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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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muss, weil sie in der im Jahre 1875 veröffentlichten Skizze derselben diesen 
Namen erhalten hat, muss man zuerst West steuern und sich dann bald darauf 
auf 2 Seem. weit nach Norden wenden, woselbst man auf 23.5 Met. Wasser 
ankern kann. Der Ankergrund ist gut haltbar und besteht aus Schlamm und 
Sand; im Hintergrunde erheben sich hohe Berge. Die Einsegelung ist ohne 
Schwierigkeit auszuführen. Das Cap Pemberton, welches die südöstlichste Spitze 
der Bucht ist, liegt auf 49° 1‘ 7“ Süd-Br. und 74° 26‘ 15“ West-Lg. 
b. Bucht Rondizzoni. Die auf der englischen Karte No. 85 (Tit. XII, 
No. 93) im SO der English Narrows nur in Umrissen angegebene Bucht ist 
nach dem Commandanten des Schiffes „Magallanes“ Rondizzoni benannt worden. 
Die Bucht ist frei von verborgenen Untiefen und hat in ihrer Mitte eine grosse 
Tiefe, denn mit 64 Met. Lothleine konnte der Grund nicht erreicht werden. 
Ungefähr 30 bis 40 Met. von der Küste entfernt ist die Wassertiefe aber nur 
mässig und der Grund besteht daselbst aus Sand und Schlick und theilweise 
auch aus Steinen. An der Nordseite ist die Küste niedrig, im Uebrigen ist 
sie von, 200 bis 300 Met. hohen, Bergen eingeschlossen. Da die Bucht etwas 
ausserhalb der gewöhnlichen Route liegt, so empfiehlt sie sich nicht als Noth- 
hafen und ist ihr die Bucht Eden vorzuziehen. 
Das Cap Paradise, welches die südwestlichste Spitze der Bucht ist, liegt 
auf 49° 5‘ 22“ Süd-Br. und 74° 22‘ West-Lg. 
2. Ebbe und Fluth in der Chesapeake-Bucht. Der Lauf der 
Gezeiten in der Chesapeake-Bucht hatte schon lange die Seefahrer interessirt; 
der eigenthümliche Sachverhalt, dass stets zur Zeit des Mond-Aufganges und 
Unterganges bei dem Cap Henry Ebbe ist, hat sich, nach einem Artikel der 
„Nautical Gazette“, Vol. II, No. 248 vom 29. März 1876, bestätigt; ferner ist 
stets Ebbe zur Zeit des Mond-Aufganges und Unterganges in Hoyer’s-Strasse, 
und zu derselben Zeit die Fluth bei Sandy Point und an allen Landspitzen 
oberhalb Sandy Point. Wenn ein Schiff mit frischem günstigem Winde die Ein- 
fahrt zwischen den Caps erreicht und zwar zur Zeit, wenn die Fluth beginnt, 
30 kann es mit derselben Fluth bis Baltimore gelangen. Wenn aber ein Schiff 
Baltimore verlässt, um nach den Eingangscaps der Bucht zu segeln, so trifft 
es, wenn es noch so gut segelt, die Fluth auf seinem Weg an, und bedeutend 
mehr, wenn es gegen den Wind kreuzen muss, Jede Fluth, welche in die 
Chesapeake-Bucht einsetzt, läuft nach dem Innern jeder Nebenbucht und nach 
jedem Nebenfluss in derselben, während die Ebbe nicht weiter als 60 Seem. 
setzt und zuweilen nicht einmal so weit, so dass stets zu gleicher Zeit zwei und 
zuweilen drei Ebben und ebenso zwei und zuweilen drei Fluthen in die 
Chesapeake-Bucht setzen, Die Fluth läuft ungefähr 6 Stunden und die Ebbe ein 
weniges länger, so dass 12 Stunden 40 Minuten vergehen, bis die Fluth und 
die Ebbe eine und dieselbe Stelle passiren. 
Kartographisches. 
Von dem Hydrographischen Buremu der Kaiserlichen Admiralität ist soeben 
die Deutsche Admiralitäts-Karte No. 36 (in 2 Blatt), „Ostsee Section 111,“ 
enthaltend „Deutsche Küste, Holstıin und Mecklenburg“ im Massstabe 
von 1: 100,000 herausgegeben (vgl. den Aufsatz: Die Vermessungsarbeiten an 
den deutschen Küsten, von Corv.-Capt. Jung in No. 11 u. 12 der „Anmnal. 
der Hydrographie ete.“, 1875, pag. 189ff.). Dieselbe wurde nach den im Jahre 1873 
anter Leitung des Corv.-Capt. Hoffmann mit 8. M. Aviso „Pommerania“ und 
S. M. Kanonenboot „Blitz“ ausgeführten Vermessungen und mit Benutzung der 
neuesten Dänischen Aufnahmen für das Dänische Küstengebiet hergestellt. Die 
Höhen und Tiefen sind in Metern angegeben und befindet sich auf der Karte 
gleichzeitig eine kleine Reduetionstabellle der Meter in preussische (oder dänische) 
und englische Faden. Ausserdem enthält die Karte noch einen Plan des Hafens 
von Warnemünde im Massstab von 1: 10,000 und einige Küstenansichten, Diese
	        
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