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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Allt ein paar Grado südlich der Durchschnittsbreite der anderen. Die Reihen- 
semperaturen des Schnitts befinden sich Tab. II sub VIII bis XII (No. 140 
bis 144) zusammengestellt. 
25. Die oberen Isothermen verlaufen sehr gleichmässig, dadurch Ruhe 
des Wassers oder einen meridionalen Strom indieirend. Der Richtung der schon 
bei No. 139, Tab. I, angegebenen naturgemässen SO - Strömung scheint durch 
die vorherrschenden starken Westwinde eine mehr östliche Tendenz verliehen 
zu werden. Bei No. 141 ist der Strom in 50 und 100 Faden, wo der Wind 
weniger Einfluss übt, daher auch südlicher gemessen worden. Die bei No. 142 
gemessene ONO - Strömung scheint eine locale Veranlassung gehabt zu haben. 
Yarscht man nämlich unter Zuhülfenahme unseres meteorologischen Beobachtungs- 
Journales, dem dabei notirten verhältnissmässig geringen specifischen Gewichte 
nach, so findet man, dass dasselbe nur während der Morgenstunden, d. h. zur 
Zeit der Beobachtung stattgefunden hat. 
In jenem Journal ist gleichzeitig stark fallender Nebel und Regen notirt, 
30 dass eine ganz natürliche Erklärung vorliegt. Dem geringen specifischen 
Gewicht bei nicht wesentlicher veränderter Temperatur entspricht aber nörd- 
liche Strömung, weil im Nord das salzhaltige Wasser ist, wodurch die Currung 
derselben von SO nach NO begründet ist. Nimmt man an, dass der Regenfall 
stark genug war, um noch bis auf 100 Faden Tiefe zu wirken, so ist auch die 
in. 50 und 100 Faden gemessene nördlichere Strömung erklärt, indem nämlich 
hier die Wirkung des stattgehabten Nordwest-Windes aufhört, die an der Ober- 
fäche den nördlichen Gleichgewichtsstrom ostwärts ablenkte. Es muss freilich 
dahin gestellt bleiben, ob der Regen bis auf diese Tiefen wirken kann und ob 
nicht dennoch hier eine von weiter her kommende Strömung nach Nord vorhanden 
ist, deren Ursachen sich aus dem einen Beobachtungsschnitt nicht erklären 
lassen; der Isothermen - Verlauf spricht dafür aber jedenfalls nicht, er deutet 
vielmehr durch ein geringes Aufwärtssteigen der 8° und 10°-Temperaturen auch 
ın der Tiefe nur eine geringe Unregelmässigkeit an. 
26. Bei den folgenden Beobachtungen ergab die Bestecksrechnung in- 
differente Strömungen in Uebereinstimmung mit dem gleichmässigen Verlauf der 
oberen Isothermen. 
27. Das Heraufgehen der 4°.Isotherme bei No. 141 mag — wenn es 
nicht auf einem Thermometerfehler beruht!) — eine Wirkung der Boden- 
erhebung bei No. 142 sein. 
28. Im Allgemeinen scheint die 3°-Isotherme die Richtigkeit der An- 
nahme zu bestätigen, auf welche sich die Discussion sub 23 zum Theil stützte, 
dass nämlich diese Isotherme sich der Stromrichtung des Bodenwassers ent- 
gegen der Oberfläche nähert. Natürlich kann dies hier nur in sehr geringem 
Maasse hervortreten, weil die Breitenänderung sehr unbedeutend ist. Die Beob- 
achtung No, 144 bleibt dabei ausser Betracht, weil bei ihr sich der Einfluss der 
nahen Küste des Südamerikanischen Festlandes und der dort in der Regel vor- 
handene südlich setzende Küstenstrom geltend zu machen scheint. 
Dieser Strom ist vermuthlich nichts anderes als die durch die Küste ver- 
anlasste Abbiegung des in der gemässigten Zone dieses Oceans vorhandenen 
und bei fast allen unseren Beobachtungen constatirten östlichen Stromes, der 
nur gering erwärmtes Wasser führt, weshalb die Strömung sich viel mehr in 
der Tiefe geltend macht, als dies bei den Tropenströmen der Fall ist, wenn 
diese nach den kalten Gegenden abzubiegen gezwungen werden. 
Zur vollkommenen Klarlegung der Erscheinungen der Beobachtung No. 144 
würde es noch des Vergleiches mit Beobachtungen südlich und nördlich davon 
bedürfen, die: zum Theil wenigstens durch die Untersuchungen des britischen 
Kriegsschiffes „Challenger“, welches die Passage durch den südlichen Stillen 
Ocean einige Grade weiter nördlich genommen hat, später zu gewinnen 
zein werden. 
1) Die Thermometer sind allmälig ziemlich unzuverlässig geworden, indem die Haarfedern des 
kleinen Stahlindex in der Röhre ihre elastische Kraft zum Festhalten durch den vielen Gebrauch ein- 
yebüsst haben.
	        
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