accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Aus den Reiseberichten S. M. S. „Ariadne‘“, Capt. z. See Kühne. 
I. Reise von Amoy über Pagoda- Rhede und Tschifu nach Ying-tze, dem Hafen 
von Niuschwang. 
S. M. S. „Ariadne“ war nach einem längeren Aufenthalte zu Hongkong, 
vom 16. April bis 26, Mai 1875 (vgl. „Annal., d. Hydr.“ ete., 1875, pag. 235), 
am 28, Mai in Amoy eingetroffen und verliess diesen Platz wieder am 31. Mai, 
ım zunächst über Foochow bezw. Pagoda - Rhede, wo „Artadne“ vom 2. bis 
6. Juni blieb, nach Tschifu zu gehen. Der Commandant S. M. S. „Ariadne“, 
Capt. z. See Kühne, bemerkt bei dieser Gelegenheit über die Schiffbarkeit des 
Wusses Min (vgl. „Annal. d. Hydr.“ etc., pag. 95 und 149), dass das Fahr- 
wasser desselben sich fortwährend ändert, und dass es deshalb und wegen der 
zum Theil sehr heftigen Strömung für grössere Schiffe nicht rathsam ist, ohne 
Lootsen in den Hafen von Foochow (Pagoda-Rhede, 10 Seem. flussabwärts von 
Foochow) einzulaufen. Zur Zeit der Anwesenheit der „Artadne“ daselbst 
xonnten Schiffe bis zu 6.4 Met. Tiefgang die Barre vor der Flussmündung bei 
jedem Hochwasser passiren und bis zu 7.3 Met. Tiefgang bei Springfluth. 
. „Die Fahrt im Flusse Min aufwärts“ — so berichtet Capt. Kühne — „ist 
eine ausserordentlich interessante. Die Gegend ist eine viel frischere, als an den 
anderen Plätzen der chinesischen Küste und bietet namentlich in dem oberen 
Flusslaufe grosse und seltene Naturschönheiten. Auf der Fahrt von der Mün- 
dung des Flusses Min bis zu Pagoda-Rhede hat man zwei enge Pässe zu passiren, 
Jei Kimpai, wo ausserdem das Fahrwasser durch den Mittelgrund sehr verengt 
wird, und weiter stromaufwärts bei Mingan. Beide Pässe sind mit Forts ver- 
sehen.“ 
Am 6. Juni verliess „Ariadne“ Pagoda-Rhede, um die Reise nach Tschifu 
‚ortzusetzen, während welcher sie vier Tage lang starken Nebel erlebte, Am 
15. Juni ankerte sie in Zschifu und blieb daselbst bis zum 22. Juni; von dort 
ging sie zunächst nach Zaku-Rhede und‘ trat von da am 26. Juni die Reise 
dach Nivschwang an. ; 
Capitain z. See Kühne berichtet über die Einsegelung des Liau-Ho oder 
Yin-Flusses, an welchem Niuschwang und weiter unterhalb Yıng-tze (oder Yin-koa) 
liegen, und über letzteren Platz, welcher in neuerer Zeit für die Deutsche 
Schifffahrt eine grössere Bedeutung gewonnen hat, Folgendes: 
„Am 29. Juni (1875) 11* 15" a. m. kam das vor der Barre am Yin-Flusse 
(oder Liau-Ho)*!) liegende Feuerschiff in Sicht; ein Lootse kam an Bord; weil 
aber Hochwasser bereits vorüber war, so ankerte „Ariadne“ in der Nähe dieses 
Feuerschiffes. Die Ufer des Liau-Ho sind so niedriges Land, dass sie von 
dem Feuerschiffe aus, welches ca. 9 Seem. vor der Flussmündung liegt, gar 
nicht zu sehen waren Die Barre, welche noch 1 Seem. hinter dem Feuerschiffe 
liegt und ca. 1 Seem. breit ist, hat bei Nippzeit Hochwasser noch immer 4.7 bis 
4.9 Met. Wasser und bei Springzeit, oder wenn starke südliche Winde geweht 
haben, 7.3 Met. Da wir nur noch drei Tage bis zur Springfluth hatten, gingen 
wir am folgenden Tage (30. Juni) mit dem Hochwasser über die Barre, wobei 
ıulemals weniger als 5.5 Met. gelothet wurden. Innerhalb der Barre hat der 
Fluss wieder eine grosse Tiefe, fast überall 12.8 Met. Wasser bis zu der eirca 
) Seem. oberhalb liegenden Stadt Yıng-tze.?) ; 
Diese Stadt ist der Hafenplatz (der eigentliche Hafen bei der Stadt heisst 
Yın-koa) für das noch 25 Seem. weiter stromaufwärts gelegene und von Fremden 
i) Vgl. The China Sea Directory, Vol. III (1874), pag. 556—561 
3 S, a. a. O. pas. 561.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.