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Windrichtung gar nicht, während das Barometer beständig fällt und die Wind-
stärke zunimmt, so muss man annehmen, dass das Centrum gerade auf den Be-
>bachter anrückt, und zwar in einer Richtung, die nahezu rechtwinkelig zur
Richtung des Windes ist. Nachdem dann der Orkan seine grösste Stärke er-
reicht hat, wird Windstille eintreten, worauf der Wind plötzlich von der ent-
gegengesetzten Richtung mit der früheren Stärke wehen. wird, wobei das Baro-
meter zu steigen anfängt. Das Centrum ist dann über den Beobachter fortge-
zangen und das Wetter wird bald besser werden. Verändert dagegen der
Wind nach Verlauf einiger Stunden seine Richtung, so befindet sich der Be-
obachter nicht in der Bahn des Centrums, sondern auf der einen oder anderen
Seite derselben, Aus dieser Veränderung der Windrichtung kann man nun die
ungefähre Richtung, näch welcher das Centrum fortschreitet, erkennen. Denn, da
man weiss, dass das Centrum des Teifuns immer recht voraus ist, wenn man
lem Winde die linke Seite zukehrt, so wird der Beobachter sich bei eingetre-
tener Drehung des Windes ebenfalls um seine Axe drehen müssen, wenn er dem
Winde stets die linke Seite zukehren will. Hat sich nun der Beobachter nach
links drehen müssen, so ist das Centrum auch nach links gerückt; hat er sich
nach rechts drehen müssen, so ist auch das Centrum nach rechts gerückt.
Hat zum Beispiel ein Beobachter in einem Teifun den Wind von NW;
und kehrt diesem Winde die linke Seite zu, so sieht er mit dem Gesicht in
nordöstlicher Richtung nach dem Centrum. Dreht sich aber der Wind nach NW, LA
so muss sich der Beobachter mit ihm 2 Striche um seine eigene Axe drehen,
und sieht nun nicht mehr nach NE sondern nach NNE, mithin hat er sich nach
links gedreht, folglich ist auch das Centrum nach links fortgerückt, in diesem
Falle nach Westen. Wäre.der Wind dagegen nach WANW gegangen, so würde MX\V/
der Beobachter sich auch zwei Striche nach rechts haben drehen müssen; das
Centrum wäre dann nach rechts vorgerückt, und zwar in diesem Falle nach
Osten.
Hat man auf diese Weise erkannt, nach welcher Richtung hin das Cen-
trum sich fortbewegt, so weiss man auch, auf welcher Seite der Cyclonen-Bahn
man sich befindet, denn rückt das Centrum für den Beobachter von links nach
rechts, so befindet er sich auf der rechten Seite, rückt es aber von rechts nach
links, so befindet er sich auf der linken Seite, und der Wind wird das erste
Mal rechts herum, das zweite Mal links herum verändert haben. Der dritte
Dunkt ist also ebenfalls aufgeklärt, da man die Windrichtungen eines jeden
Juadranten ebenfalls kennt, und aus diesen seine Schlüsse ziehen kann.
Etwas complieirter wird die Sache aber noch, wenn das Schiff sich auf
See befindet und dort seinen Ort ebenfalls beständig ändert. In diesem Falle
;hut man gut, für jede halbe oder ganze Stunde auf der Karte möglichst genau
den Ort des Schiffes zu bestimmen, und für jeden dieser Punkte nach der
jedesmal gefundenen Windrichtung die Lage des Centrums zu ermitteln, wobei
man seine Entfernung nach ungefährer Schätzung, unter Berücksichtigung der
Windstärke und des Barometerstandes annimmt. Auf diese Weise wird man
9ald, unter Anwendung der oben gegebenen Regeln, ein ungefähres Bild von
der Richtung, sowie der wahrscheinlichen Bahn des fortrückenden Centrums
erhalten, und ausfindig machen in welchem Theile der Cyelone sich das Schiff
befindet.
In Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der sich ein Teifun fortbewegt,
hat man nur allgemeine Anhaltspunkte. Je schneller die Windstärke zunimmt,
je schneller der Wind verändert, und je schneller das Barometer fällt, desto
grösser wird die Geschwindigkeit des Orkans sein. Als ungefährer Maassstab
für die Annäherung des Centrums kann angenommen werden, dass das Baro-
meter für jede 4 Seemeilen Annäherung 1=m fällt, Jedoch würde dies nur bis
zu einem Abstande von 50—60 Meilen gelten können, da dann die Unterschiede
bedeutend grösser werden. .
Hat man erst erkannt, in welchem Theile des Teifuns sich ein Schiff
befindet, und nach welcher Richtung hin das Centrum fortschreitet, so ergeben
sich die Regeln für die Navigirung des Schiffes von selbst. Man hüte sich
ıur, bei Anfang eines Teifuns zu viele Manoeuvres zu machen, sondern warte
lieber, beobachte scharf und überlege, bis man klar in der Sache geworden ist,
Hat man gefunden, dass man auf der rechten Seite der Sfurmbahn ist.