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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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braunen Rauche. In dem Innern des Vulkans grollte und donnerte es 
ununterbrochen, wobei es in Zwischenräumen von ungefähr 10 Minuten mit 
zanonenschussartigem Knall ohne Unterlass dichte Wolken von Asche und 
Steinen ausschüttete, erstere rollte zu unseren. Füssen herab, während letztere 
ıoch auf weite Entfernung hin das Schiff erreichten.“ 
Saipan oder Saypan.!) „Die Insel Saipan hat eine Längen-Ausdehnung 
von 13—14 Seem, in der Richtung NNE—SSW; der sich etwas östlich von 
ihrer Mittellinie hinziehende Höhenzug zeigt nur wenige und mässig hohe 
Hügel, welche auf der nördlichen Hälfte von einem jetzt unthätigen Vul- 
kane von ungefähr 500 Met. Höhe merklich überragt werden. Der südliche 
Theil der Insel ist der flachere; das Land erscheint hier als ein ausgedehntes, 
sich wellenförmig nach den Hügeln hinziehendes Weideland. Der Strand ist 
von Baumwuchs eingeschlossen, unter welchem sich die Kokospalme als Zeichen 
der Nähe der Menschen, besonders hervorhebt. Weiter nordwärts reichen die 
Kokospflanzungen mehr und mehr landeinwärts, bis der Baumwuchs bei dem 
Hauptorte der Insel, dem höchst armseligen Dorfe Garapang, schon an dem 
Fusse des Höhenzuges angelangt ist (s. Skizze) und am Nordende der Insel 
dichte Waldungen zu bilden scheint. 
Die Insel wurde erst im Anfange des vierten Decenniums dieses Jahr- 
hunderts durch Carolinier bevölkert, deren frühere Wohnsitze, flache Koral- 
‚eninseln der Carolinen, überfluthet und untergegangen worden waren. Von 
dem damaligen spanischen Gouverneur wurde ihnen die Insel Saipan als 
Wohnsitz übergeben, als sie mit ihren Kanoe’s daselbst anlangten. Somit 
gehören die jetzigen ungefähr 700 Seelen zählenden eigentlichen Einwohner 
Saipans, zum überwiegend grössten Theile der Race der Carolinier an, während 
seit Kurzem. deportirte Verbrecher (oder zur Deportation Verurtheilte) und eine 
kleine Truppenabtheilung von 3 Offizieren und 47 Mann zur Bewachung der- 
selben hinzugetreten sind.“ 
Tinian oder Buenavista.?) „Die Insel Tinian ist von ähnlicher Küstenge- 
staltung wie Saipan, doch etwas kleiner und flacher, obwohl die dunklen Lava- 
felsen der überall steilen Küste den vulkanischen Ursprung der Insel deutlich er- 
kennen lassen, Fast die ganze Insel ist Weideland, hier und da mit niedrigem 
Gebüsch bewachsen; seit langen Jahren ward sie auch lediglich zur Viehzucht 
für die übrigen Inseln benutzt. Das Fleisch wird in Streifen zerschnitten und 
getrocknet, versandt und soll sich lange kräftig und wohlschmeckend erhalten, 
Auch die ungefähr 200 Seelen betragende Einwohnerschaft Tinians sind fast 
3ämmilich Carolinier, nur wenige Familien der Chamorros (so nennen die Spanier 
die eigentlichen Urwohner der Marianen) sollen sich unter ihnen befinden. Auch 
auf der nicht grossen Insel Rota, wo jetzt 70 Verbrecher untergebracht sind, 
sollen früher 250 Chamorros gewohnt haben. Die Insel Aguijan ist nicht be- 
wohnt.“ 
Guam (Guajan).?) „Die wichtigste und grösste Insel der Ma- 
rianen-Gruppe, oder Guam Guajan hat in der Richtung NNE—SSW eine grösste 
Längenausdehnung von 27 Seem. bei einer durchschnittlichen Breite von 9 Seem. 
in ihrer südlichen und von 5 Scem. in ihrer nördlichen Hälfte, Entgegen den 
hohen, steilen und kleineren nördlichen Inseln der Marianen, ist Guam, wie Sat- 
van und in geringerem Maasse auch Tinian von Korallenriffen eingefasst und 
hauptsächlich an den Stellen, wo die Küste flach in die See eintritt. Bei Guam ist 
dies ganz besonders an der Küste ihrer südlichen Hälfte der Fall und hier auch 
wieder am bedeutendsten in der Nähe von Agarna und an der SW-Spitze der Insel. 
Es sind dies eben die flachsten Theile der Inselküste, wo meistens schöner Sand- 
strand oder Wiesengrund zu dem Meere führt, während die übrigen Theile, und vor 
allem der nordöstliche Theil, welcher zumeist den ewigen Anprall der durch den 
Nordost-Passat getriebenen Wogen des Stillen Oceans auszuhalten hat, auch hier- 
1) Findlay a. a, 0. pag. 807. Rosser-Imray a, a. O. pag. 86. The China Sea Direct, Vol. IV, 
pag. 122. Meinicke a. a, O. pag. 8393. . 
?) Findlay a, a, O. pag. 805. Rosser-Imray a. a. O. pag. 83. The China Sea Direct, Vol. IV, 
pag. 121. Meinicke a. a. O. pag. 392, 
3) Findlay a. a. O. pag. 797. Rosser-Imray a. a. O. pag. 78. "The China Sea Direct. Vol. IV, 
sag. 116. Meinicke a, a. O. pag, 390,
	        
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