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ESE-Winde, wenn auch nicht gut, so doch immerhin benutzbar; sie hat eine
Wassertiefe von 26—28 Met. Korallen-Grund. Es empfiehlt sich jedoch, der
rorgenannten Untiefe wegen, nicht nördlicher, wie Garapang in E'/2N, zu ankern.
Winde. Während der Monate Januar, Februar und März herrschen NE-
bis Nord-Winde, mit heftigen Regenböen (Chuvadas); im April geht der Wind
östlich bis ESE, mit ruhigem Wetter, wenn der Wind aus südlicherer Richtung,
wie Ost weht. In den Monaten Mai, Juni, Juli ist die Windrichtung vorherr-
schend aus Süd und SW mit gutem Wetter und weniger Regen. In Bezug auf
Regen soll die Bezeichnung „weniger“ jedoch nur das, im Verhältniss zu der
zonst grossen Menge des Niederschlages, geringere Maass desselben angeben.
Während der Monate August, September, October und November herrschen
Westwinde mit starken Regengüssen vor, unterbrochen durch schwere Stürme;
ausserdem sind die beiden letztgenannten Monate die hauptsächlichen Orkan-
monate. Im Dezember vollendet der Wind seinen Kreislauf und geht wieder
iber NW auf Nord und NE.
Auch zwischen Saipan und Guam wurde eine westliche Strömung von
0.8 Knoten Geschwindigkeit gefunden.
Agana-Rhede ist zum Ankern nur bei Winden von ENE über Ost bis
Süd geeignet; wenngleich die grosse Wassertiefe bis dicht an die einschliessenden
Riffe immer ein grosser Uebelstand bleibt. Unter allen Umständen ist die
Rhede, der auf ihr stehenden See und Dünung wegen, als sehr gefährlich zu
bezeichnen. Auf Signal kommt hier eine Lootse für den Hafen San Luis
d’Apra, eigentlich den einzigen Hafen auf den Marianen, an Bord, in welchen
sich jedoch die Einsegelung, nach der ziemlich guten Karte, auch ohne Lootsen
bewerkstelligen lässt. x
Der Hafen von San Luis d’Apra wird durch die in der Richtung NWzW
sich erstreckende Halbinsel Orote gebildet, welche, höher als das umliegende
Land, an ihrer felsigen Südküste steil in die See abfällt ‚und im Verein mit
der Küste der Insel eine nach Süden spitz zulaufende Bucht einschliesst. Gegen
Norden ist die Bucht durch die in ost-wesilicher Richtung liegende niedrige
Korallen-Insel Apapa oder Cabras und ein von deren Westende in gleicher
Richtung sich weiter ziehendes Korallenriff geschützt. Der ganze östliche Theil
und „imöstliche Winkel dieses Hafenbeckens wird von ganz flachen Korallen-
iffen, welche nur bei Hochwasser den flachgehenden Booten (bis Kuttern) das
Landen und ebenfalls nur durch gewisse Rinnen gestatten, eingenommen, Die
Karte giebt die Lage und Gestaltung dieser, sich vermuthlich stetig ändernden
Korallenbänke nur unrichtig wieder, Das den Schutz gegen Norden bildende
Riff biegt mit seinem 8—10 Met. unter der Oberfläche liegenden Ausläufer
nach SW um, der Spitze der Halbinsel Orote zugeneigt, zwischen dieser und
seinem äussersten, durch eine kleine 4 Met.-Stelle gekennzeichneten Ende, eine
äefe und ungefähr 3 Kblg. breite Einfahrt lassend. Zur Zeit der westlichen
Stürme (in den Sommermonaten) ist jedoch dieser Ausläufer den in dem tiefen
Wasser (44 Met.) des Hafens liegenden Schiffen ein nur ungenügender Schutz. Die im
östlichen Theil des Hafens liegenden Korallenbänke, welche das Landen der
zrösseren Boote und somit die Wasserversorgung für ein Kriegsschiff hier
verhindern, erschweren überhaupt die Verbindung mit dem Lande. Die jetzige
Landungsstätte, für den Verkehr mit Agafa, ist die, der Insel Cabras gegenüber,
ungefähr 2.5 Seem. vom Ankerplatz entfernt liegende Landspitze Punto-Piti,
Der beste Ankerplatz ist Westende der Insel Cabras in NE und Fort von
Santa Cruz in SE!/2S, bei 44 Met. Wasser, Korallensand.
Die gewöhnlichen Gezeiten erzeugen im Hafen eine Fluthhöhe von unge-
fähr 1.0—1.5 Met., während eine Gezeitenströmung nicht bemerkbar war.
Ausserhalb des Hafens setzt die Strömung beständig nach Westen.
Klimatologisches. Nach den Beobachtungen des, seit einem Viertel-Jahr-
hundert auf der Insel lebenden, geistlichen Oberhirten der Marianen, stellt sich
das Jahresmittel der Luftwärme zwischen 25° und 31° C, des Luftdruckes auf
760.77 ==. von letzterem beträgt das Maximum im Winter 761.96 "", das Minimum im
Sommer 756.38 im Durchschnitt,
Der Stand des Barometers von 751.94 "“ war, nach dieser Autorität,
bereits von schwerem Sturm und derjenige von 740.47 "" von Orkan begleitet.
Was letztere Naturerscheinung anlanet, so sind in 24 Jahren deren 15 be-