289
lich gerade und heben sich das Riff an der einen und das, die Küste ein-
schliessende Riff an der anderen Seite deutlich ab. Letzteres zeigt zwei ziemlich
weit vorspringende Ausläufer, Befindet man sich innerhalb des Aussenriffes, so muss
die Ankerstelle soweit südlich von der Einfahrt gewählt werden, dass die kleinen
Inseln vor der hier befindlichen ersten grösseren Einbuchtung der Insel Baobel-
taob ungefähr in Ost peilen, und zwar ist etwas näher am Innenriffe zu ankern.
Der Boden ist hier klarer von grossen Korallenblöcken, welche bei dem hef-
sigen, durch den Gezeitenstrom verursachten Schwaien des Schiffes das Brechen
der Ankerketten und, weil auf dem Korallengrunde ein: Fischen in der Regel
ohne Erfolg ist, den Verlust von Anker und Kette herbeiführen. Ausserdem haben
üefgehende Schiffe eine in der Nähe der Einfahrt gelegene Korallenbank mit
einer 8 Met.-Stelle zu vermeiden. Die Ebbe läuft, der Hauptrichtung nach, von
Süden, die Fluth von Norden; jedoch sind in der Nähe der Einfahrt starke
Stromwirbel und tritt hier kein Stillwasser ein. Aus diesen Gründen ist das
Ankern ungefähr 1'/a Seem, südlich von der Einfahrt dringend geboten.
Nordwestlich von der Insel Ngarekobasanga liegt die kleine: Insel
Ngorur (Ancheror). Von dieser erstreckt sich in der genannten Richtung ein
Riff ungefähr 3 Kabellängen weit; diesem Umstand ist bei Umsegelung: der
Insel behufs Kinlaufen zwischen Ngargaol (Arracomel) und Uruktapel, Rechnung
zu tragen. Zu weit darf man jedoch auch nicht ausbiegen, da nordnord-
westlich von Uruktapel ebenfalls eine Korallenbank liegt. Das Fahrwasser
führt zwischen dieser und dem Riff von Ancheror hindurch. Die Ankerstelle
östlich von Malakal (Malakan der Brit. Adm.-Karte) ist für Schiffe der Grösse
3. M. S. „Hertha“ (6.6 Met.) Tiefgang nicht empfehlenswerth und ist westlich von
dem hohen Berge der kleinen Insel Malakal eine verhältnissmässig gute Anker-
vselle auf 38 — 44 Met. Wasser; aber auch hier, wie nahezu überall bei diesen
Inseln, ist harter Ankergrund (grober Sand mit kleinen Muscheln), bestreut mit
Korallenblöcken. Dieser Ankerplatz ist ferner auch nur zur Zeit der Ostwinde
zu empfehlen, da Westwinde wahrscheinlich Seegang verursachen. Malakal-Insel
and das Riff schützen diese Stelle gegen die starken Gezeiten-Strömungen, wie solche
westlich von der Insel Baobeltaob auftreten.
Fahrwasser nach Korror. An der Ostseite Sind folgende drei Fahrwasser
vorhanden.
1. Das nördlichste, zwischen der Südspitze der Insel Baobeltaob und der
{nsel Korror, Armijt toakl Passage, (s. Skizze), welches von S. M. S. „Hertha“ zur
Ausfahrt benutzt wurde, es ist aber für Schiffe dieser Grösse durchaus nicht zu
ampfehlen, Der ganze Kanal ist bestreut mit flachen Stellen, dabei sehr gewun-
den und eng. Für Segelschiffe hat er noch den Nachtheil, dass das ihn ein-
schliessende hohe Land den Wind unstet macht und denselben sogar oft ganz
abschneidet. Die englische Karte giebt dieses Fahrwasser gänzlich unrichtig wieder.
2. Das Malakal-Fahrwasser, sehr eng, jedoch klar, eignet sich nur für
kleine Schiffe, da unmittelbar vor dem inneren Eingang eine Korallenbank liegt,
welche für ein grösseres Schiff nicht den zum Aufdrehen genügenden Raum
vieten soll, wie wenigstens die mit diesem Fahrwasser besonders gut vertrauten
Führer der kleinen Vor- und Achterschooner berichten, welche hier Tausch-
handel treiben. Ob der Bogen aber auch mit einem Schraubenschiffe nicht zu
machen sein sollte, muss dahin gestellt bleiben.
3. Das südliche Fahrwasser Denges- Passage (Good Channel) Eingang
nördlich von der kleinen Insel Karakong soll, dem Berichte der Kingeborenen
zu Folge, das beste und tiefste sein. Dasselbe führt an der Innenseite der
Inseln Ki Malk und Aulong (früher Orulong genannt) vorbei. ;
Von den Eingängen an der Westseite soll nur die nördliche, bereits be-
schriebene Kinfahrt, die Aremolunguij-Passage, für grössere Schiffe fahrbar sein;
eine früher bestandene zweite Durchfahrt, (Endeavouwr went out 1796) in der
Nähe von der Insel Aulong soll jetzt durch Korallen wieder zugewachsen sein.
Die Durchfahrt aus Altngot-Passage (New-Harbour) an der Ostseite in die
>ffene See ist vergleichsweise ‚ohne Schwierigkeit und leichter wie die westliche
üinfahrt bei dem Berg Aremolunguij (Arakalong der Br. Adm.-K. No. 1103 Tit. XI.
Nr. 401). Nur eine der unweit des nördlichen Eingangs nach Altngot-Passage
verzeichneten flachen Stellen wurde gesehen. Die der Karte der Palau-Inseln
seigefügte Vertonung giebt eine Ansicht der Nord-Einfahrt zwischen dem Aussen-