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Im weiteren Verlauf der Reise nach Norden zog sich der ziemlich steif
wehende Passat auf NEzE und ENE; jedoch schon auf 20° Nord-Br. setzten
nordwestliche und nördliche Winde ein. Die Passatströmung, welche nahezu
aoch West setzte, war von wechselnder Stärke von 12 Seem. bis 42 Seem.
während eines Etmals. Am stärksten war der Strom unmittelbar nördlich von
Aen Palau-Inseln; später, mit dem weiteren Vordringen nach Norden wurde er
allmälig schwächer,
Ausserhalb der Passatzone waren Wind und Wetter sehr veränderlich.
Auf 26° Nord-Br. und 137° 30‘ Ost-Lg. drehte der Wind von Nord auf NE
ENE bis SE, aus letztgenannter Richtung, mit plötzlich fallendem Barometer
(um 7m), 36 Stunden lang mit Stärke 10 wehend. Langsam abflauend vollendete
der Wind alsdann seine Drehung über Süd nach West und NW mit steigendem
Barometer und besser werdendem Wetter. Der Wind ging auf 31° Nord-Br.
and 139° Ost-Lg. mit schnell fallendem Barometer von NW auf WNW; die
starken Böen arteten bald zu neuem zehnstündigem Sturme aus, worauf abflauend,
sich die Windrichtung, mit steigendem Barometer, wieder schnell über NW und
Nord bis NNE änderte. Aus letzterer Richtung wehte endlich auf 32° Nord-Br.
und 140° Ost-Lg. wiederum ein zwölfstündiger Sturm, mit Windstärke 9—10 und
dabei steigendem Barometer; während der Kuro-Stwo ferner, durch einen hoch
in Seegang und sich kreuzende Dünung, auf die unangenehmste Weisse ange-
zeigt war. ;
Am 9. März kam eine kleine steile Insel in Sicht, auf deren Südost-
Seite und ungefähr 2 Kblg. von derselben entfernt, ein kleinerer Felsen lag.
Die Insel wurde als dieselbe wieder erkannt, welche auf der Hinreise am 23,
Dezember 1875 in Sicht kam und deren damals bestimmte geographische Lage,
auch mit der diesmal gefundenen übereinstimmte (nämlich 31° 28.7‘ Nord-Br.
ınd 140° 2‘ Ost-Lg.). Der Beschreibung nach konnte es nur Smith-Insel sein,
NNWYAW 5-6 Se
Smith. mi Heber di:
welche jedoch unrichtig in der Karte niedergelegt ist.
Die in NNE von Smith-Insel verzeichnete Volcano-Insel ist nicht vor-
handen, ebensowenig liegt Francisco-Insel in der angegebenen Position; sonst
hätten dieselben bei dem klaren Wetter gesehen werden müssen. ;
Die sämmtlichen an Bord S. M, S. „Hertha“ gemachten geographischen
und magnetischen Beobachtungen sind in nachstehender Tabelle (pag. 285) zusam-
mengestellt. Was die geographischen Ortsbestimmungen anbetrifilt, so sind die
Längenbeobachtungen betreffs der Marianen auf den Meridian von Fort St.
Cruz, Hafen San Luis d’Apra bezogen, während alle übrigen Längenbeobachtungen
auf den Meridian von Yokohama bezogen, und nach der daselbst, nach Ankunft
des Schiffes, gefundenen Abweichung des Standes der Chronometer gegen den
vor der Abreise des Schiffes dort ermittelten, nach Zeit und Temperatur
interpolirt sind.
Schliesslich ist noch Folgendes über eine bisher noch unbekannte
Inselgruppe zu bemerken:
Während des Aufenthaltes S. M. S. „Hertha“ auf der Palau-Gruppe
wurde von dem Führer eines englischen Handelsschooners Nachstehendes mit-
yetheilt: Ungefähr SSE 240 Seem. von Nukuor,!) welche Inselgruppe der
Carolinen, seiner Aussage nach, übrigens 50 Seem. zu weit westlich angegeben
ist, hat derselbe eine nicht in der Karte verzeichnete Inselgruppe besucht.
Auf einem Atoll lagen ungefähr 15 kleine Koralleninseln, von denen jedoch
aur eine einzige bewohnt war. Die HEingebornen waren der Erzählung nach
sehr scheu und hatte die lebende Generation wahrscheinlich noch nie einen
5. Findlay a, a. O, p. 752 Meinicke a, a. O, Th. IL, p. 8354