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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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riffe und dem Lande, welche die Altngot- Passage bildet. Steuert man in der, 
auf der Vertonung angegebenen Peilungslinie des Berges auf denselben zu, so 
wird das Aussenriff sehr bald, bei einem Abstande von 5 Seem. vom Lande, an 
Backbord in Sicht kommen. Dasselbe kennzeichnet sich deutlich, so dass die 
Einfahrt leicht gefunden werden kann. 
Mit Ausnahme der von I. Br. M. S. „Sphinz“ 1862 aufgenommenen Ma- 
lakal- Passage ist in der erwähnten englischen Karte keines der erwähnten Fahr- 
wasser, auch nur annähernd, richtig verzeichnet. 
Was die geographische Lage der Inseln der Gruppe anbelangt, so wurden 
die auf der englischen Karte angegebenen Breiten übereinstimmend mit unseren 
Beobachtungen gefunden; bezüglich der Längen dagegen ergaben sich folgende 
Unterschiede: 
Malakal-Landungsplatz soll nach der Beobachtung des obenerwähnten 
englischen Kriegsschiffes auf x 
7° 19‘ 0“ Nord-Br. 
134° 31‘ 45“ Ost-Lg. 
liegen. 
Nach den Chronometer-Bestimmungen S. M. S, „Hertha“ liegt Landungs- 
platz in Malakal 134° 32.5‘ Ost. 
Erste der kleinen Inseln vor der Atpang-Bai südlich von der Einfahrt 
an der Westküste von Baobeltaob liegt nach der Karte 134° 37‘ Ost, ist aber 
gefunden zu 134° 33‘ Ost, 
Artingal- Spitze liegt nach der Karte 134° 55‘ Ost, ist aber gefunden 
zu 134° 39%5 Ost. 
Angenommen daher, dass die Länge von Malakal-Landungsplatz, wie 
dieselbe von der „Sphinw“ bestimmt worden, nahezu richtig ist (was nach der ge- 
fundenen Uebereinstimmung wahrscheinlichist) so würde sich für die beiden anderen 
Beobachtungsorte auf der Karte eine zu Östliche Lage der Westseite bei 
Aremolunguiy um ungefähr 4‘ und der NE-Küste um 15.5‘ im Bogen ergeben. 
Winde. Der NE-Monsun weht bei der Palau-Gruppe, vom September bezw. 
Oktober bis April bezw. Mai, gewöhnlich aus NE bis Ost-Richtung; jedoch sind 
SE-Winde in der Nähe der IBseln keine Seltenheit. Eine Regenzeit giebt es 
nicht; sowohl im NE- als im SW-Monsun fällt tagelang heftiger Regen, worauf 
wieder eine Reihe trockener Tage folgt. Während über Orkane keine bestimm- 
sen Angaben gemacht werden können, sollen Erdbeben, wenn auch seltener, 
vorkommen. 
Gezeiten. Die Gezeitenströmung setzt in offener See West und Ost; jedoch ändert 
sich diese Richtung innerhalb der Riffe je nach deren Form. Bei Arcmolunguij 
läuft Fluth von NW — NE nach SE — SW, mit einer Geschwindigkeit bis zu 
2.5 Knoten; die Ebbe gewöhnlich von S5SW nach NNE; die Fluthhöhe ist 2—2,s Met. 
Heftige Stromwirbel werden durch die Bänke westlich von Baobeltaob, inner- 
halb des Aussenriffes, erzeugt. 
Nach dem Verlassen der Palau-Inseln wurde an der Ostküste von Baobel- 
taob nordwärts aufgekreuzt. Bis zu den Kajangle-Inseln war das die Gruppe 
umschliessende Riff deutlich zu erkennen; weıter nördlich wurden jedoch keine 
ferneren Anzeichen von Untiefen gesehen. Auch vom Topp aus konnte nur 
wahrgenommen werden, dass das Riff, auf welchem genannte Inseln liegen, sich 
nach Westen und später nach Süden herumzieht. 
Das Ngaruangl-Rif oder die Sandy-Inselchen kamen nicht in Sicht so 
dass über die grosse Korallenbank nichts Näheres berichtet werden kann, 
welche sich von diesen Inseln noch bis auf eine bedeutende Entfernung in westlicher 
Richtung socewärts erstrecken soll, und so lange keine genauere Angaben darüber 
zemacht werden können, die Schiffe zwingt, unter Umständen einen grossen 
Umweg zu machen. 
Auf Korror selbst, sowie auch von den Händlern, welche bis Kayangle 
Tauschhandel getrieben und die Sandy-Inselchen gesehen haben, konnte Nichts 
iber eine solche Korallenbank in Erfahrung gebracht werden und wurde deren 
Vorhandensein von ihnen bezweifelt. 
Ebenso ist das Nichtvorhandensein der Sequeiras- und der Johannes-Inseln; 
wie auch der Keil-Insel, da letztere von uns beim Aufkreuzen längs der West- 
züste hätte geschen werden müssen, als ziemlich sicher anzunehmen.
	        
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