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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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nördlicher, dann bietet die Bucht auch den kleineren Fahrzeugen keinen Schutz 
nehr. Wie die Bewohner von San Juan aussagen, geht der Wind stets vor 
oder nach dem Mondwechsel etwas nördlicher, nimmt an Stärke zu und erzeugt 
dann die hohe Brandung, welche gerade zwischen den beiden Cays sehr stark 
ist, bedingt durch die Einengung des Wassers zwischen denselben.“ 
2, Längenbestimmungen von La Guayra, Puerto Cabello und von Ensenada de 
San Juan an der Küste von Venezuela. 
Die Ungenauigkeit in den Längenangaben vieler Punkte der Inseln und 
Küsten West-Indiens, Central- und Süd-Amerika’s, und damit auch die mangel- 
hafte Kenntniss und selbst fehlerhafte Darstellung der Küstenumrisse hat schon 
lange eine genauere Ortsbestimmung und Vermessung jener Küstenpunkte 
wünschenswerth gemacht. Für einige Punkte in West - Indien und Central- 
Amerika haben die Arbeiten des amerikanischen Marine-Officiers F. M. Green, 
U. 8. N., diese Aufgaben gelöst (s. „Ann. d. Hydr.“ etc. 1876, pag. 32). An 
der Küste von Venezuela hat für Chichirivicht der jetzige Contre - Admiral 
Werner in dem Jahre 1872 eine Längenbestimmung erhalten *), welche die (schon 
früher erkannte) Thatsache bestätigten, dass die bisher auf den Karten an- 
gegebenen Längen vieler Punkte an der Nordküste von Süd-Amerika um un- 
gefähr 4 Bogenminuten falsch sind (nämlich um ebenso viel zu weit westlich). 
Eine erneute Bestätigung und zugleich Rectificirung hat dieser bisherige 
[rrthum in den Längenangaben durch die oben mitgetheilten Ergebnisse der 
Längenbestimmungen für Puerto Cabello und von Ensenada de San Juan er- 
halten, welche Capt. - Lieut. Aschmann an Bord 8. M. S. „Victoria“ unter- 
ıommen hat. 
Um nachzuspüren, auf welche und wie viele Punkte längs der Nordküste 
von Süd-Amerika sich dieser Fehler in den Längenangaben erstreckt, sind noch 
weitere genauere Längenangaben von Küstenpunkten — westwärts von Ensenada 
de San Juan bis zum Golf von Venezuela und ostwärts von La Guayra (siehe 
weiter unten) bis zur Insel Trinidad — wünschenswerth; ihre Ausführung wird 
aine wesentliche Lücke in der Kartographie jener Gegenden ausfüllen. 
Ueber die oben erwähnten von Capt.-Lieut. Aschmann im Februar und 
März d. J. ausgeführten Längenbestimmungen berichtet derselbe Nachstehendes: 
„Am 10. Februar 1876 wurde die Länge von La Guayra mit Hilfe der 
auf St. Thomas genau regulirten Chronometer berechnet zu 66° 57‘ 5“ West. 
Die Beobachtung ist von Bord der „Victoria“ aus gemacht worden, als sie 
anmittelbar vor der Trenchbastion (Trinchera) in der missweisenden Peilung 
38010 2.5 Kblg. Distance entfernt lag. In der brit. Admiralitätskarte No. 513 
“Tit. VII, No. 18) ist die Länge dieses Forts 66° 56‘ 55“ West anzugeben; sie 
weicht daher von dem Resultate der Schiffsbeobachtung nur um 10“ ab.?) 
In Puerto Cabello wurden am 20., 21. und 22. Februar d. J. Längen- 
bestimmungen von Philipps Castle gemacht, und aus ihnen ist die Länge desselben 
zu 67° 55‘ 26“ West hergeleitet worden, während dieselbe in der oben er- 
wähnten Karte zu 68° 0‘ 25“ West angegeben ist, mithin nach den neueren 
Bestimmungen an Bord S. M. 8. „Victoria“ um 4‘ 59“ zu westlich. 
Am 5. März wurde die Länge von San Juan Cay (s. pag. 182) in der 
Bucht von San Juan zu 68° 22,3‘ West bestimmt, und zwar wiederum um 5“ 
östlicher, als wie solche zu .68° 27‘ 55“ West in der brit. Admiralitätskarte 
No. 295 (Tit. VII, No. 16) angegeben ist.“ 
1) Nach dieser Bestimmung ist die geographische Länge des Sal Cay bei Chichirivicht 
68° 14‘ 20“ West von Greew., während die brit. Admiralitätskarte No. 513 (Tit. VII, No. 18) 
68° 18‘ West für dieselbe angiebt. 
2) Am 2, und 3. Dezember 1873 hat Corv.-Capt, Stenzel die Länge der „Capitania del 
Puerto“, nördlich von dem einzigen Landungsplatze, aus 8 Reihen von correspondirenden Sonnen- 
höhen gefunden zu 2° 0‘ 22.0“ westlich von St. Thomas oder 66° 56‘ 2,5” West von Greenw. 
Hiernach würde sich die Länge der Trench- oder Trincherabastion ergeben zu 66° 57‘ 8“ West, 
also sehr nahe übereinstimmend, ja fast identisch mit der von Capt.-Lieut, Aschmann an Bord 
5, M. S. „Vietoria“ gefundenen, A, d. R.
	        
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