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fullscreen: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Bericht über die an Bord S. M. S. „Vineta‘“ während der Reisen 
von Madeira nach Rio, Montevideo und Valparaiso (vom 18. No- 
vember 1875 bis 17. Februar 1876) angestellten hydrographischen 
und meteorologischen Beobachtungen, 
Von Capt. z. See Graf v. Monts. ; 
iu. Passatstrom und andere Strömungen. Passatstrom.!) Während 
auf 30° Nord-Br. und 18° West-Lg. ein schwacher Strom nach S40° O circa 
5 Seem. den Tag bemerkt wurde, welcher von Madeira aus nach den Canarischen 
Inseln und der Küste von Afrika hinsetzte, trat von 27° Nord-Br. und 21° 
West-Lg. ein entschiedener Weststrom auf, dessen Hauptrichtung bei einer Ge- 
schwindigkeit von 9 bis 18 Seem. den Tag zwischen Nord und West lag. 
Dieser Strom war in derselben Richtung und Stärke zu verfolgen bis 
ca. 6° Nord-Br. und 26° West- Lg., wo der wirkliche Passatstrom in der- 
selben Richtung, aber mit bedeutend vermehrter Geschwindigkeit sich be- 
merkbar machte. Er erreichte hier eine Geschwindigkeit von 46.2 Seem. in 
48 Stunden als Maximum. Die Geschwindigkeit blieb fast dieselbe bis 2° 
Süd-Br. und 27° West-Lg., wo wieder ein bedeutend sch wächerer west- 
licher Strom von 9 bis 18 Seem. in 24 Stunden sich zeigte. Als Grenzen für 
den Passatstrom stellten sich deshalb heraus: 
5° Nord-Br., 26° West-Lg., 
2° Süd-Br., 27° West-Lg. 
Eine Durchschnittsrichtung kann nicht angegeben werden, da die Beob- 
achtungen der einzelnen Tage sehr verschiedene Resultate ergaben, welche 
zwischen S 4° W über West bis N 15° W differirten. Die Richtung und Stärke 
des Stromes wurden stets durch Vergleichung des gegissten und observirten 
Bestecks erhalten. 
Brasilianischer Strom. An der Küste von Brasilien hat sich kein be- 
merkenswerther Strom gezeigt und das specifische Gewicht des Wassers blieb von 
6°—24° Süd-Br. stets dasselbe, nämlich l1.027.”) 
Die Peruanische Küsten - Strömung hat sich durchaus nicht so stark ge- 
zeigt, wie in den Strömungskarten für diesen Monat angegeben ist; das Maximum 
der Differenz war zwischen gegisstem und observirtem Besteck N 52° O0 15 Seem. 
in 24 Stunden. Das specifische Gewicht des Meerwassers von 49° Süd-Br. bis 
33° Süd-Br. schwankte zwischen l.oe7 und 1.029; das Wasser zeichnete sich meist 
durch schmutzig-grüne Farbe aus. 
II. Temperatur und Dichtigkeit des Wassers dos Passatstromes., 
Aus nachfolgender Tabelle ist ersichtlich, dass, von höheren Breiten nach dem 
Aequator hin gerechnet, im Allgemeinen die Temperatur des Wassers zunimmt, 
während gleichzeitig die Dichtigkeit abnimmt.®) 
30° Nord-Br. 18° West-Lg. 21.4° C. 1.029 
24° m 23° ” 23.5° L.028 im . 
14° » 26° 25.0° 1.027 + November 
7? 29 „ 26.40 1.025 1875. 
4° ” an > ,9 1.026 
)° 45‘ Nord. 24? 9 ,  Loe7 a 
4° Süd. 28° ” 12° „ L.006 \ D 1m 
15° 35° 26.4° Laer | a 
21° 38° ” 26.9° „ Loss . 
m 
1) Dieser durch den Passatwind erzeugte Weststrom wird vielfach Aequatorialstrom genannt; in 
der Aequatorialgegend der Oceane fliesst aber bekanntlich der östliche Gegenstrom; wir werden daher 
7on jetzt an statt des Ausdrucks „Aequatorialstrom“ das Wort „Passatstrom“ gebrauchen, weil dieses 
lem Sachverhältnisse nach richtiger erscheint, A. d. R. 
2) Inwieweit das specifische Gewicht innerhalb der vierten Decimalstelle varlirt, ist in dem 
Berichte nicht angegeben; auf diese vierte Decimalstelle in den Angaben des specifischen Gewichtes 
kommt es aber für die Beurtheilung der physikalischen Verhältnisse der Oceane wesentlich an. 
A, d. R. 
3) Diese Abnahme der Dichtigkeit ist auf die Zunahme der Temperatur zurückzuführen, nicht 
auf die Abnahme des Salzgehaltes. A, d. R.
	        
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