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aber der Küste China’s bei Breaker Point nähert, wird der Wind östlicher,
schwächer und die See ruhiger. Zwischen den Bashees läuft jetzt der Strom
aach Westen mit 1—1'/ Seem. ‘ Geschwindigkeit, dann zwischen Formosa und
lem festen Lande SW, von Breaker Point nach Hongkong aber WSW. Man
hüte sich vor der Pratasshoal, die, wenn man nicht ganz sicher über den Ort
des Schiffes ist, besser in Lee passirt wird.
Hat man von Singapore ausgehend, die Route durch die China-See ge-
wählt, so wird man die meisten Schwierigkeiten auf dem ersten Theil dieser
Route finden, bis man nördlich und östlich von den Natunas-Inseln angelangt ist.
Von hier aus hat man die Wahl, entweder längs der Küste von Borneo und
durch die Palawan-Passage, oder westlich von den Untiefen hinaufzukreuzen,
bis man, je nach den Witterungsverhältnissen und der Jahreszeit, im Stando ist,
von North Danger direct oder von Cap Bolina aus Hongkong zu erreichen.
Man verlasse die Singaporestrasse nicht, wenn draussen ungestümes Wetter
zu herrschen scheint; sondern warte ruhiges Wetter ab, damit man nicht durch
den, bei stürmischem NE-Winde oft sehr starken südsüdöstlichen Strom zu weit
nach Lee getrieben wird. Mit gutem Wetter wird man, wenn der Wind in See
NE angetroffen wird, in der Regel St. Barbe-Insel,erreichen können, dann kreuze
nan von da an der Westküste Borneos auf, und gehe durch die Api-Passage,
wenn der Strom es zulässt. Man findet dort nämlich zeitweise einen starken
SW-Strom, der mehrere Wachen anhält. Ist die Api-Passage aus irgend einem
Grunde nicht praktikabel, so gehe man zwischen den beiden Natuna-Gruppen
durch, wo der Strom gewöhnlich regelmässiger ist. .
Trifft man beim Verlassen der Singapore-Strasse günstige Gelegenheit,
um nach NE aufzugehen, so thue man dieses sogleich und suche Low-Insel zu
erreichen, geho dann zwischen den Natuna-Gruppen durch, und entscheide sich nun
antweder für die Palawan-Passage, oder die Route durch die China-See, west-
lich von den Untiefen hinauf. Nur in den Monaten November, Dezember und
Januar dürfte die erstere den Vorzug vor der zweiten verdienen, von Februar
ab bietet die China-See-Route entschieden grössere Vortheile.
Hat man die Palawan-Passage gewählt, so kreuze man an der Borneo-
Küste auf, und gehe zwischen Luconia shoal und Barram Point durch, um so
den Eingang zur Passage zu gewinnen, wobei die hohen Berge von Borneo
gute Landmarken bieten. Je näher-man sich an der Küste von Borneo halten
kann, desto mehr Chance hat man günstige NE-Strömungen und ruhige See an-
zutreffen. Will man die Borneo-Küste nicht halten, so arbeite man nördlich
von der Friendship-Bank auf, und passire zwischen Royal Charlotte- und Louisa-
Bank, wobei man jedenfalls die eine oder die andere in Sicht laufen muss, um
zenaues Besteck zu erhalten. Wegen genauer Directionen für die Palawan-Pas-
sage selbst muss auf das von der englischen Admiralität 1868 herausgegebene
Werk über die China-See verwiesen werden.
Nachdem Palawan erreicht ist, kreuze man unter Land nach Cap Bolina
auf, von wo man in der Regel über einen Bug Hongkong erreicht, (Vergleiche
die Route Saigon-Hongkong.) Ä
Von den Natuna-Inseln kreuze man, wenn die westliche Route gewählt
‚st, nach Norden auf um Rifleman-Bank zu gewinnen, dann nach West-London-
Reef und in einer angemessenen Entfernung von den Untiefen, die aber 50—60
3eem. nicht übersteigen darf, weil man sonst in den SW-Strom des Cap Padaran
gerathen würde, nach North Danger. Auf dieser Strecke wird man entweder
gar keinen oder einen östlichen Strom finden, so dass das Aufkreuzen nicht
allzuschwierig ist. Im Uebrigen verfahre man wie auf der Reise von Saigon
nach Hongkong im NE-Monsun.
Von Hongkong nach Singapore im SW-Monsun.
Man befolge die für die Reise von Hongkong nach Saigon im SW-Mon-
zun bereits gegebenen Vorschriften bis man die Rilleman- oder Vanguard-Bank
arreicht hat, dann stehe man weiter nach Süden, um entweder zwischen den
veiden Natuna-Gruppen oder durch die Api-Passage zu passiren, und suche nun,
womöglich nördlich von den Tambellan-Inseln nach Westen zu kommen und die
Singapore-Strasse zu erreichen.