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In den bisherigen Karten ist eine Insel nordöstlich des English Point
aingetragen, welche man, von Süd kommend, erwartet zu sichten, bevor man in
die Strasse einläuft. Diese Insel liegt indess an ganz anderer Stelle, nämlich
viel weiter in der Strasse und näher der Küste von Neu-Guinea, so dass man
sie erst sichtet, wenn man in die eigentliche Strasse einläuft. Als Marke hat
sie daher keine Bedeutung.
Von der Kinfahrtsinsel halte man die sich gut markirende steile. Südost-
spitze der Insel. Salwatti!) etwas an Backbord. Die Wassertiefen sind hier
sedeutend und man wird mit dem Handloth erst Grund erhalten, wenn man
sich der Spitze nähert, in deren Nähe 12.5 Met., unmittelbar darauf aber wieder
mit 27.4 und 31 Met. Leine kein Grund gelothet wurde.
. Wenn der Ort Salwatti überhaupt an der in der englischen Karte an-
gegebenen Stelle liegt, so kann er von der Strasse aus nicht gesehen werden.
Einen Ort findet man erst, wenn man die Strasse weiter nordwärts (der
ostnordöstliche Verlauf dieses Theils der Strasse in den ‘bisherigen Karten. ist
falsch) heraufläuft, wo die Insel Salwatti, gegenüber der am Ufer von Neu-
Guinea liegenden, in den holländischen Karten mit Delfzyl bezeichneten Insel,
eine starke Einbiegung nach Nordwest macht.‘ .
Ein paar Hütten sind: schon vorher an der Küste Neu-Guinea’s (aber
nicht Salwatti’s) sichtbar.
Südwestlicher Theil der Galewo - Strasse, Der südwestliche Theil der
Strasse bildet bis auf eine Entfernung von 11 bis 12 Seem. von English Point
einen breiten, tiefen und klaren Kanal, sofern man die Insel Delfzyl an Steuer-
bord lässt, so dass für diesen Theil es keinerlei Segelanweisungen bedarf,
Nördlicher Theil der Galewo-Strasse, Dann aber verengert sich die Strasse
zu einem Hals, um sich sogleich wieder zu einem grossen Becken zu erweitern,
das mit Inseln und Riffen angefüllt ist. Zwischen diesen führt zwar auch eine
wenig gekrümmte Fahrstrasse, sie bedarf aber genauer Beschreibung und vor-
zichtiger Navigirung, namentlich nach den bisherigen Karten, da diese in Bezug
auf die Strasse ganz unrichtig sind. In Wirklichkeit ist die Fahrstrasse übrigens
weit besser, als sie nach diesen Karten erscheint. -
Sowie man aus dem eben erwähnten Hals mit NO-Kurs in das Becken
tritt, sieht man an Backbord (in NW) einen Wasserarm mit einer kleinen und
einer grösseren Insel, einen zweiten breiten Wasserarm voraus in NO, der
durch eine kleine Insel getheilt ist und eine schmale zwischen Inseln hinein-
führende Strasse an Steuerbord (östlich).
Ankerplätze, West- und Ost- Hafen. Der unordwestliche dieser drei
Wasserarme führt zu einem sehr guten Ankerplatz, wenn man die kleine Insel
an Backbord, die nächst grössere an Steuerbord lässt und auf den in derselben
Richtung sich flussartig zwischen einer folgenden Insel und Salwatti öffnenden
Wasserarm zuhält, in welchem man beliebig auf einer Tiefe zwischen 18
und 22 Met. (West - Hafen) ankern kann. Wenn man will, kann man diesen
Arm, der überall tief ist, mehrere Meilen aufwärts gehen. Er biegt sich
1’ Seem. vom Eingange ostwärts und sodann wieder nordwärts. Das Wasser
ist am Eingange und auch sonst tief, fast überall bis dicht an die Ufer, Eine
halbe Seemeile vom Eingange liegt am östlichen Inselufer allerdings eine Ko-
rallenbank, die sich aber kaum auf !/%- Kblg. vom Ufer erstreckt. Der Anker-
grund ist Mud.
Einen ähnlichen Ankerplatz kann man finden, wenn man den östlichen
Arm wählt, wo. man drei kleine Inseln an Steuerbord (südlich) lässt und die
grössere Insel an Backbord. Man hat dort allerdings weniger Wasser, indem
man über 7.3 bis 9.ı Met. kommt und nach Passiren der drei kleinen Inseln auf
12,8 Met. ankern kann (Ost-Hafen).
Etwas weiter östlich dieses Ankerplatzes liegt auf der Küste Neu-
Guinea’s und auf einer kleinen Insel ein Dorf, während in der Nähe des erst-
beschriebenen Ankerplatzes keine Dörfer sind. Das Terrain ist dicht bewaldeter
Kalkfels mit umgebenden Mangrove-Sümpfen. Einige Wasserläufe führen das
1) Der Name Salawati oder Salwatti soll nach Brumund aus Surunkt entstanden sein; nach
Rosenberg bedeutet „Wat“ das Fällen von Holz (vgl. Meinicke a. a. O. pag. 84 und 8363; „Hydr,
Mitth.“ 1873, pag. 50.