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In Folge dessen muss man sich dem Cap Palmas mit sehr grosser -Vorsicht
nähern, es mögen auch noch mehr Untiefen daselbst vorhanden sein als
bisher gefunden sind; dabei ist die Lage der bis jetzt bekannten Untiefen auch
nicht einmal ganz genau angegeben.
3. Kwara oder Niger Fluss!); Mündung Nun, Nach einem Berichte
des Residenten in Opobo, Mr. Maceachen, vom Jahre 1875, hat sich in
der Nun - Mündung noch ein Leefahrwasser gebildet, welches dieselbe Wasserjiefe
hat, als das bereits früher vorhandene Fahrwasser, nämlich 5 Met. bei
Hochwasser. Ausser der Leebrandung daselbst sind aber keine gute Leitmarken
für dieses Fahrwasser anzugeben. Die Brandung genügt zwar zur Auffindung
jer Fahrstrasse, aber bei sehr ruhiger See ist es nöthig, ein Boot auf der Grenze
der Bank zu verankern und dieses als Marke zu benutzen. Der Kurs ist SSE—
NNW. Lootsen giebt es hier nicht. Das Wrack eines im Jahre 1873 gezunkenen
eisernen Schiffes liegt auf 9.; Met. Wasser SSE ungefähr 4 Seem. von
der Spitze Palm, der Ostspitze der Nun - Mündung, entfernt. Der eine noch
stehende Mast des Wracks ist bei Hochwasser nur spärlich zu sehen und wird
jas Wrack dadurch, besonders für einen Fremden, sehr gefährlich, umsomehr,
da der Mast für die Tonne bei dem Flusse Brass angesehen werden kann.
4. Der Opobo Fluss.?) Nach demselben Berichte des Residenten
zu Opobo hat dieser Fluss auf der Barre bei Niedrigwasser Springzeit eine
Tiefe von 3.7 Met. und bei Hochwasser Springzeit 5.5 Met. Auf der Westspitze
der Flussmündung befindet sich eine kegelförmige Bake, auf der Barre liegt
in 4 Met. Wasser, 1.9 Seem. S'/4W von der vorstehenden Bake entfernt, eine
rofhe Bakentonne.
Schiffe, welche die Absicht haben, in diesen Fluss einzulaufen, dürfen
nicht früher in flacheres Wasser als 9 Met, gehen, als bis die rothe Tonne in
Deckpeilung mit der östlichen Einfahrtsspitze in NEzN ist; von hier müssen sie
auf die Tonne zusteuern und sobald sie sich querab derselben befinden, auf die
Bake der Westspitze zu halten, bis sie frei von der östlichen Sandzunge sind,
welche bei Niedrigwasser trocken fällt.
Schiffe können auch in gerader Linie von See aus einsegeln, sie müssen
alsdann die rothe Tonne in Deckpeilung mit Sandy Point, bei welchem die Hulks
verankert sind, in NzE!/2E halten, darauf zusteuern und sobald die Tonne passirt
ist, ein wenig westlicher halten, um die östliche Sandzunge zu vermeiden.
Die rothe Tonne ist von See aus in beträchtlicher Entfernung zu sehen.
Segelschiffe mit mehr als 3.66 Met. Tiefgang dürfen nicht aus den Fluss heraus
kreuzen. Die Variation für das Jahr 1876 ist 171° West.
Gezeiten. Im Opobo Fluss ist die Hafenzeit ungefähr 4* 40m; die Fluthhöhe
beträgt zur Springzeit 1.ss Met. und bei Nippzeit ungefähr 0,9 Met. Die
Fluth setzt recht längs dem Fahrwasser über die Barre.
5. Brass- und Bonny-Fluss.®) Nach einem Berichte des Navigating-QAub-Lieutenant
A. S. Mills von I. Br. M. S. „Contest“ im Jahre 1876, kommt
beim Brass Flusse ein Lootse an Bord des Schiffes, welches einen Kanonenschuss
abfeuert und die Lootsenflagge aufheisst, sobald die Barre mit Sicherheit
passirt werden kann. Im Bonny Flusse ist die Bake auf der Huk Rough
sowohl, wie auch die schwarze spitze Tonne bei der Sandbank an derselben
Huk entfernt worden.
Chronometer-Untersuchungen, angestellt auf der Königlichen Sternwarte
zu Kiel.
Herr Dr. C. F. W. Peters in Kiel hat über die von ihm in der Zeit
vom 21. Juli 1875 bis zum 30. Juni 1876 auf der Königlichen Sternwarte zu Kiel
angestellten Chronometer-Untersuchungen (s. Annal, d. Hydrogr. etc. 1875 pag. 343)
einige Berichte an das Hydrographische Bureau der Kaiserlichen Admiralität
aingesendet, denen wir Folgendes entnehmen:
Gegen Ende November v. J. wurde der Eintritt der kälteren Jahreszeit
I) S. a. a. O. pag. 260. ;
7 S. a. a. O. pag. 230.
;»5S, a a O0. Dar. 276—278,