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und zu constatiren, wie weit Schiffe mit ca. 3.7 Met. Tiefgang in die Bucht hinein-
gehen können, um cinen möglichst sicheren Ankerplatz zu finden, also die 2 Faden-
linie (3.7 Met.) festzulegen. Als fester Punkt bei diesen Vermessungen wurde
wieder Lu Pik und der zweite Ankerplatz der „Ariadne“ genommen, welcher
lurch dreitägige Beobachtungen astronomisch festgelegt und in 39° 43‘ 8“
Nord- Br. und 123° 47‘ 1“ Ost-Lg. bestimmt wurde. Zur Regulirung der
Lothungen wurden Pegelbeobachtungen am Schiff und vor der Flussmündung
während der Dauer der Vermessungen vorgenommen, Hierbei wurde der Unter-
schied zwischen Hoch- und Niedrigwasser l1.s Met. gefunden.
Am 14. Juli ging S. M. S. „Ariadne“ um 6* a. m. Anker auf und legto
noch einige Lothungslinien im Zickzack seewärts vor der grossen Lw-Insel, bis
sie etwa gegen 11*a, m. nochmals etwa 6 Seem. SW von dem ersten Anker-
platz zu Anker ging, um von hier aus Controlwinkel nach den Hauptvermessungs-
yunkten (namentlich nach dem Mönchenberg, als dem am meisten benutzten ÖOb-
jecte) zu nehmen. Die Lage des dritten Ankerplatzes wurde durch astronomische
Beobachtungen auf 39° 36‘ 28“ Nord-Br. und 123° 35‘ 17“ Ost-Lg. bestimmt.
Nach Beendigung dieser Beobachtungen wurde um 4 Uhr Nachmittags
wieder Anker gelichtet und zunächst eine Lothungslinie auf die Bowrchier-Gruppe
zu gelegt. Auf dieser Linie konnte ich mich wieder von der sehr ungenauen
Aufnahme dieser Gruppe überzeugen, die eine bedeutend grössere Ausdehnung
zu haben scheint, als auf der Karte angegeben ist. Nordöstlich von derselben
liegt vor der Küste des Festlandes noch eine sehr grosse hohe Insel, die gar
nicht angedeutet ist.
Um 7% Uhr Nachmittags waren wir bis auf etwa 3 Secem. an die süd-
lichste Insel der Bowrchier Gruppe herangekommen und da diese von einer
Anzahl von Klippen und kleinen Felsen umgeben ist, wagte ich nicht weiter
heranzugehen, sondern legte eine neue Lothungslinic zwischen Yang - taw und
Hai-yun-tau, bis der höchste Punkt der letzteren Insel OSO 6,1 Seem. entfernt
zepeilt wurde. Hicr hörten die Lothungen auf, da wir in den bereits aus-
zelotheten Theil der Karte kamen.
Am Nachmittag des 15. Juli gegen 3 Uhr ankerte S. M. S. „Ariadne“
wieder vor Tschifu.
3. Bemerkungen über die Bucht von Tong - sang an der chinesischen Küste der
Formosa - Strasse,
Bei Gelegenheit einer Kreuzfahrt in der Formosa-Strasse ankerte S. M. S.
„Ariadne“ am 29, Februar d. J. in der Tong-sang-Bucht !) und blieb daselbst
ois zum 3, März. Capitain zur See Kühne hat nachstehende Bemerkungen über
diese Bucht eingesendet:
„Am 29, Februar d.J. 8" 10% a, m. segelte S. M. S. „Ariadne“ auf etwa 11
Kblg. Entfernung von Thunder-Head (s. Karte Tit. XI, No. 41) und kreuzte die
Bucht von Tong-sang herauf. Ausserhalb der Bucht wehte NE in Stärke von
5—7 und in der Bucht selbst mit schweren Böen über die Berge herüber.
Gogen 9 Uhr Morgens ankerte „Ariadne“ in der Bucht hinter Thunder Head.
Thunder - Head ist cin 150 Met. hohes, felsiges Vorgebirge, dessen Ab-
ıänge auch nach der Bucht zu steil abfallen. In dem.oberen Theile der Bucht
ind dieselben cultivirt und bebaut; der südlichere Theil ist dagegen zu steil
und felsig, um selbst chinesische Cultur zu gestatten. Einzelne Schluchten und
Wasserbäche ziehen sich nach den Klippen, welche den Strand bilden, herunter.
Die Bucht von Tong-sang unterscheidet sich in meteorologischer Be-
ziehung wesentlich von der Amoy-Bucht, Diese letztere ist nämlich dem directen
Zinflusse der die Formosa - Strasse herabwehenden heftigen Nordost - Monsune
nehr entzogen, als die Bucht von Tong-sang. Der Nordost-Monsun wird in der
Amoy - Bucht nur unregelmässig in einzelnen, nur kürzere Zeit andauernden
Böen gespürt, während in der bei weitem grössten Zeit Land- und Seewinde
vorherrschen, die in der Regel mit der wochselnden Gezeit einsetzen. Tong-
sang-Bucht liegt dagegen recht auf der Balın des Monsuns, der in seiner ganzen
Stärke über die Bucht hinwegwecht, und wenn auch das hohe Thunder - Head
+ S. ıne China Sea Directory Vol, III (1874), pag, 160.