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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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kam der Passat in mittlerer Stärke wieder durch bei südlicher. Dünung und 
ziner anhaltenden Westströmung von durchschnittlich 25 Seem. per Etmal. 
Schiffsführer, welche diese Gewässer häufig befahren, besonders diejenigen, 
welche Reisen von den Seychellen nach Mauritius zu machen haben, suchen die 
Nordspitze der Saya de Malha Bank anzulaufen, denn von dort sind sie im 
Stande, mit den gewöhnlich herrschenden Passatwinden Mauritius über Steuer- 
bordbug zu erreichen, Wir folgten diesem Beispiele und erreichten die Bank 
noch eben über Backbord 8* a. m. am 3. November in 8° 24‘ Süd - Br. und 
60° 5‘ Ost-Lg. Der Grund war bei einer Wassertiefe von 15 bis 25 Met. sicht- 
bar. Mit Hülfe unserer Neger fingen wir auf dieser Bank in der Zeit von 
3 bis 10 Uhr etwa 200 Fische, deren Gewicht zwischen 5 und 20 Pfd. schwankte; 
24 Stunden eingepökelt und dann an der Sonne getrocknet, hielten sich die- 
zelben ausgezeichnet, 
Am Nachmittage desselben Tages, am 12. unserer Reise, legten wir das 
Schiff über Steuerbord. Wir trafen jedoch den Wind noch sehr südlich, so dass 
wir beständig an Länge einbüssten und in 13° Süd-Br. am 7. November noch 
einige Stunden wieder nach Osten hinzuliegen für gut befanden, Dann ging der 
Wind etwas östlicher und wir erreichten am 11. November des Abends nach 
19 Reisetagen die Rhede von Mauritius, welche wir gerade einen Monat vorher 
verlassen hatten. 
Nach eingezogenen Erkundigungen über Wind und Wetter in Mauritius 
während derselben Zeit, hatte man dort in den letzten drei Tagen frischen 
Passat gehabt, vorher aber meistens Windstillen während der Nacht und west- 
liche Seebrisen am Tage. KEinige Tage vor uns war ein Schiff mit Schlacht- 
vieh. von Tamatave (Madagaskar) in 5 bis 6 Tagen angelangt, dasselbe hatte 
anhaltende südliche und westliche Winde getroffen, also seine Reise im direkten 
Kurs machen können, während wir weiter nördlich davon, in 7° bis 8° Süd-Br. 
und 57° bis 59° Ost-Lg., wohl die beständige südliche und südwestliche Dünung 
wahrnahmen, sonst aber durchstehenden Passat hatten, KHEinige südliche und 
westliche Winde wurden jedoch 4 bis 5 Tage früher von uns bei den Alphonse- 
Inseln und östlich davon angetroffen. 
2. Von Mauritius nach Falmouth. 
Am 25. November gingen wir von Port Lowis nach Falmouth unter Segel. 
ine mässige Nordostbrise brachte uns bis zur Südspitze von Mauritius, darauf 
wurde es still und schwache Brisen aus verschiedenen Richtungen liessen uns 
wieder die Unbeständigkeit des hiesigen Passats beim Südstande der Sonne 
genugsam empfinden. In der Nacht des 28. November frischte der Wind etwas 
aus Südwest auf, Die Strömung zeigte sich in den ersten drei Etmalen ent- 
schieden südwestlich, etwa 16 Seem. täglich, wurde darauf mit dem Südwest- 
winde: bedeutend vermindert ‚gefunden und lief dann, nachdem dieser bald wieder 
östlicher holte, in den folgenden zwei Tagen wieder nach Südwest in einer 
Stärke von reichlich 20 Seem. per Tag. Bei dem nun eintretenden Ostwinde 
wurde wieder der höchste Luftdruck und als sich der Wind. bis NEzN gedreht 
ıatte, der niedrigste Barometerstand beobachtet; der Unterschied zwischen 
oeiden betrug 3:5", Mit letzterer Windrichtung wurde es still, worauf Brise 
aus SzE durchkam, welche östlicher holend schnell auffrischte und von sehr 
feuchter Luft und entfernten Blitzen im Nordosten begleitet war. 
Hiermit waren wir dem Südende Madagaskars nahe gekommen, woselbst 
von 26° 40’ bis 26° 48‘ Süd-Br. und von 47° 22‘ bis 46° 57‘ Ost-Lg. grün- 
zefärbtes Meerwasser beobachtet wurde. Der Strom wurde am Tage vorher 
N 14°E 21 Seem., an diesem Tage, den 3. Dezember, N 35° W 11 Seem. ge- 
funden. Die Winddrehung schritt wieder bis NE fort, dann wurde es still 
und nun kam eine Brise aus SW durch, die etwas südlicher holte und vier 
Tage hindurch beständig in den Mozambique-Kanal hinein wehte, ohne östlicher 
als SzE zu gehen. Die Temperatur der Meeresoberfläche wurde von Mauritius 
bis Bourbon zu durchschnittlich 26° C. gefunden, sank dann bei der Annäherung 
an die Südspitze Madagaskars, woselbst auch entschieden nördlich setzende 
Strömung: angetroffen wurde, bis zu 21° C., um später unweit der afrikanischen 
Küste wieder bis zu 24° C. zu steigen. Während des oben erwähnten, in den
	        
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