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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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verdienten, so erscheint die Annahme gerechtfertigt, dass die Lage der Bank, 
yenn vorhanden, eine andere sein muss. 
Der Passat drehte hier mit grosser Stetigkeit von Ost bis ENE ziemlich 
kräftig, von heftigen Regenböen begleitet. 
Die Länge der. nördlichen Insel Ollap der Los Martires-Gruppe wurde 
durch Chronometerbestimmung zu 149° 25.s‘ Ost gefunden (interpolirt 149° 
27.s‘ Ost), während die Karte die Lage derselben zu 7° 38’ Nord und 149° 31’ 
Ost angiebt. Die angegebene Breite ist mit der beobachteten übereinstimmend. 
Die Tamatam- oder Los Martires-Gruppe (S. betreffende Skizze und An- 
sicht) besteht aus 4 Inseln, welche auf einem nach SW gekrümmten Korallen- 
eiffe liegen und durch dieses untereinander verbunden sind. Die Inseln sind ko- 
rallischen Ursprungs und, entgegen der Beschreibung in den Segelhandbüchern, 
licht mit üppigem Baumwuchs bestanden. !) 
Das Riff, welches die einzelnen Inseln umgiebt, erstreckt sich 1’ —2 
Seem. von dem Strande derselben, 
Die Insel Satawal (S. Skizze und Ansicht) hat das gleiche Aussehen, wie 
lie vorgenannten Koralleninseln; sie ist von dreieckiger Form, an der Nordseite 
arstreckt sich das Riff etwas weiter seewärts, als an den übrigen Seiten der 
Insel. Die gemachten Beobachtungen stimmen vollständig mit der, für diese 
Insel in der Karte angegebenen geographischen Lage überein. , 
Dasselbe ist von der geographischen Lage der Lamotrek-Gruppe. zu 
berichten, Diese Gruppe zählt 3 Inseln, welche durch ein, theilweise über den 
Meeresspiegel emporragendes Riff verbunden sind. 
Von den, ihrer gegenseitigen Lage nach, richtig in der Karte (Br. Adm.-K. 
No. 980 Tit. XI. 403) angegebenen kleinen Inselgruppen, Klato und Toass, zählt 
die erstere 3, die letztere 2 Inseln; die Inseln jeder Gruppe sind unter sich 
lurch ein Riff verbunden. ‚ 
Die Zfalik-Gruppe besteht aus 3 grösseren und einer ganz kleinen Ko- 
rallen-Insel, deren geographische Lage in der angezogenen Karte richtig ange- 
geben ist. Entgegenstehende Angaben (s. List of the Rep. Dang. No. 890 
und 908) fanden wir durch unsere Beobachtungen nicht bestätigt. 
In der Lagune der 17 Inseln zählenden Ule- oder Wolea- (Ouleai)-Gruppe*) 
wurde, quer ab von der Insel Raur, geankert und der östliche Theil vermessen. 
‘8. Skizze der Lagune von Raur.) Eine Strömung war während der Gezeiten 
nicht bemerkbar; Fluthhöhe — 1.0 Met. 
Wir fanden den Passat stetig und kräftig aus Ost bis ENE wehen, von 
Regenböen begleitet. Nach den von einem seit einer Reihe von Jahren auf 
Jer Gruppe lebenden Händler erhaltenen Mittheilungen weht der Passat stark 
von Mitte November bis April. Von der Mitte dieses Monats, öfters auch erst 
im Laufe des Mai, wird der Passat schwach, während in der ersten Hälfte des 
Juli veränderliche Winde vorherrschen, welche demnächst dem bis Anfang 
November andauernden SW-Monsun weichen. Der während dieses Monsuns 
nerrschende mässig starke Westwind, wird durch gelegentliche Stürme aus 
züdwestlicher Richtung begleitet, von heftigen Regengüssen unterbrochen. Ende 
Oktober und Anfang November sind diese Stürme vornehmlich zu erwarten. 
Dieselben beginnen mit flauem Winde aus südwestlicher Richtung; dichter Regen 
und eine hohe Dünung können als Anzeichen gelten. Diese SW-Stürme sollen 
zo stark wehen, dass die See zuweilen die niedrigen Inseln überfluthet und die 
Bewohner auf den Bäumen Zuflucht zu suchen zwingt. Die östlichen Inseln der 
Gruppe (Raur und die umliegenden Inseln) sind deren Folgen besonders aus- 
gesetzt, weil die Lagune nach SSW offen und somit der hohen See der Eintritt 
um so ungehinderter gestattet ist, als sie nicht durch vorliegende Riffe gebrochen 
wird und daher mit der ganzen Kraft jene Inseln betrifft. Um sich etwas zu 
sichern, haben die Eingebornen Schlingen von Steinen, quer zur Richtung der 
anlaufenden See, errichtet. Während des SW-Monsuns kommen auch NW-Stürme 
vor; doch sind dieselben weniger heftig wie diejenigen aus südwestlicher Richtung. 
Auch Erdbeben sollen vorkommen und wurde angegeben, dass vor einiger Zeit 
3in Stück der Insel Fais (Feys) vollständig versunken und an der betreffenden 
Stelle jetzt 12 — 16 Met. Wasser zu finden sei, 
‘) Vergl. Findlay a. a. O. pap. 760. Rosser-Imray a. a. O. pag. 195. 
3 S. Findlay a. a. O0. pag. 764. Rosser-Imray a. a. O. pag. 189,
	        
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