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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Cyclop‘,” Capt.-Lieut. v. Reiche. 
i. Bemerkungen über die Strömungen in der japanischen 
Inlandsee.® 
S. M. Kbt. „Cyclop“ hatte am 10. Februar 1876 Shanghai, wo „Cyclop“ am 
3. Februar eingetroffen war (s. diese Annalen 1876 pag. 151), mit dem für Tati- 
pin-san bestimmten Denkmal (s.pag.310) an Bord, verlassen und war am 14. Februar 
zu Nagasakı angelangt; von hier ging Capt.-Lieut. v. Reiche mit S. M. Kbt. 
„Cyclop“ am 16. Februar wieder in See, wobei er seine Route durch die Inland- 
see (Seto Uchi) über Hiogo (Kobe) nahm. Ueber die während des Aufenthaltes 
in der Inlandsee (Febr. 17-19) gemachten Erfahrungen in Betreff der in ihr vor- 
kommenden Strömungen berichtet Capt.-Lieut. v. Reiche: 
„Wie aus den Karten und Segelanweisungen hervorgeht, setzt in der 
Inlandsee die Fluth nach Osten und die Ebbe nach Westen, doch wird an 
engeren Stellen die Richtung häufig eine andere; in der Nähe derselben laufen 
oft sehr starke Gegenströmungen (Kddy’s), welche bei weitem nicht alle in den 
Segelanweisungen erwähnt, und auch wohl oft von den jeweilig herrschenden 
Winden abhängig sind, weshalb es sich auch empfiehlt, bei der Navigirung in 
der Inlandsee stets die betreffenden Peilungen gut im Auge zu behalten, um 
sine etwaige, nicht erwartete Stromversetzung rechtzeitig zu bemerken, und 
wenn dies wegen zu grosser Dunkelheit eben nicht möglich sein sollte, lieber 
zu ankern. So hat z. B. „Cyclop“, nachdem er. die Nagato no seto, einen der 
Kanäle der Kurusima-Strasse, bei starker, dort nördlich setzenden Ebbe, passirt 
hatte, eine südliche Stromversetzung von ca. 5 Seem. die Stunde erfahren. Diese 
lässt sich leicht dadurch erklären, dass die durch die Bingo Nada westlich 
setzende Ebbe sich gegen die davor liegende Küste von Sikok stösst und dann 
einen Arm nördlich durch die Kurusima-Strasse entsendet, während das dort 
nicht Platz findende Wasser als Gegenströmung unter der Küste von Sikok 
südlich zurückläuft.“ 
2. Reise von Yokohama über die Liu-Kiu-Inseln, Tai-pin-san 
und Formosa nach Amoy und Hongkong. . 
(Mit Skizzen von Zarz-pin-san und Port Cockburn.) 
Am 25. Februar langte S. M. Kbt. „Cyclop“ in Yokohama an und blieb 
daselbst bis zum 5. März. An diesem Tage trat das Schiff seine Reise nach 
der Insel Tai-pin-san, einer zu der Oberhoheit des Vicekönigs der Liw-Kiu- 
Inseln gehörigen kleinen Insel der Meiaco-Sima-Gruppe zwischen Formosa und 
dem Südende von Kiust, an. 
Im Juli 1873 war an dem Felsen vor der Küste dieser Insel das deutsche 
Schiff „P. J. Robertson“, geführt von Capitain Hernsheim aus Hamburg, 
gestrandet, die Besatzung wurde mit Hülfe der Uferbewohner gerettet, in 
Sicherheit gebracht und 34 Tage lang gastlich aufgenommen, bis sich am 
17, August 1873 auf eine von dem Vicekönig der Liu-Kiu-Inseln geschenkten 
Dschunke die Heimreise bewirken liess, In Anerkennung dieses rühmlichen 
Benehmens der Bewohner der Insel Tai-pin-san hatte Sr. Majestät der Deutsche 
Kaiser und König von Preussen die Anfertigung eines steinernen Denkmals 
oefohlen und den Commandanten S. M. Kbt. „Cyclop“, Capt.-Lieut. v. Reiche, 
mit der Aufstellung desselben beauftragt. Dieses zu Shanghai fertiggestellte 
1) Vgl. Annal. der Hydrogr. 1875 pag: 365, 392, 419; 1876 pag. 95, 149. 
2) Vgl. The China Sea Directory Vol, IV, (1873) pag. 217; Annal. d, Hydrogr. etc. 1875 
»ag. 95, 226, 482.
	        
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