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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Belag die in keinem anderen Ocean so weit nach dem Aequator ausspringende 
Kislinie ansehen. . 
Zu Gunsten dieser Hypothese eines gewissen Kreislaufes könnten noch 
die folgenden Gründe vorgeführt werden. Kin Vergleich sowohl der Luft- wie 
der Meeres-Isothermen des südlichen und nördlichen Atlantischen Oceans unter- 
zinander und mit denen des Stillen Oceans ergiebt, dass 
i, der Südatlantic kälter ist als der Nordatlantic, . 
2. der Nordatlantic wärmer ist als der Nord-Paeific, 
3. der Süd-Pacifie wärmer ist als der Südatlantie. 
Die grössere Wärme des nördlichen Atlantischen Oceans ist bisher in der 
Regel durch den Einfluss des Golfstroms ‚erklärt worden. Einen ähnlichen 
Strom haben aber auch z. B. der nördliche Stille Ocean, der -trotzdem kälter 
st. Ohne Frage hat dieser Strom einen wärmenden Einfluss auf einige euro- 
päische Küsten, aber der Strom dürfte bei seiner geringen Breite von ca. 110 Seem. 
und seiner geringen Tiefe von ca. 100 Faden (183 Met.) in der Nähe seiner 
Quelle viel zu unbedeutend sein, um einen meYklichen Einfluss auf das Klima des 
ganzen nördlichen Atlantischen Oceans und die an ihn grenzenden Länder aus- 
zuüben. Dagegen ist es bisher noch gar nicht gewürdigt worden, dass ein 
sehr grosser Theil des Nordatlantie von Wasser ausgefüllt wird, welches eine 
Reise über den Aecquator, wenn auch in bedeutender Tiefe gemacht hat. Selbst 
wenn die durch diese Reise verursachte Erwärmung des Wassers im Vergleich 
mit dem des Südatlantischen Oceans nur äusserst gering sein sollte, muss dies 
bei der Mächtigkeit der wandernden Wasserschicht als eine erhebliche Wärme- 
quelle angesehen werden, welche dem Südatlantie entzogen, dem Nordatlantic 
zu Gute kommt. Es kann hiergegen nicht eingewendet werden, dass die mitt- 
lere Temperatur jener Wassermasse wahrscheinlich unter der mittleren Tem- 
peratur der Luft des Nordatlantie liegt, denn es handelt sich nicht um absolute 
Wärme, sondern nur um den Unterschied in der Wärme des Süd- und Nord- 
atlantie. Indem nun der Ueberschuss dieses Wassers, das heisst der durch Ober- 
Hächenströmung dem Südatlantie nicht wieder zurückgeführte Theil auf dem 
Woge des arktischen Meeres, wo die noch vorhandene Wärme absorbirt wird, 
n den Stillen Ocean zu treten gezwungen wird, kühlt er den nördlichen Stillen 
Jeean relativ stärker ab, als dies ohne jene Bewegung der Fall sein würde 
und führt einen Theil der auf diesem Wege von Neuem aufgenommenen Wärme 
lem südlichen Stillen Ocean dadurch zu, dass die Bewegung sich über den 
Acquator hin fortsetzt. Der Süd-Pacific hingegen ersetzt nun dem Südatlantie 
um das Cap Horn herum einen Theil desjenigen Wassers in ganz kaltem Zu- 
stande, welches dieser an den Nordatlantie einigermassen erwärmt abgab. 
Diese Kreisbewegung ist übrigens in keinem Falle so zu verstehen, dass 
die untersten Schichten durch die ganzen Oceane sich ihr anschliessen, vielmehr 
werden es, wenn sie sich erweisen lassen sollte, wozu die jetzigen Beobachtungen 
ıber noch durchaus nicht zureichen, theilweise sogar zu widersprechen scheinen 
— nur einzelne Ströme der Bodenwassermasse sein, die ihr folgen, während 
zin anderer Theil cine entgegengesetzte Bewegung annimmt. Auch darf nicht 
iberschen werden, dass gleichzeitig — was man als zweifellos hinstellen kann 
— ein beständiger Kreislauf zwischen dem Bodenwasser und dem Oberflächen- 
wasser, also eine Strömung von unten nach oben und umgekehrt stattfindet, 
lie vorzugsweise in gewissen Zonen zu Tage zu treten scheint. Das oceanische 
Stromsystem ist jedenfalls ein äusserst complicirtes, auf dessen bisheriges 
Dunkel die oceanischen Beobachtungen S. M. S. „Gazelle“, des „Challenger“ etc, 
nur erst ein geringes Licht werfen. 
E. Von 45° 33.e‘ Süd-Br. und 141° 11.4‘ West-Lg. bis zu der 
Magellan-Strasse. 
24. Von 45° 33.6‘ Süd’- Br. und 141° 11.4“ West-Lg. ist ein Latudinal- 
schnitt von ca. 2600 Seem. Länge durch den Stillen Ocean gelegt worden. 
Wegen des öfters stürmischen Wetters konnten die Beobachtungen nicht immer 
30 nahe zusammengelegt werden, als dies sonst geschehen ist, was aber bei dem 
gleichmässigen Verlauf der Isothermen, wie ihn Diagramm V ergiebt, die daraus 
zu ziehenden Schlüsse wenig beeinträchtigt, Die letzte Reihentemperatur No. XII
	        
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