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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Nordöstlich der Ausfahrtsinsel sind ein paar Felsen und Klippen, während 
man die ebenfalls keilförmige und hohe, aber bewaldete Jackson-Insel in nord- 
wostlicher Richtung liegen sieht. 
Bevor man in den Kanal zwischen Seeland und der Ausfahrtsinsel ge- 
langt, sieht man links die hohen Berge von Batanta über den niedrigen Inseln 
der Galewo - Strasse und voraus die in Folge der Entfernung niedriger er- 
scheinende, aber in Wirklichkeit sehr hohe Insel Waigir, welche man zuerst in 
drei bis vier Theilen sichtet, da die niedrigeren Partien lange unter dem 
Horizonte bleiben, 
Ebbe und Fluth-Strömung. Es wurde beim Passiren der Galewo-Strasse 
kein anderer Strom als Ebbe und Fluth.beobachtet, die aber nicht besonders 
stark und durchschnittlich in der Kursrichtung zu setzen scheinen. Im West- 
Tafen ergaben die Beobachtungen der Gezeiten das eigenthümliche Resultat, 
lass Ebbe resp. Fluth nicht je sechs Stunden laufen, sondern dass in 24 Stunden 
auf eine lange Ebbe und eine lange Fluth, jede von eirca acht Stunden, 
eine kurze Ebbe und eine kurze Fluth von je vier Stunden folgt, Demgemäss 
ziebt es zwei Hafenzeiten, welche circa acht resp. vier Stunden von einander 
antfernt. liegen. Als ungefähre Hafenzeiten wurde 3!/4* und 11'/2% ermittelt. 
Der.Strom lief im West-Hafen als Fluth südwärts mit 1.4 bis 2.2 Knoten im 
Maximum, und als Ebbe nordwärts mit 0.6 bis 1.9 Knoten im Maximum, wobei 
der stärkere Strom bei den achtstündigen Gezeiten, der schwächere bei den 
rierstündigen gemessen wurde, während es sich mit dem Fallen und Steigen des 
Wassers gerade entgegengesetzt zu verhalten schien, d. h. das höhere Hoch- 
wasser fand nach der vierstündigen Fluth statt, das niedrigere Niedrigwasser 
aach der vierstündigen Ebbe. Es ist Indess in Bezug auf letzteren Punkt zu 
sgemerken, dass das Steigen und Fallen nicht an einem Pegel beobachtet wurde, 
sondern mit Lothleinen, so dass dieser Theil der Beobachtung nicht hinreichend 
zuverlässig ist, weshalb die Höhe der Fluth über der Ebbe auch nur ungefähr 
als 3.6 Met. im Durchschnitt angegeben werden kann. 
Die Erscheinung wird ihre Erklärung dadurch finden, dass in dieser 
Strasse sich die Gezeiten zweier Oceane begegnen. Wie aus obigen Strom- 
angaben hervorgeht, überwiegt der südliche Strom den nördlichen um etwas, 
jedoch nur sehr wenig. Da die Beobachtung in einem flussähnlichen Seiten- 
arme der Strasse stattfand, lässt sich annehmen, dass im breiteren Theile der 
Strasse der Strom geringer ist, wie dies auch beim Durchlaufen derselben er- 
fahren wurde. 
Winde. Im Monat Juni wurde der Wind vorherrschend zwischen Süd 
ınd ESE gefunden von Stärke 1 bis 4 doch kam auch SSW und SW-Wind von 
Stärke 3 bis 6 vor. Das Wetter war, bis auf ein paar Regengüsse an jedem 
Tage, gut. 
6 ’. Da, die Kurse nicht östlicher als NO sind, würde ein Segelschiff während 
des SE-Monsuns, ohne zu kreuzen, die Strasse nordwärts passiren können, sofern 
die Winde durchschnittlich so sind, wie sie im Juni gefunden wurden. 
Kurse durch das Fahrwasser. Das durch die Strasse führende Fahrwasser 
ist im Ganzen kein complicirtes. Es sind oben verschiedene Kurse vorgezeichnet 
worden, um mit Sicherheit den Riffen aus dem Wege zu gehen; es ist indess 
zu bemerken, dass, wenn gut gesteuert wird und keine Stromversetzung erfolgt, 
man den complicirteren Theil der Strasse mit drei Kursen passiren kann, 
nämlich: NO vom Eintritt in das weitere Becken bis zur zweiten Weg-Insel, 
Nz0'/40 von hier bis nach Passiren des Riffes bei der Sand-Insel und: von 
hier N!4A0 bis in den Stillen Occan. 
Bemerkungen zu der Karte. 
Diesem Berichte des Capitain z. See Freiherrn v. Schleinitz ist eine 
Karte beigegeben, auf welche im Texte mehrfach hingewiesen ist. Diese Karte 
anthält vier gesonderte Aufnahmen an der Nordwestküste von Neu-Guinea im 
Jahre 1875, ausgeführt von Offizieren S. M, S. „Gazelle“, Capitain z. See
	        
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