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Lothung No. 136 120 Seem. von Haymet- Rock (80 Seem. von der wahrschein-
lich nicht existirenden Insel Tuanahe) genommen wurde und dass fast mitten
zwischen den Lothungen No, 134 und 185 das DBeveridge- Riff liegt. Diese
rereinzelten kleinen Felsmassen müssen danach fast thurmartig dem Meeresboden
entsteigen; ihre Erhebung in dieser Form bis zur Höhe von über 5000 Met. aus
einer sonst ganz gleichmässig verlaufenden Tiefebene dürfte als eine Art geolo-
gischen Problems anzusehen sein.
16. Die oberen Isothermen der Temperatur-Curven I, II und II (siehe
Diagramm IV) lassen das Abnehmen der Temperatur nach Süd hin erkennen,
deuten an sich aber keinen Strom an, weil sie fast rechtwinklig zur Stromrich-
bung verlaufen; erst der Vergleich mit den Isothermen eines östlich oder west-
lich genommenen Parallelschnittes würde die vorhandene Wasserbewegung nach-
weisen.
Sie legen durch ihren gleichmässigen Verlauf allenfalls Zeugniss dafür
ab, dass hier keine auffallenden Gleichgewichtsstörungen vorhanden sind. Der
dabei gemessene geringe südwestliche Strom, das Abfliessen des wärmeren und
daher leichteren Tropenwassers nach den südlichen Gegenden mit kaltem schwe-
rem Wasser, durch den Ostpassat eine westliche Tendenz erhaltend, harmonirt
damit.
Der ‚verhältnissmässig geringe Salzgehalt des Oberflächenwassers bei I
und II, wie er aus den specifischen Gewichten (s, No. 133 u. 134 der Tabelle I)
arkenntlich ist, erklärt sich durch die gerade hier stattgehabten Regen. Er be-
irifft demgemäss auch nur die Oberfläche, wie ein Blick auf die daneben stehen-
jen specifischen Gewichte auf 50 und 100 Faden (91 und 183 Met.) lehrt. Als
eine Bestägigung des Gleichgewichtgesetzes könnte es angesehen werden, dass
in Folge dessen der Strom an der Oberfläche nicht unerheblich stärker ist als
in 50 und 100 Faden, was sonst nicht in dem Maasse der Fall zu sein pflegt.
17. Der bei Beobachtung IV (No, 136) geloggte nordöstliche, also dem bis-
herigen entgegenfliessende Strom scheint zu dem Schlusse zu berechtigen, dass
wir es von hier ab mit Wasser südlicherer Breiten zu thun bekommen. Die
oberen Isothermen des Diagramms bestätigen diese Vermuthung jedoch nicht,
denn sie zeigen, dass die Temperaturen der oberen Schichten in völliger Regel-
mässigkeit und entsprechend der Breitenveränderung allmälig abnehmen.
Zur Klarstellung der Sachlage muss hier der Salzgehalt mit herangezogen
werden.
Ein Vergleich des aus je 12 Beobachtungen gewonnenen täglichen Durch-
schnittes der Wassertemperaturen und des auf 17.5° C. reducirten specifischen
Gewichtes des Oberflächenwassers (dieses specifische Gewicht repräsentirt also
direct den Salzgehalt) liefert den Beweis, dass das Wasser tropischen Ursprungs
ist. Diese Tagesmittel sind nämlich:
| Lemp. Jernee
C. °_ | Gewicht.
1876
‚an. 3*) auf 23 Süd-Br.| 25.3 1.0274
‚3% „ 24% „ | 252 | Loer
‚4 „ 2684 » 25.2 1.0274
5 „ 26% | 24.7 | 1.0274
Bemerkung.
*) Das doppelte Datum des
3. Jan. rührt von einem, hier
in Folge des Passirens des
180° der Länge von Berlin
ıngeschobenen Tage her.
Wir müssen es hier also mit einem der Wirbel zu thun haben, welche,
wie im Luftmeere, so im Oceane, namentlich häufig in der Nähe der Grenzen
verschiedener Stromgebiete vorkommen. Dass sich das so verhält, bestätigen
die zwischen den Beobachtungen No. 135 und 136 durch das Besteck ermittelten
Strömungen, welche hiernach aus der Südwest-Richtung über Süd- und Südost
in die Nordost-Richtung übergegangen sind. Die Veranlassung für den Wirbel
mag vielleicht in der nördlich von Neu-Seeland constatirten nordöstlichen Strö-
mung liegen, vielleicht auch in der Querlage der Insel Neu-Seeland selbst.
Es ist vorstehend auch die Temperatur und das specifische Gewicht des
Wassers etwas südlich der Beobachtung No. 136, nämlich derjenigen vom 5. Ja-
nuar gegeben worden, welcher sich danach als ebenfalls noch zum Tropenwasser
gehörend charakterisirt. Bereits am folgenden Tage aber auf 28° Süd.-Br. beginnt
sowohl die Durchschnitts- Temperatur , wie das auf gleiche Temperatur reducirte