accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

9281 
Jeegang von Osten, durch das östliche Riff, nur ungenügenden Schutz erhalten 
zann. Die gegenseitige Lage der Inseln ist eine andere, als in der Karte an- 
zegeben ist; doch mag der kleine Maassstab derselben diese Abweichung herbei- 
führen. Die gemachten Observationen ergaben die Länge der Inseln 2,5 Seem. zu 
weit östlich verzeichnet; die Breite dagegen übereinstimmend mit der Karte. 
Der Strom setzte bei der Ngoli-Gruppe mit 0.15 Knoten Geschwindigkeit nach 
Westen. 
Die Insel Baobeltaob (Babelthuab), die nördlichste und grösste der Palau- 
Gruppe (s. pag. 271), wurde an ihrer NE-Spitze Artingal angesegelt, wo das die 
Palau-Gruppe umgebende und an der Brandung deutlich sichtbare Riff, sich 
zanz dicht an die Küste der Insel heranzieht. Der Lauf dieses Theiles der 
Küste gestaltet sich wesentlich von dem in der engl. Adm.-Karte, No. 1103, 
Tit. XI No. 401 angegebenen verschieden, insofern Artingal-Spitze um 15.5‘ in 
Länge zu weit östlich in der Karte verzeichnet ist, und die Insel Karakong‘") 
um 5‘ zu weit nach Osten verlegt ist (s. Tabelle pag. 285). Längs den Korallen- 
riffen segelnd, bis an welche dicht heran überall tiefes Wasser ist, konnte diese 
vegen die Karte gefundene Abweichung beobachtet werden. 
Nachdem die Südspitze der Gruppe zwischen den Inseln Angaur und 
Pililu umsegelt war, wurde von einem grossen Riffe, welches nach der Karte 
jene an der Westseite umschliessen und sich nach Norden erstrecken sollte, 
nichts wahrgenommen. Kine Menge kleiner Inseln kamen in Sicht, welche auf 
der erwähnten Karte gar nicht verzeichnet waren, andere wieder waren sehr 
unrichtig niedergelegt?). Das an der Westseite der nördlichen Hälfte der 
Gruppe gelegene Korallenriff hat seinen grössten Abstand von der Küste der 
[Insel Baobeltaob in der Breite von Kijmijures, woselbst die Inselküste anstatt 
15 Seem., wie in der erwähnten Karte angegeben ist, nur ungefähr 4 Seem. 
von der Aussenkante des Aussen-Riffes entfernt liegt. S.M. 58. „Hertha“ steuerte 
längs dem Riffe nach Norden. 
Die in der brit. Admiralitäts-Karte mit Navigable Channel (oder Aremo- 
lunguij Passage, s. Karte) bezeichnete Einfahrt durch das Korallenriff, lässt sich 
bei günstiger Beleuchtung gut erkennen. Wenn man die Mitte des Berges 
Aremolunguij, der höchsten der*sichtbaren Erhöhungen, welche an der vorliegen- 
den, überhängenden Bergspitze leicht kenntlich ist und eine für Auffindung des 
Einganges wichtige und leichterkennbare Landmarke bildet, in E*/48S peilt 
(s;: Ansıcht auf Karte der Palau-Inseln), befindet man sich gerade vor der 
Einfahrt durch das Aussen-Riff, Das Einsegeln selbst ist nicht schwierig; da 
Jie Einfahrt an der schmalsten Stelle noch ungefähr 3 — 4 Kblg. breit ist und 
alle flachen Stellen an der hellen Färbung des Wassers kenntlich sind. Es ist 
jedoch vortheilhaft, die Sonne, wenn angängig, achterlicher als dwars zu halten 
und sich für das Passiren so enger Stellen die entsprechende Tageszeit zu 
wählen. Das nordwärts vom Eingang befindliche Aussen-Riff ist in der Karte, 
als im gleichen Meridian mit dem südlichen gelegen, verzeichnet; jedoch nähert 
sich dessen Aussenkante gerade bei dem Durchbruch bedeutend mehr der West- 
güste der Insel Baobeltaob, wie diejenige des südlichen Riffes. Kine zweite 
Binfahrt durch das Aussen-Riff für grössere Schiffe soll, nach Aussage der Ein- 
geborenen, an der Westseite nicht vorhanden sein. 
Innerhalb des grossen Aussen-Rifes, von der beschriebenen Durchfahrt 
an, läuft ein zweites Korallenriff parallel der Inselküste nach Süden, in einem 
Abstande von 2—3 Kabellängen von jenem. Dieses Innen-Riff bildet mit der 
Insel einen tiefen und guten Kanal, welcher für die Weiterfahrt nach Süden zu 
benutzen ist. Zwischen diesem Znnen-Rife und dem südlich von der Durchfahrt, 
ungefähr 2—3 Seem. entfernten Aussen-Rıfe liegen zahlreiche kleine Korallen- 
bänke mit 1—6 Met. Wasser, welche allerdings wahrscheinlich wohl ebenso- 
viel Durchfahrten frei lassen, jedoch nicht immer deuflich zu erkennen sind. 
Da ferner das Fahrwasser durch die grosse Anzahl dieser Bänke jedenfalls ein 
sehr gewundenes und vielleicht auch enges sein wird, so ist anzurathen, den 
erwähnten inneren Kanal zur Fahrt nach Süden zu benutzen. Er verläuft ziem- 
1) Diese Insel ist auf der brit, Admiral-Karte No. 1108 (Tit, XI, No. 401) irrigerweise 
Akomokam genannt, die nördlich von ihr gelegene Insel Ei Malk dagegen Larakong. 
2) Vergl. pag. 273 und Skizze der Palau-Inseln als Beilage zu diesem Hefte
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.