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Eine eingehende Untersuchung: wurde den von 1874 Mai 26 bis 1875
Mai 6 an Bord S, M. Kbt. „Albatross“ beobachteten Gängen der Chronometer
Eppner No. 144, 146 und Tiede No. 397 gewidmet. Dieselben haben sowohl
vor wie nach der Reise hier sehr regelmässige Gänge gehabt; — eine Er-
mittelung der Temperatur-Coefficienten hat aber vor der Reise nur beiläufig,
und nach der Reise nur bei Eppner No. 144 bisher ausgeführt werden können.
Die an Bord gefundenen Differenzen zwischen den beobachteten und berechneten
Ständen, welche zum Theil grösser sind, als nach der Güte der benutzten
Ohronometer erwartet werden musste, liegen nun zum Theil darin, dass die
Gänge in der ersten Zeit unrichtig abgeleitet sind, zum Theil scheinen sie ihren
Grund in Unsicherheiten der Längenbestimmungen auf See zu haben. Unter
alleiniger Berücksichtigung der Zeitball-Beobachtungen finden sich die Gänge
weit regelmässiger. Die mittleren Temperaturen, Stände und Gänge waren
Folgende:
Eppner No, 144. Eppner No. 146. Tiede No. 367, |
| Tempe- | Gang | Gang I | Gang |
ratur | Stand Pi [Richtig | Stand | Ange- (Fichtig | Stand | Ange- |Richtig|
C° geben ı geben | geben
Datum
1874 Mai 26
„Juni 283
» Juli 20
‚ Aug. 19
„ Octb. 14
” ” 28
„ Nov. 22
„ Dezb, 8
nn» 20
1875 Jan. 2°
„ Febr. |
„ März ?
„ Mai
ft
-15.4
164
— 15,9
—( 36
0.5
16.0
Ag”
+03
—0.3
—0.7
106
—0.8
—0.6
—05
+05
9.1
+ 19 | +13
+1 48.0 —0.2
+1 110 —1.4
A060 Qfk —] a
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— 59.0 —1.22 —0.9
— 7 40.0 —0.8 +0
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. Die mit einem * bezeichneten Stände sind durch Stundenwinkel-Beobachtungen ermittelt.
Kleine hydrographische Notizen,
1. Hafen von Port Said‘). Nach einem Bericht des Corvetten-Capitain
Valois, Commandant S. M. Kbt. „Nautilus“, langte derselbe am 19. Mai d. J.
Morgens 2'/2 Uhr vor Port Said an und dampfte, da trotz der gemachten Signale
ein Lootse heraus kam (s. „Annalen der Hydr.“ ete. 1875 pag. 14 und 419),
ım 4!/2 Uhr ohne solchen in den Hafen; der Lootse kam erst nach dem Passiren
ler Westmole an Bord. Die rothen und grünen Feuer, welche an den Masten
ler Boote sich 3 bis 4 Met. hoch befinden und das Fahrwasser kennzeichnen,
3ind nur schlecht zu erkennen und obgleich dieselben feste Feuer führen,
30 erscheinen sie bei Seegang häufig wie unregelmässige Blinkfener, da die
Laternen durch die Schwankungen der Boote häufig von den Masten
verdeckt werden. Im Bassin wurde S. M, Kbt. „Nautilus“ mit dem Bug nach
Westen zu verankert und dann mit Trossen, — Kette entsprechend bis auf
ıngefähr 80 Met. gesteckt, — mit dem Heck ziemlich dicht an die Ost-Böschung
les Kanals geholt. Beim Ankern darf man keine Boje am Anker befestigen,
la der letztere selbst mitten im Fahrwasser liegt und grosse Schiffe erst über die
\nker der an der Ostseite liegende Schiffe hinweg dampfen müssen. Die
Westseite des Bassins bleibt frei von Schiffen.
Beim Verlassen des Hafens nach See zu, empfiehlt es sich, keinen Lootsen
an Bord zu nehmen, obgleich: dies Bestimmung ist und man für alle Fälle das
Lootsengeld bezahlen muss.
1) Vergl. Annal. d. Hydr. etc, 1875 pag. 419, wo auch die anderen literarischen Nachweise über
Port Said gegeben sind.