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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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von Menai-Insel beginnt, welche sich in einer Länge von !% Seem. nach Westen 
arstreckt. Mit halber Fluth und halber Ebbe sind zwischen Nord- und Menai- 
Insel Boot-Passagen durch die Riffbarriere, durch welche man in die Lagune 
hinein und nach Wizard- und den Süd-Inseln hin gelangen kann. Mit frischem 
Südost-Passat und zur Hochwasserszeit rollt die See über Theile des Ostriffs 
und verursacht eine für Boote recht unangenehme Dünung in der Lagune. 
Die Menai-Insel ist, wie gesagt, etwa !/a Seem. in Ostwest-Richtung breit 
und wird etwas über 1 Seem. lang sein. Fast die ganze Insel ist mit Busch- 
werk, das zwischen den Steinmassen hat Wurzel fassen können, bewachsen; die 
etwa 10 Met. hohen Sandhügel tragen grössere Bäume und gewöhnliche Grasarten, 
an der Südwestküste stehen einige Kokospalmen. Auf den Sandhügeln am 
Nordostende der Insel waren Kokosnüsse gepflanzt, um Bäume daraus zu ziehen. 
Die sämmtlichen Inseln dieser Gruppe haben kein frisches Wasser, auch sind 
sie unbewohnt und werden gelegentlich von Fischern aus den Seychellen zur 
Ausnutzung des. grossen Fischreichthums in der Lagune und des Schildkröten- 
'anges wegen besucht. Die Schildkröten werden dort oft‘in einer-Schwere von 
400 bis 700 Pfd. angetroffen. Seevögel umschwärmen die Insel massenhaft, 
die sogen. Boobins sind vorherrschend, auch Fregattvögel, Schnepfen, Tauben 
und viele andere Landvögel, die wohl aus dem benachbarten Madagaskar stam- 
men, kommen‘ vor, so dass die Jagd darauf recht ergiebig ist. Wilde Ziegen 
sollen ebenfalls vorhanden sein, doch .haben wir keine davon gesehen. Die 
Wizard - Insel hat eine grosse Menge Ratten aufzuweisen, welche dort über- 
1achtende Menschen nicht wenig beunruhigen. 
Die Menai-Insel erlangt eine gewisse Wichtigkeit für die Gruppe, indem 
sich am Nordende derselben ein ziemlich guter Ankerplatz befindet, woselbst 
man gegen den Passat geschützt ist, also 8 bis 9 Monate im Jahre ganz sicher 
liegt. Das Nordende dieser Insel liegt am Küstensaum etwa 1'/2 bis 2 Met. 
über der Hochwassermarke und reichen die Lavamassen, von Flächen weissen 
Korallensandes durchbrochen, zur Hochwasserzeit bis dicht ans Meer. Die 
Nordwestspitze der Insel bildet‘ eine bedeutende Sandfläche und östlich davon, 
gegen die Inselmitte hin, ist eine zweite Sandfläche, von etwa */s Ausdehnung 
der ersteren; mehr sieht man hier bei Hochwasser nicht. Mit halber Gezeit 
sieht man weiter nach Ost hin noch zwei kleinere Sandflächen mit schwarzen 
Lavamassen dazwischen. Zur Zeit des Niedrigwassers wird noch in einer Aus- 
dehnung von etwa 100 Met. ein ganz flacher schmutzig-gelb und weisser Strand 
als Fortsetzung der Sandflächen und scheinbarer Untergrund der Lavamassen 
sichtbar, dann aber macht die Insel wieder einen Absturz von etwa 5 Met. und 
nun beginnt eine Bank, die sich in ihrer grössten Ausdehnung nahezu 2 Kblg. 
weit erstreckt, stellenweise aber nur 100 Met. breit ist. Diese Bank bildet 
nun eine ziemlich sanfte Fläche von 5 bis 30 Met. Wassertiefe, die sich langsam 
abdacht. Hiernach fällt der Boden mit einem Male steil ab, so dass mit 
200 Met, Leine kein Grund zu erreichen ist, 
Bei einer Tiefe von 30 bis 35 Met. wollen die Anker nicht mehr: halten, 
Wir sind dort zweimal fortgetrieben und hatten die nicht geringe Mühe, an: 
L00 Met. Kette wieder einzuwinden. Später ankerten wir in etwa 15 Met,, 
ungefähr auf der Mitte der Bank, bei Niedrigwasser 1 Kblg. vom Lande ent- 
fernt. Dort fanden wir über weissem Korallensande mit Korallenbruchstücken 
gut haltbaren Grund. Unser Anker lag recht dwars vom östlichen Theil der 
zweiten Sandfläche von West an gerechnet; der nordöstliche Theil der höheren 
mit Bäumen bewachsenen Hügel von Menai- Insel peilte Süd. Die beste Zeit 
zur Ansegelung. dieses Ankerplatzes ist die bei Niedrigwasser, denn alsdann 
kann man vom Bugsprit aus am besten sehen, wo sich die Bank am weitesten 
hinaus erstreckt. Vom Buge aus hat man fortwährend zu lothen, bis man 
19 Met. (10 Faden) Wasser hat, worauf sogleich der Anker fallen muss. Bei 
Springfluthen steigt: die Fluth reichlich 3 Met., bei Neu- und Vollmond ist 
zwischen 2'/2 und 3 Uhr Hochwasser. Die Fluth läuft am Lande entlang in 
östlicher und nördlicher Richtung, bis das Wasser soviel gestiegen ist, dass es 
durch die Kanäle der Riffbarriere in die Lagune hineinströmen kann; von 
dieser Zeit an setzt der Strom direkt auf Land zu in die Lagune hinein, Auf 
unserem Ankerplatz liefen die Gezeit - Strömungen jedoch sehr unregelmässig; 
mitunter war Gegenstrom da, so dass sich durchaus kein bestimmter Wechsel
	        
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