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Die zuletzt genannte Insel Fais weicht in ihrer Gestaltung bedeutend
von den übrigen Koralleninseln ab. Das steile Nordende der Insel erhebt sich
10 — 15 Met. über den Meeresspiegel. Das sie umschliessende Korallenriff, an
welchem sich die See mit grosser Gewalt bricht, erstreckt sich nur am Südende
der Insel bis auf 3 Kblg. von dem Strande. Hier ist der verhältnissmässig
beste Landungsplatz auch befinden sich die meisten Hütten der Eingebornen.
Von der Ulithi- (Uluthi)-Gruppe wurde die Insel Falalep angesteuert und
dem nächst, in einem Abstande bis zu 2 Seem. von dem einschliessenden Korallen-
riff, längs der Nord und Westseite der Gruppe gesegelt, Die Inseln selbst unter-
3cheiden. sich in ihrem Aussehen in nichts von den bisher genannten Korallen-
inseln. Eine sorgfältige Zählung ergab deren 30 auf diesem Riff, von denen
7, noch ohne alle Vegetation, sich als Sandbänke zeigten. Die Observation in
der Nähe der westlichen Insel Kau, gab die gegebene Lage dieser Insel als
ziemlich correct an (s. Tapelle pag, 285).
Die Insel Yap (s. pag. 270) ist eine der wenigen Inseln der Carolinen-
Gruppe, welche Basaltformation zeigt. Sie ist in ihrem nördlichen Theile von nicht
unbeträchtlicher Höhe und lässt der in der Mitte der Insel liegende Höhenzug sie
aus der Entfernung wie mehrere Inseln erscheinen. Das Südende der Insel verläuft
ganz flach, Während am Nordende der Insel das diese umgebende Korallen-
riff sich ganz nahe an der Küste hält, erstreckt sich dasselbe weiter nach Süden,
quer ab von Tomil Bay, bereits bis auf ungefähr 2 Seem. seewärts und bleibt
in dieser Entfernung, mit der Küste parallellaufend, bis es an der niedrigen
Südspitze sich bis auf 8 Seem. in südsüdwestlicher Richtung von der Küste
entfernt. Man kann dicht an der Aussenseite des Riffes längs segeln und. findet
leicht die Einfahrt, welche nach Tomil Bay hineinführt. Der Eingang ist schmal,
ungefähr '/2 Kblg. breit und Einlaufen unter Segel, mit Schiffen von der Grösse
3. M. S. „Hertha“, nur bei stetigem frischen Winde rathsam. Die geeignetste
Zeit dazu ist zwischen 12 und 2 Uhr Nachmittags; da sich dann, mit der Sonne
im Rücken, jede Untiefe deutlich erkennen und vermeiden lässt. Der beste
Ankerplatz ist unmittelbar nördlich von der ersten kleinen Insel, welche man
an Backbordseite innerhalb des Riffes passirt, auf 40 — 44 Met. Wasser weicher,
gut haltender Thongrund. Vor der äusseren Einfahrt zwischen den Riffen liegt
nahe der Nordseite derselben, auf ungefähr !/4 der Eingangsbreite, ein grosser
Stein mit 5 Met. Wasser, der sehr schwer zu erkennen ist. Derselbe wird ver-
mieden, wenn man die Mitte des Fahrwassers hält. Beim Aussegeln, zur Zeit
des NE-Passats, ist derselbe gefährlicher; da der Wind dann gewöhnlich knapp
bemessen ist und, um sicher herauszukommen, gerade diese Nordseite des Riffes,
als die Luvseite, gehalten werden muss. HKEs ist nicht rathsam den Hafen unter
Segel zu verlassen, wenn man nicht einen SE-Kurs gut machen kann. In den
frühen Morgenstunden soll mitunter der Wind nördlicher stehen, so dass diese
zum Aussegeln im Allgemeinen günstiger sind. Die hier ausgeführten Orts- und
magnetischen Bestimmungen sind in der Tabelle pag. 285 wiedergegeben.
Die Nord-Insel (North Island) der Matelotas oder Ngoli-Gruppe wurde,
wie alle die unter einander so sehr ährlichen Koralleninseln, bei klarem Wetter
und einer Augeshöhe von 7— 8 Met. ungefähr 12 — 14 Seem. und vom Topp
aus 16 — 17 Seem. weit gesehen. Von dieser Insel erstreckt sich ein, in der
Karte nicht verzeichnetes Riff in nördlicher Richtung 2.5 — 3 Seem. weit see-
wärts, mit 2 trocken liegenden Sandbänken. Nach Süden zu läuft das Riff in
der Verbindungslinie zwischen der Nord- und Süd-Insel (South-Island), kenn-
zeichnet sich jedoch nicht sehr scharf, da, wie angestellte Lothungen ergaben,
die Wassertiefe auf demselben meistens 12 — 42 Met. beträgt und das Riff
daher in diesen Theilen als ein gesunkenes zu bezeichnen ist, Nur auf dem
südlichen Theil desselben, ungefähr 3.5 Secm. nördlich von der Süd-Insel, ragt
dasselbe auf eine kurze Strecke bis nahe unter den Meeresspiegel. Diese Stelle
ist leicht an der starken Brandung kenntlich. Das die nördliche und südliche
Insel verbindende westliche Riff schien dagegen zusammenhängend zu sein, die
gewöhnlich hohe Brandung kennzeichnet deutlich seine Lage.
Die ganze Gruppe besteht aus 6 kleinen Inseln: zwei auf der Nordspitze
des Riffes, 2 auf der Südspitze und 2 kleinere Inseln, in gleichen Abständen,
auf dem westlichen Riffe. Im Süden schien eine mägsig gute Ankerstelle inner-
halb der Lagune mit schmaler Einfahrt vorhanden zu sein, welche jedoch gegen