben zu werden, wenig- 
stens sah man am Hafen einige Lager von Fichtenstämmen und einem anderen 
härteren Holze. Die meisten Hölzer waren von nicht unbedeutenden Dimen- 
zionen und schienen alle gesund zu sein. Auf den Feldern bemerkte man Reis, 
Weizen, Gerste, Hirse und Tabak. Rüben, welche unseren sogenannten Was- 
serrüben im Geschmacke gleichen, werden ebenfalls viel gebaut, dieselben sind 
aussergewöhnlich gross, dabei aber nicht holzig. Auch Seide wird gewonnen, 
jedoch nur in geringem Maasse und von untergeordneter Qualität. 
Rindvieh, dem europäischen gleichend, Ziegen Schweine, Pferde, letztere 
3ehr klein und zierlich von Gestalt, jedoch voller Feuer, sind in grosser An- 
zahl vorhanden. Metalle sollen gar nicht vorkommen und ebenso weiss man 
nichts von Steinkohlen, von welchen der Maler Heine in seiner Schilderung 
ler Perry’schen Expedition im Jahre 1854 spricht, ohne dabei anzugeben, welche 
Resultate die danach angestellten Nachforschungen gehabt haben. Alle aus 
Metall angefertigten Gegenstände, die schweren Seiden- und Atlas-Stoffe für die 
Staategewänder der Vornehmen, feine Lacksachen und die übrigen wenigen 
Luxusgegenstände, deren die einfache Lebensweise der Einwohner bedarf, 
werden aus Japan eingeführt, während die aus Leinen und Hanf. gefertigten 
Kleiderstoffe einheimisches Fabrikat sind. Der Verkehr mit Japan wird meistens 
durch Dschunken unterhalten, doch soll jetzt regelmässig alle zwei Monate ein 
Dampfer zwischen Kagosima und Napha-kiang laufen. Im letzteren Hafen lag 
auch ein nach europäischer Manier mit Japanern besetzter Schooner.“ 
„Die Einsegelung in den Hafen von Tai-pin-san?) (s. Skizze) ist 
nur von NE oder von NW bis West hin möglich. Letztere ist dio sicherste. 
S. M. Kbt. „Cyclop“ lief von NE ein und ging später westlich hinaus. Die 
4) S. The China Sea Directory Vol. IV. (1873) pag. 143, Horsburgh, The India Directory 
Vol. II. (1864) pag. 473. Die Okinawa-Sima heisst grosse Liu-kiu- (Lu-chu) Insel, Vgl. auch Karte 
der Liu-kiu- (Lu-chu) Insel und Plan von Napha (Nafa) nach amerikanischen Anfnahmen i. J. 1855 
(Tit. XI No. 128). 
2) S. Hydr. Mitth, 1878, pag. 818. "The China Sea Directory. Vol III. 1874, pag. 265. 
Vol. IV. 1873, page. 139; Horsburgh "The India Directory. Vol. X. 1864, pag. 472.
	        
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