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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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von dem Zeichner am Bord der „Antelope“ erschien 1792. Dieses Werk 
enthält viele sehr interessante Angaben über die Sitten, Gebräuche, Lebens- 
weise und der Culturzustand der damaligen Bevölkerung, aber keine hydro- 
graphische Beschreibung dieser Inseln. Auch das in neuerer Zeit erschienene 
zrössere Werk von Semper über die Palau-Inseln (1873), sowie die Ab- 
handlung von Dr. Th. Kubary im Journal des Museum G'odeffroy Heft IV, 
(1873) pag. 1—62 geben nur wenige in hydrographischer Hinsicht brauchbare 
Daten, dagegen in geographischer, ethnographischer, naturbeschreibender und 
culturhistorischer Beziehung das Ausführlichste, was wir bis jetzt über diese 
bisher noch so unbekannten Inseln besitzen. Dr. Kubary hat auf Veranlassung 
des Hauses Godeffroy, welches in dem Stillen Ocean mehrere wichtige Handels- 
Agenturen besitzt, als Naturforscher mehrere Inseln des Stillen Oceans besucht 
and erforscht, um Naturalien für das Museum Godeffroy (s. Hydrogr. Nachr. 
1873 pag. 56) zu sammeln und hielt sich zu diesem Zwecke i. J. 1871 längere 
Zeit auf den Palau-Inseln auf. 
Zu diesen grösseren umfassenderen Arbeiten über die Palau- Inseln, 
auf welche hier nochmals hingewiesen wird, bilden die oben mitgetheilten, aus 
eigener Erfahrung und Anschauung in der neuesten Zeit gesammelten Notizen 
des Kapitain Knorr einige nicht unwesentliche Ergänzungen, Ganz neue und 
für die Kenntniss der hydrographischen Verhältnisse jener Inselgruppen äusserst 
wichtige Aufschlüsse hat Kapitain Knorr in dem folgenden Abschnitte gegeben; 
zie vervollständigen zum ersten Male die bisher so lückenhafte und unvoll- 
ständige hydrographische Beschreibung der Palau-Inseln, 
Die“ am Schlusse dieses Heftes beigefügte Skizze der Palau-Inseln ist 
nach den hydrographischen Aufnahmen der Offiziere S. M. 8. „Hertha“ gezeichnet, 
wobei die Brit. Admiralitäts-Karte No. 1103 (Tit. II, No. 401) zu Grunde 
gelegt und die der oben erwähnten Abhandlung des Dr. Kubary im Journal 
des Museum Godeffroy, Heft IV, beigegebene, von L. Friederichsen in 
Hamburg gezeichnete Karte benutzt ist. Die in dieser letzteren Karte nach 
Kubary’s Angaben eingeführte Namengebung und Schreibweise der einzelnen 
Namen der Inseln, Riffe und Fahrwasser ist auch auf der hier beigefügten 
Skizze, sowie in dem Texte angenommen und gebraucht worden. 
3, Hydrographische Beobachtungen während der Reise S. M, S. „Hertha“ von 
Japan nach den Bonin-Inseln, dem Marianen- und Carolinen-Archipel, den 
Palau-Inseln und zurück nach Japan, 
Von Capitain zur See Knorr. 
(Mit zwei Kartenskizzen.) 
Am 18. Dezember 1875 verliess S. M. S. „Hertha“ die Rhede von 
Yokohama. (s. pag. 262) Nachdem die Landspitze von Kanon Saki passirt war, 
wurde schwere Dünung aus SW gefunden. Die Temperatur des Meereswassers 
warum 7° C gestiegen, — ein Zeichen, dass auf offener See heftig wehende südwestliche 
Winde das warme Wasser des Kuro Siwo bis in den Uraga-Kanal getrieben hatten. 
Das stetig fallende Barometer zeigte einen herannahenden Sturm an. Die 
Luft zog bereits mit grosser Schnelligkeit aus, SW, Stille und heftige Böen 
wechselten ab, bis, um 6 Uhr Abends, mit aufklarendem Wetter, der Wind 
auf WSW ging und im Laufe ‚weniger Stunden zum Sturme heranwuchs. S. M. 8. 
„Hertha“ war gezwungen, wieder in den Uraga-Kanal einzulaufen und ankerte 
hinter Kanon-Saki Spitze quer.ab von Yokoska in der Mississippi-Bucht. Dem 
2 Tage währenden SW-Sturm folgte am 21. Dezember Stille; an diesem Tage 
wurde in See gegangen. Hier fand sich noch starke Dünung aus süd- 
westlicher Richtung, der Wind ging jedoch auf Ost und ENE. Der Kurs wurde, 
anter gebührender Beachtung eines zu erwartenden Nordost-Stromes, so gesetzt, 
ım in der Mitte zwischen den Inseln Miaki-Sima und Kosu-Sima zu passiren, 
wobei die als unklar angegebene SW-Seite von Miaki-Sima vermieden und 
Jie kleine Insel Onohara an Backbord gelassen werden sollte. Die angestellten 
Peilungen ergaben auch eine östliche, wenn auch nicht bedeutende Versetzung. 
Onohara, in der Karte als kleine Insel verzeichnet und in den Segelanweisungen 
ebenfalls als solche, wenn auch nur oberflächlich, ohne jede weitere Beschrei- 
pung erwähnt, kann dadurch, dass es keine Insel ist, sondern eine Klippengruppe, 
bestehend aus 7—8 Klippen von verschiedener Form und Höhe über Wasser, 
‚eicht erkannt werden,
	        
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