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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Hiernach und nach obiger Tabelle der Positionen des Sturmeentrums ist
die Cyclone vom 1. Juli gegen 9 Uhr Vormittags etwas südlich von Balasore
vorbeigegangen und zwar nach Westen fortschreitend. Von den Gebirgen im
Westen von Balasore wurde sie in ihrem westlichen Laufe aufgehalten und bog
nach SW mit verlangsamter Bewegung um, so dass sie am 1. Juli Nachmittags
L Uhr im Norden von Cwttack (in 20° 30‘ Nord-Br. und 86° 45‘ Ost-Lg.) vorbeiging,
 sich dann nach NNW und zuletzt nach NW wendete; das Centrum kam
der Stadt Cuttack zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags am nächsten, von wo
man es NNW peilte. Die Windstärke war mässig und war der Wind nur als
frisch bezeichnet worden; die Cyclone hatte also hier und zu dieser Zeit (Nachmittag
 am 1. Juli) ihre Kraft erschöpft. Zu Cuttack wurden folgende Aufzeichnungen
 gemacht:

1872

Juli 1 Mittag .,
Jh Nachm,
°h 33
3h ‘mn
X
(N

. Wh bachwr Luftdruck
Richtung | Seem. (red.) mm

WSW
SW
SW
SW
SW
SAW

10
39.5
16.2
25.5
38.1
215

(42,94
{41.67
(41.67
742,92
143.17
7144.98

Im Norden der Cyclone wurden auf der InselSaugor in 21° 38‘ Nord-Br.
und 88° 1‘ Ost-Lg. vom Abend des 30, Juni bis zum Morgen des 1. Juli folgende
 Aufzeichnungen gemacht:

[879

Juni 30 8h Abends
9h ”
ah
10h „
0b 30m Neht,
2h 30m Mrg.
3h »
5h N

Juli 1

Wind
. Geschw.
Richtung | Soem,

NE
NE
NE
NE
ANE
EN
ENE
ESE

40.4
40.4
40.4
40.4
410,6
50.6
50.6 |
51,0

Luftdruck
‚(red,) mm

741.43
740.58
741.45
740.85
739.55
738,51
737,89
738.36

Um 6 Uhr Morgens war die Geschwindigkeit noch 51 Seem., aber um
6! Uhr nur noch 41 Seem.; das Barometer stieg langsam bis zu 742.97m um
9 Uhr Morgens bei SE -Wind. Diese regelmässige Drehung des Windes von
NE nach SE zeigte, dass das Sturmcentrum, wie es in der That auch der Fall war,
südlich von Saugor von Ost nach West vorbeiziehen musste und dass es niemals
 nördlich von der, Balasore und Saugor verbindenden Linie abgewichen ist.
Ueberhaupt besitzen diese Stürme, welche im Norden des Bengalischen Meerbusens
 in dieser schon so vorgerückten Zeit des Monsunwechsels (Juni) entstehen,
selten noch Kraft genug, um in das Innere des Festlandes zu gelangen, und erlöschen.
 gewöhnlich bei ihrer Berührung mit dem Festlande. Diese Cyelone von
Balasore, deren Durchmesser nur klein (80—100 Seem.) und deren Stärke auch
nur mässig war, ist auch nur durch die von den fortgesetzt wehenden starken
SW-Winden erzeugte hohe See im Meerbusen von Bengalen den Schiffen, die sich
in ihm befanden, gefährlich gewesen. Willson räth daher den Schiffen, welche
sich zu Saugor an einem geschützten Ankerplatze befinden, an, bei‘ der Annäherung
 einer Cyclone in dieser Jahreszeit daselbst zu verbleiben und nicht das
offene Meer aufzusuchen, und ferner den in den Monaten Mai und Juni nach
Norden bestimmten Schiffen, dass, wenn sie frische SW-Brisen mit Regengüssen
und fallendem Barometer antreffen, sie nicht eher nordwärts steuern sollen, als
bis das Wetter besser wird und das Barometer regelmässig steigt (vgl. Hydrogr.
Mitth. 1873 pag. 275).
            
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